Title:
Grundlegung der Ethik als Wissenschaft
Creator:
Rehmke, Johannes
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-341942
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-343102
von zwei Dingen wohl Gleichsein, niemals aber Einssein in 
einer Bestimmtheit, z. B. in der Gestalt aussagen. Die Dinge 
haben eben keine besondere Bestimmtheit aufzuweisen, die 
schlechthin Einfaches und allen Dingen gemein wäre, denn 
alle Bestimmtheiten eines jeden Dingaugenblickes, die einheit¬ 
stiftende Bestimmtheit „Ort“ eingeschlossen, sind Einheiten, 
weisen also Besonderheit auf. Die einheitstiftende Bewußt¬ 
seinsbestimmtheit „Subjekt“ dagegen ist allen Bewußtseins wesen 
und in jedem ihrer Augenblicke dasselbe schlechthin Einfache, 
woher es sich auch wohl schreiben mag, daß diese besondere 
Bestimmtheit menschlichen Bewußtseins durchweg gar nicht 
als besondere bemerkt wird. Wir bemerken sie eben nicht als 
Besonderes, obwohl wir doch, wann immer wir uns selbst wissen, 
die Subjektbestimmtheit, da sie zu uns gehört, wissen müssen. Der 
scheinbare Widerspruch, der hierin liegt, löst sich leicht: was 
wir stets haben (wissen), bemerken wir zunächst nicht, sondern 
erst bei näherer Untersuchung — das wußten schon die alten 
Pythagoreer von der „Harmonie der Sphären“ zu sagen, das 
zeigt auch der Müller, der wohl den Gang der Mühlräder hört 
(„weiß“), aber nicht bemerkt. 
Das Allgemeine „Subjekt“ also, das alle Bewußtseinswesen 
in seiner Einfachheit bindet und für jedes Bewußtsein die ein¬ 
heitstiftende Bestimmtheit jeden Augenblickes bedeutet, läßt 
uns allein die Behauptung vom Einssein zweier Bewußtseins¬ 
wesen verstehen, das weder mit „Einessein" n och mit „Gleich - 
sein“ zusammenzuwerfen ist, sondern gleichsam zwischen beiden 
die Mitte hält. Das „Einssein“ setzt immer wenigstens zwei 
Einzelwesen und zwar Bewuß tseinswesen d. h. Einzelwesen, 
deren einheitstiftende Bestimmtheit ein und dasselbe schlecht¬ 
hin einfache Allgemeine ist, voraus, deren Zweiheit nicht 
irgendwie durch das Einssein beeinträchtigt oder gar aufgehoben 
wird. Das „Einssein“ aber hebt die Schranken auf, wie sie 
zwischen Einzelwesen stehen, die des schlechthin Einfachen als 
einheitstiftender Bestimmtheit ermangeln und die als Dinge uns 
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