Full text: Philosophische Forschungswege

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Die Möglichkeitserwägung. 
ren Körper, das Phänomen der Embryologie, die Ge¬ 
schichte, der Begriff des Sich-Bewegens überhaupt, das 
„Erkennen“, der Begriff „Schluß“ und was sonst noch. 
Was also meinst du eigentlich und was willst du 
weiterhin untersuchen ? 
Natürlich kann deine Untersuchung nur das betreffen, 
was du meinst. Wenn du also die schweren Körper in 
ihrer Bewegung meinst, so meinst du nur sie, und zwar so, 
wie du sie meinst, und für nicht schwere Körper braucht 
deine Erwägung nicht zu gelten. Aber eine Erwägung 
über Bewegung überhaupt muß auf jede Bewegung 
passen. 
Das „Erkennen“ auch z. B. mußt du ganz sorgfältig 
festlegen („definieren“), ehe du es untersuchst. Das Wort 
„Erkennen“ wird ja in recht verschiedenen Bedeutungen 
gebraucht. Deine Feststellungen gelten natürlich nur für 
das, was du damit meinst. Aber das mußt du in Schärfe 
sagen. Sind z. B. mathematische Sätze „Erkenntnisse“ ? 
Es kommt auf deine Definition von Erkennen an. 
Zweitens: Hast du festgelegt, was du meinst — (wie 
nachlässig ist man hier manchmal, z. B. bei der Verwen¬ 
dung des Wortes „Freiheit“!) — so hast du damit in ge¬ 
wissem Maße schon zergliedert. Nun kommt aber der 
zweite Akt der Zergliederung, die Zergliederung um ihrer 
selbst willen. 
Das da also hast du vor dir. Hast du schon seine letz¬ 
ten, nicht weiter zergliederbaren, also „einfachen“, „ele¬ 
mentaren“ Bestandteile ? Was aber heißt das, und wie 
weißt du, daß du einen elementaren Bestandteil vor dir 
hast ? 
Hier hilft wohl nur das „klare und deutliche“ Schauen 
des Descartes. Freilich gibt es Gebiete, auf denen so¬ 
genannte Übung später als zusammengesetzt erfassen
	        

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