Title:
Forschungsaufgabe Industriekultur
Creator:
Herrmann, Hans-Walter Hudemann, Rainer König, Alexander
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-156654
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-159151
Das kaiserliche Protektorat war selbstverständlich auch ein solches der Verfas¬ 
sung, der preußischen wie der deutschen, in denen es sich ja spiegelte. Diese 
Ordnung als Gesamtrahmen stützte und schützte mit den bürgerlichen Schichten 
die Unternehmer und ermöglichte, besser, erhielt jene Räume, in denen sich der 
"Herr-im-Hause-Standpunkt entfalten” ließ. Da war das preußische Dreiklassen¬ 
wahlrecht in den Kommunen und im Abgeordnetenhaus, da war die Privilegie¬ 
rung durch das Herrenhaus. Da war der stets sehr unmittelbare Zugang zu den 
Behörden, die sehr wohl das kaiserliche Protektorat antizipierten. Und was 
Krupp durch seine Kanonen demonstrierte, seine Unentbehrlichkeit für den 
Schutz des Vaterlands, das praktizierte Stumm-Halberg im Reichstag, seine 
Unentbehrlichkeit als Führungsstimme im konservativen Unternehmerlager, bei 
Bedarf und in Sachen Sozialpolitik eben auch gegen den Liberalismus gerichtet. 
Es sei nur noch hinzugefügt, dass die zeitgenössisch hyperkritische Stimme, die 
der Sozialdemokratie, eben diese Zusammenhänge nicht erkannte, wenn sie mit 
Stumm den saarländischen Scharfmacher schlechthin perhorreszierte, ein Schick¬ 
sal, das in nur geringfügig milderen Formen auch Krupp widerfuhr. 
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