Title:
Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim
Creator:
Legl, Frank
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-219277
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-219778
Familie weiter zu erhalten, eine Praxis, die man öfter findet188. Allerdings kommt 
diese Möglichkeit für unser Problem insofern nicht in Betracht, da dieser Bruder 
noch zu Lebzeiten Eberhards III., seines Vaters, verstorben sein müßte, noch bevor 
Hugo raucus geboren wurde beziehungsweise noch während der frühen Kindheit 
des 'Heiseren'. Dieser Hugo hätte aber dann mit der Stiftung von Altdorf, die ja erst 
später, nach dem Ableben dieses angenommenen älteren Bruders von Hugo raucus, 
erfolgt ist, nichts zu tun. Diese Möglichkeit scheidet also aus. Eine weitere 
denkbare Variante zur Lösung des Problems wäre, daß es sich bei jenem fr ater 
Hugonis Comitis nicht um einen Bruder des Hugo raucus handelte, sondern z. B. 
um eine mit dem Heiseren blutmäßig verwandte Person oder sogar um seinen 
Schwager. Das Wort fr ater bedeutet bekanntlich nicht nur Bruder, sondern es kann 
zum Beispiel auch ein enger Blutsverwandter oder Schwager mit frater bezeichnet 
werden189. Dies ist meines Erachtens bei näherer Betrachtung der einzige Fall, der 
keine chronologischen oder genealogischen Zuordnungsprobleme bereitet. 
Vielleicht ist jener frater, der als Mitstifter von Altdorf auftritt, ja ein Bruder der 
Gemahlin des Hugo raucus, oder wir haben einen Blutsverwandten des Hugo 
raucus aus der Sippe der Liutfride vor uns, in der der Name Hugo ebenfalls häufig 
wie bei den Eberhardinem anzutreffen ist. 
Die Gemahlin des Hugo raucus und die Verwandtschaft der Eberhardiner 
zu den Saliern 
Die wahre Identität der Gemahlin des Hugo raucus blieb den Genealogen lange Zeit 
unbekannt190. Erst die Forschungen von Eduard Hlawitschka konnten Licht in das 
Dunkel um ihre Person bringen. In seiner Untersuchung zu den Anfängen des 
Hauses Habsburg-Lothringen gelang es ihm, sie genealogisch einer bestimmten 
Familie zuzuordnen und auch den Nachweis zu erbringen, daß in ihr das fehlende 
Bindeglied zwischen den Eberhardinem und den Saliern zu sehen ist191. Eine 
bestehende Blutsverwandtschaft zwischen beiden Familien ist uns aus den Quellen, 
so vor allem aus der Vita Leos IX., gut bezeugt192. 
188 Vgl. dazu die von Friedrich Barbarossa bei der Namengebung seiner Söhne ausgeübte 
Praxis. Siehe dazu G. Baaken, Die Altersfolge der Söhne Friedrich Barbarossas und die 
Königserhebung Heinrichs VI., in: DA 24, 1968, S. 46-78 und E. Assmann, Friedrich 
Barbarossas Kinder, in: DA 33, 1977, S. 435-472. 
189 Vgl. zu diesem Problem R. Holtzmann, Kann frater „Schwager“ bedeuten?, in: 
Historische Vierteljahresschrift 28. Jg., 4. Heft 1934, S. 832-835, der sich in seiner 
Miszelle mit einer ähnlich gearteten Stelle bei Thietmar von Merseburg 
auseinandersetzt, und der den Nachweis führt, daß das Wort frater nicht nur „Bruder“ 
oder „naher Blutsverwandter“ , sondern auch „Schwager“ bedeuten kann. 
190 Die wichtigsten Forschungsergebnisse zur Gemahlin des Hugo raucus werden ausführ¬ 
lich dargestellt und kritisch diskutiert bei Hlawitschka, Anfänge, S. 117-135. 
191 Ebda, vor allem S. 135-153. Die Möglichkeit, daß die Verwandtschaft zwischen beiden 
Familien durch einen Elternteil einer Schwester oder eines Bruders des Hugo raucus 
hergestellt worden sei, konnte Hlawitschka ausschließen (ebda., S. 137). 
192 Leonis IX vita ab ipsius in ecclesia Tullensi archidiácono Wiberto conscripta, ed. I. M. 
Watterich, Pontificum Romanorum qui fuerunt inde ab exeunte saeculo IX usque ad 
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