Title:
Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim
Creator:
Legl, Frank
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-219277
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-219724
Straßburg sich geweigert haben soll, der Bitte von Berta, der Witwe des Grafen 
Eberhard IV., nachzukommen, die Altdorfer Kirche nochmals zu weihen, solange 
dort gebannte Personen begraben seien. Erst nachdem Berta der Altdorfer Kirche 
ein von Guntram gestiftetes Gut bei Dorlisheim entzogen und im Anschluß daran 
der Straßburger Marienkirche übertragen hatte, vollzog W erner die Neuweihe152. 
Seitenverwandte der Eberhardiner 
Die bedeutendsten Seitenverwandten der Eberhardiner sind die ebenfalls von Hugo 
von Tours abstammenden sogenannten Liutfride. So können wir gegen Mitte des 
neunten Jahrhunderts einen in Italien wirkenden Liutfrid ausmachen, der ein Sohn 
Hugos von Tours gewesen sein muß153. Von diesem Liutfrid sind uns zwei Söhne 
bekannt, Liutfrid II., der wie sein Vater in Italien tätig war154, und Hugo, der die 
Abtei Münster-Granfelden in seiner Hand hatte155. Nach dem Tod Hugos folgte 
ihm Liutfrid II. in dessen Besitzungen nördlich der Alpen nach156. Als Nach¬ 
kommen Liutfrids II. kennen wir drei Söhne, Hunfrid, Liutfrid und Hugo157 158. Auch 
im Liber memorialis von Remiremont finden wir Mitglieder des Liutfridischen 
Familienverbandes eingetragen1-58. 
Es ist hier auch noch kurz auf Personen der Reichsgeschichte im 10. Jahrhundert 
einzugehen, die mutmaßlich mit der Familie der Eberharde verwandt gewesen sind, 
so der Straßburger Bischof Richwin und der von seinen Widersachern geblendete 
Bischof Benno von Metz. 
152 Notitiae Altorfenses, MGH SS XV,2, S. 994: Rursum ipsam partem ecclesie huic 
abstulit Bertha comitissa, uxor Eberhardi, et donavit ad allare sancte Marie Strasburg 
cum appendiciis decirnarum, quas Guntramus memoralus huic cenobio attribuil, quia 
presuli Vernhero renuente et negante istud templum ab ipso Deo consecrari, quod 
hornines hic anathemalizali sepulti requiescerent; RegBfeStr. I, Nr. 245, S. 268. 
153 Urkunde Lothars II. vom 19. März 866, D Lo II 28, S. 430 f., in der der König dem 
Kloster Münster-Granfelden Besitzungen bestätigt, die dem Kloster von Hugo geschenkt 
worden waren, dem Sohn des Grafen Liutfrid, den der König als seinen Oheim 
bezeichnet: Hugo cotnes quondatn illustri avunculi nostri Liutjridi filius. Liutfrid war 
folglich ein Bruder von Lothars II. Mutter, Ermengard, einer Tochter Hugos von Tours 
(zur Abstammung Ermengards siehe oben, Anm. 35), vgl. E. HLAWrrscHKA, Franken, 
Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962). Zum Verständnis der 
fränkischen Königsherrschaft in Italien, Freiburg i. Br. 1960, S. 221 ff. Hier sind auch 
die Belege für das Wirken Liutfrids in Italien zusammengestellt; zu den Liutfrieden vgl. 
Wilsdorf, Les Etichonides, S. 1-33. 
154 Hlawitschka, Franken, S. 223-226. 
155 Böhmer-Mühlbacher, 2. Aufl., Nr. 1210; Bruckner, Regesta Alsatiae, Nr. 572, S. 
352 u. Nr. 581, S. 356; vgl. Hlawitschka, Franken, S. 223. 
156 Siehe Bruckner, Regesta Alsatiae, Nr. 662, S. 398 f. 
157 Liutfrid II., sein Bruder Hugo und Liutfrids Söhne, Hunfrid, Liutfrid und Hugo, werden 
in einer gefälschten Urkunde vom 21. Februar 902 genannt. Siehe Bruckner, Regesta 
Alsatiae, Nr. 662, S. 398 f. 
158 Liber memorialis von Remiremont, fol. 6r, Eintrag Nr. 2; siehe dazu genauer den 1. 
Exkurs 'Die Familieneinträge der Eberhardiner im Liber memorialis von Remiremont'. 
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