Title:
Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim
Creator:
Legl, Frank
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-219277
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-222912
Walter Mohr indessen beruft sich in dem 1979 erschienenen dritten Band seiner 
„Geschichte des Herzogtums Lothringen“ auf die These Duvemoys und leugnet die 
Teilnahme Herzog Theobalds an der Schlacht von Bouvines118°. Mohr sieht Herzog 
Theobald I. für die ersten Jahre seiner Amtszeit nicht als Gegner, sondern wie schon 
dessen Vater als Sympathisanten des Staufers, allerdings politisch sich zurück 
haltend1180 1181. Das Hauptaugenmerk Theobalds habe dem politischen Verhalten des 
Grafen von Bar, der auf staufischer und auf französischer Seite stand, gegolten1182. 
Dies sei auch der Grund gewesen, daß Theobald zunächst vorsichtig taktiert und 
erst in der zweiten Hälfte 1214 Kontakt zu Friedrich II. aufgenommen habe1183. 
Zudem zweifelt Mohr den Wahrheitsgehalt der 'Philipide' an, die uns vom Mitwir¬ 
ken Theobalds I. an der Schlacht von Bouvines berichtet. Er vermutet, daß hierbei 
eine Verwechslung mit dem Herzog von Niederlothnngen vorliege, der ja nach¬ 
weislich an der Schlacht von Bouvines an der Seite Ottos IV. teilgenom¬ 
men hat1184. Gegen diese Behauptung ist einzuwenden, daß Wilhelm Britto in der 
besagten, von Mohr angezwei fei teil Passage der 'Philipide' sehr genau zwischen 
dem niederlothnngischen Herzog, Heinrich von Brabant, und den Brabantem 
1180 Mohr, Lothringen, 3. Bd., S. 48 und 148, Anm. 314. 
1181 Ebda., S. 48 f. 
1182 Ebda , S. 49, so auch Kienast, Fürsten I, S. 212; ebenso Thomas, Beziehungen, S. 
170. Indes ziehen Walther Kienast und Heinz Thomas andere Folgerungen als Walter 
Mohr. Für Kienast und Thomas ist dies ja gerade der Grund, warum Theobald I sich 
auf die Seite des Welfen schlägt. 
1183 Mohr, Lothringen, 3. Bd., S. 49, Herzog Theobald 1. ist Ende des Jahres 1214 als 
Zeuge in folgenden Urkunden Friedrichs II. und in dessen Umgebung nachweisbar: 
Urkunde Friedrichs II. vom 5. September 1214 (Huillard-Br£holles 1,1, S. 313 ff - 
Böhmer-Ficker V,l, Nr. 747), Urkunde Friedrichs II. ebenfalls 1214, ohne Tages- und 
Monatsangabe {S. 346 ff. - Zum Datierungsproblem siehe Böhmer-Ficker V,l, Nr. 
773). Bischof Konrad von Metz bestätigt am 29. Dezember 1214 in Anwesenheit 
Friedrichs II. den Rechtsspruch zwischen Erzbischof Theoderich von Trier und Herzog 
Theobald von Lothringen (Huillard-Br£holles 1,1, S. 348 ff.); gleichlautende 
Urkunden Uber den Vorgang von Friednch II. (ebda , S. 349 f.) und den Schöffen von 
Metz (ebda., S. 350), ebenfalls mit Herzog Theobald als Zeugen. Vgl. zu den drei 
letztgenannten Urkunden Böhmer-Ficker V,l, Nr 774. Am Beginn des Jahres 1215 
findet man Herzog Theobald ebenfalls als Zeugen in einer Urkunde Friedrichs II. vom 
8. Januar (E W’inkelmann, Acta imperii inedita saeculi XIII et XIV, I Bd., Innsbruck 
1880, Nr. 125, S. 105 f. - Böhmer-Ficker V,l, Nr. 776). Auch sonst ist der Herzog 
zwischen 1215 und 1216 vereinzelt in der Umgebung Friedrichs II nachweisbar: 
Anfang April 1215 (Böhmer-Ficker V.l, Nr. 788); 29. Mai 1215 (Huillard- 
BRfinoLLEs 1,2, S. 383 f. - Böhmer-Ficker V.l, Nr. 800); 1. Juni 1215 (Winkelmann, 
Acta, 1. Bd., Nr. 128, S. 109 - Böhmer-Ficker V,l, Nr. 801); 23. Januar 1216 
(Huillard-Bröiolles 1,2, S. 438 ff, zur Problematik der Datierung siehe Böhmer- 
Ficker V,l, Nr. 842); er soll auch bei der Krönung Friedrichs II. am 25. Juli 
1215 anwesend gewesen sein, denn wie die Chronica regia Coloniensis, S 236, 
berichtet, war bei den Feierlichkeiten ein dux de Ancei anwesend, der zweifellos, wie 
schon F. W. Schirrmacher, Kaiser Friedrich der Zweite, 1. Bd., Göttingen 1859, S. 
287, festgestellt hat, mit dem Herzog von Nancy, sprich Oberlothringen, zu iden¬ 
tifizieren ist (vgl dazu Böhmer-Ficker V.l, Nr. 810b). 
1184 Mohr, Lothringen, 3. Bd., S. 143, Anm. 314. 
350
        

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