Title:
Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter
Creator:
Trapp, Thomas
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-193139
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-195173
wundert es, daß gerade die Benediktiner von St. Nabor (St.-Avold) solche an Wei- 
ler-Bettnach abtraten. Eine von den Äbten von Mettlach, Bouzonville und St. Mar¬ 
tin sowie dem Propst von Fraulautern 1176 vermittelte und schriftlich fixierte Ver¬ 
einbarung betraf primär Pfarrechte in Guirlange und Weingärten in Valmont, ab¬ 
schließend wurde aber auch vermerkt, Weiler-Bettnach leiste eine Zahlung für den 
Verzicht der Abtei St. Nabor auf die in Marsla [sic!] beanspruchten Salzpfannen19. 
Nicht nur die Siegel der Äbte sicherten die Übereinkunft. Abt Rogerus von Weiler- 
Bettnach reiste anschließend selbst nach St. Nabor, wo er vor dem versammelten 
Konvent den Inhalt referierte und sich der Zustimmung seiner Zuhörer versicherte. 
Nach der Besitzbestätigung Urbans III. vom 14. Februar 1186 umfaßte der Kom¬ 
plex zu dieser Zeit bereits domum quam habetis in Marsallo cum omnibus appendi- 
tiis suis, officinas, patellas, perticas super puteum, canales et loca ubi canales sunt 
strati20. Ungewöhnlich präzise dehnte Urban somit seinen Schutz auf das Sudhaus, 
die Werkstätten, die Schöpfanlagen über dem Brunnen21, die Solewasserleitungen 
und das Land, auf dem diese verlegt waren, aus. Einige Schwierigkeiten bereiten 
die zeitliche Einordnung der weiteren Urkunden und ihre Abhängigkeit voneinan¬ 
der. So enthält das Chartular von Weiler-Bettnach die Abschrift einer Urkunde Bi¬ 
schof Bertrams von Metz, der 1186 oder 1187 auf aream quandam inutilem ver¬ 
zichtete, die ausreichend war, damit die Abtei dort refectorii... usibus gemäß dem 
ihm vorgetragenen Wunsch vier abgabenfreie Sudanlagen (quatuor sessus) errich¬ 
ten konnte22. Eine textlich hiermit völlig übereinstimmende, als Ausfertigung er¬ 
haltene Urkunde Bischof Bertrams aus dem Jahre 119223 ließe vermuten, daß der 
Schreiber des Weiler-Bettnacher Kopiars wie in einer Vielzahl von Fällen fehler¬ 
haft abgeschrieben hat. Den Bearbeitern der Diplomata Friedrichs I. gelang es je¬ 
doch, an entlegener Stelle in einer Handschrift der Bibliothèque Nationale ein nur 
kopial überliefertes Diplom Barbarossas ausfindig zu machen, der bereits 1187 von 
Eußerthal aus die Seelgerätstiftung des Metzer Bischofs bestätigte24. Nach Zusiche¬ 
rung des höchsten weltlichen Schutzes bemühte man sich nun um die Anerkennung 
durch Rom. Coelestin III. gewährte der Abtei diese Gunst, bekräftigte die Immuni¬ 
tät und das Recht auf die vier Salzpfannen - sessus und patella salinaria werden of¬ 
19ADMH 1742 Nr. 1 (Ausf.) 
211 ADM H 1755 Nr. 3; gedruckt bei WOLFRAM: Papsturkunden, S. 314-317 Nr. 22. 
21 Zur Bedeutung von pertica und den wohl identischen Bezeichnungen furca und cyconia vgl. C. 
HIEGEL: Sei, S. 30f. 
22 ADM H 1714, fol. 577r-578r (1186]; Regest ADMM B 909 Nr. 34c [1187 IV 3]. Für den zweiten 
Datierungsansatz - aber IV 2 - spricht sich auch PARISSE aus (vgl. den Hinweis zur Urkunde 
Friedrichs L, wie Anm. 24). Die zitierten Passagen folgen der textidentischen Ausfertigung von 
1192 (s. folg. Anm.). 
23 ADM H 1742 Nr. 2; Regest ADMM B 909 Nr. 34e; VOIGT, Teil 2, S. 75 Nr. 83. 
24 MGH DF I. Nr. 960 [1187 VI 26, Eußerthal], Ergänzend sei darauf verwiesen, daß es auch im Be¬ 
stand von Weiler-Bettnach eine Abschrift mit gleicher Datierung gibt: ADMM B 909 Nr. 34d. Das 
Kurzregest dazu weist die Schenkung jedoch fälschlich Bischof Konrad - wahrscheinlich Konrad 
von Scharfenberg, dem Nachfolger Bertrams - zu. 
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