Title:
Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter
Creator:
Trapp, Thomas
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-193139
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-195116
zu prüfen1-55. Das Ergebnis, das sie im folgenden Jahr dem Generalkapitel vorlegen 
sollten, ist zwar nicht überliefert, doch die Pachtvereinbarungen aus der Folgezeit 
machen deutlich, daß der Trierer Stadtschreiber Johann von Bemkastel und seine 
Frau Katharina den Stadthof für 25 Gulden auf Lebenszeit pachteten135 136. Wohl als 
ihre unmittelbaren Nachfolger übernahmen Joannes de Grunnauve und seine Frau 
Elisabeth von Kyllburg certam unam dicti Monasterii villam in Trier iuxta nigram 
vel antiquam portam ut vocant, sitam, appellata Villa sive Curtis Sancti Marci mit 
allen Pertinenzen137. Bemerkenswert ist, daß sich die Bezeichnung nigra vel anti- 
qua porta vermutlich auf die Kastelpforte bezog. Eine Verwechslung mit der Porta 
Nigra, dem einstigen römischen Stadttor, scheidet aus, da zum einen Stadthof und 
Porta Nigra an entgegengesetzten Enden der Stadt lagen, zum andern die Porta 
Nigra in jener Zeit im Stift St. Simeon aufging und unter dessen Namen betitelt 
worden wäre. Die Urkunde spricht neben den allgemeinen Pertinenzen im unmit¬ 
telbaren Amtsbereich des Hofs Güter und Einkünfte in der weiteren Umgebung an, 
die vom Stadthof mitverwaltet wurden. Speziell genannt wird der Besitz in Olewig 
(in pago Olivea), sodann alles ad unum miliare a dicto Civitate. 
Daß der Zins für Pachtgut im Trierer Umland vom St.-Markus-Hof138 eingezogen 
wurde, wie W. Bender vermutet hat139, zeigt der Einschluß aller Zinse und Ein¬ 
künfte in Osweiler bei Echternach (ex pago Oikweiler [sic!] prope Epternacum), 
die an die villa Sancti Marci zu zahlen waren, in den Vertrag von 1503. Weiterhin 
spricht der Text von Weinlagen, die zum Hof gehörten, in Kasel (Kasell prope Tre- 
virim) und Getreidezinsen in pago de Oberleucken apud Sarburgum140. Als Zeugen 
der Vereinbarung nennt die Urkunde den Schultheiß und Barbier Johann von Pi- 
blange und Wirich, beide famuli der Abtei Weiler-Bettnach. Der Ausstellungsver¬ 
merk in villa Sancti Marci Treviris und das Fehlen höherrangiger Zeugen aus Wei¬ 
ler-Bettnach deuten daraufhin, daß Johann und Wirich die Abtei in Trier vertraten 
und vor der Verpachtung den Klosterhof auf eine gewisse Zeit leiteten. Glaubt man 
dem Schreiber des Chartulars, dann lag ihm die Ausfertigung vor, der ein Siegel 
mit den Initialen V.S.M. für Villa Sancti Marci anhing. Als Siegelberechtigte kom¬ 
men nur die beiden famuli in Frage, wobei die Existenz eines Stadthofsiegels 
höchst bemerkenswert wäre. 
Die erneute Verpachtung des Stadthofs erfolgte 1564. Wenngleich damit der ei¬ 
gentliche Untersuchungszeitraum überschritten wird, verdient die Urkunde unter 
135CANIVEZ IV, S. 319 (1427,42). Was die Brüder in Marienfloß als Tauschobjekt einsetzten, er¬ 
wähnt der Text nicht. 
136 ADMM B 483 Nr. 55, fol. 19v. 
137 ADM H 1714, fol. 518r-521 v [1503 II 25]. 
138 Die Namengebung bleibt unklar. Sie setzt sich in der Folgezeit als stehender Begriff durch. Für ei¬ 
ne möglicherweise als Erklärung dienende Erhebung des Stadthofs zum Priorat, die DUPR1EZ, S. 
265, fälschlich auch für die Grangie Br6hain-la-Cour postuliert, fehlen jegliche Belege, 
139 BENDER, S. 44 Anm.211. 
^0 Weiler-Bettnach besaß hier eine 1179 urkundlich belegte Grangie. 
198
        

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