Title:
Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter
Creator:
Trapp, Thomas
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-193139
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-194229
In Dalstein, wo Weiler-Bettnach noch im 17. Jh. die Hochgerichtsbarkeit bean¬ 
spruchte, kam es im 15. Jh. zu einem Übergriff, in den möglicherweise auch der 
Herzog verwickelt war62 63. Der Metzer Bürger Colignon Roucel, der einige Bewoh¬ 
ner gefangengenommen und Vieh weggetrieben hatte, erklärte auf den Protest von 
Abt und Konvent hin, er habe im Auftrag des Herzogs (René I. v. Anjou) gehan¬ 
delt64. Nach eingehender Zeugenbefragung kam der mit der Untersuchung betraute 
Notar und Trierer Kleriker Johannes Henrici de Syrck zu dem Ergebnis, quod do¬ 
minus abbas predicti monasterii Villeriensis pro tempore existens est verus et prin- 
cipalis dominus dicte ville Dailstein et banni eiusdem et habet in eisdem villa et 
banno verum et principale dominium. Schon 1302 hatte Herzog Friedrich III. den 
Verzicht Hennelos von Dalstein auf etwaige Rechte im Ort beurkundet65. Wenn 
man der These folgen will, das bereits 1287 erwähnte Geschlecht derer von Dal¬ 
stein habe die Vogtei über die Weiler-Bettnacher Güter ausgeübt66 67, kann man eine 
lothringische Oberherrschaft nicht ausschließen. Die Herkunft der Familie aus dem 
Hause Férange bietet jedoch keinen Anhaltspunkt, da der Weiler-Bettnacher Besitz 
in Férange ursprünglich Bischofsgut war. 
Innerhalb von zwölf Jahren stellte die Kanzlei Friedrichs III. drei Urkunden aus, die 
Schenkungen an Weiler-Bettnach in Guirlange betrafen. 1284 übereignete Cables 
de Wimeranges,67 seine dortigen Güter der Abtei68, 1287 Bertram von Siersberg 
zwei Malter Weizen und fünf Sous Zins als Pitanz69, und 1296 verzichtete Aubertin 
von Budange auf strittiges Land70. Während für das 12. und den größten Teil des 
13. Jh. die Besitzgeschichte des Ortes recht gut analysierbar ist71, brechen mit dem 
Aussterben der Edelherren von Guirlange nach 1275 die Nachrichten weitgehend 
ab. Auch für Weiler-Bettnach liegen keine jüngeren Urkunden als die des Herzogs 
vor. Vermutlich versuchte Herzog Friedrich, den Rechtsstatus der ehemaligen Her¬ 
ren, die schon Mitte des 12. Jh. genannt werden, zu übernehmen. Eine Schutzfunk¬ 
tion über die Weiler-Bettnacher Güter hatten diese aber offensichtlich nicht ausge¬ 
übt. 
62ADMH 1757 Nr. 22, S. 20 Art. 24 [1741 IV 2]. 
63 ADM H 1786 Nr. 7; ADM H 1714, fol. 132r-134v. 
64 Colignonnus Roussel Junior civis Metensis certa animalia ville dicte Dailstein predicte diocesis 
receperit et aliquos homines eiusdem ville captaverit per modum vadiationis credens forsitan et 
prout idem Colignonnus sibi asseruit hoc fecisse super illustrem principem dominum ducem Lo¬ 
th or ingie. 
65 ADM H 1714, fol. 136v-137r. 
66 REL 11, S. 198. 
67 
Wohl Veymerange, Gde. und Ktn. Thionville. 
68ADMH 1714, fol. 173r-174r. 
69ADMH 1714, fol. 420r-421r. 
70 ADM H 1714, fol. 177r-178r. 
71 REL II, S. 344; ALTE TERRITORIEN II, S. 345-347. 
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