Title:
Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter
Creator:
Trapp, Thomas
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-193139
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-194216
gen Beweis, doch deuten die (schieds-)richterliche Tätigkeit ebenso wie die Bestä¬ 
tigung von 1239 in der Tat auf Rechte des Herzogs hin. Dem Geschlecht derer von 
Ch^mery dürften diese zu Lehen aufgetragen worden sein. 
Nachdem sich die wenigen von den Überblickswerken zur Besitzgeschichte des 
lothringischen Raumes angesprochenen Fälle von herzoglichem Schutz filr Weiler- 
Bettnach teilweise relativiert haben, soll anhand der von den Herzögen für Weiler- 
Bettnach ausgestellten Urkunden für weitere Orte versucht werden, deren Zugriff 
nachzuweisen. Ob und unter wessen Protektion Ministerialenfamilien, die sich nach 
Orten benannten, in diesen als Afterlehensträger füngierten, kann indes an dieser 
Stelle nicht erörtert werden, sondern muß dem Kapitel über den Güterbesitz Vorbe¬ 
halten bleiben. Keine Vogteirechte scheint Herzog Friedrich III. zurückbehalten zu 
haben, als er im Jahre 1264 die beiden Bannmühlen der unmittelbar benachbarten 
Orte Gomelange und Colming in omni eo iure quo nos ea possedimus ab antiquo 
der Abtei Weiler-Bettnach schenkte57. Damit verbunden war die ausdrückliche Er¬ 
laubnis, die Mühlen zu verlegen und Holz aus den herzoglichen Wäldern zum Wie¬ 
deraufbau und zur Ausbesserung zu verwenden. Schwierigkeiten bereiten einige 
nachfolgende Stücke, in denen sich die Besitzrechte teilweise widersprechen. Im 
Mai 1287 stimmten die Grafen Eberhard und Walram von Zweibrücken dem Ver¬ 
kauf der Mühle de Kolvenges desuz Niet, die nach eigenem Bekunden von ihnen 
lehensrührig war {ke muet de nos), durch Johann v. Siersberg an das Kloster Wei¬ 
ler-Bettnach zu58. Friedrich III. bestätigte diesen Verkauf für 100 Metzer Pfund im 
Juli des gleichen Jahres59 und forderte im August eine Garantieerklärung Johanns 
ein60. Offensichtlich gab es Probleme bei der Anerkennung der Übertragung, denn 
1305 schenkte Johann, der Sohn Johanns v. Siersberg, seine Rechte ou moillin de 
Colvanges der Abtei61. Jüngere Besitztitel für die Mühlen in Colming und Go¬ 
melange sind merkwürdigerweise nicht überliefert, obwohl noch 1741 zumindest 
die Bannmühle von Gomelange Weiler-Bettnacher Besitz war62. Die Rolle des 
Herzogs von Lothringen in all diesen Urkunden mag mit seiner alten Stellung als 
Mahlherr der beiden Orte Zusammenhängen. Gleichwohl lassen sich Vogteirechte 
nicht daraus ableiten, wenn er auch von Johann v. Siersberg eine Sicherheitszusage 
verlangte. Wegen einer Vielzahl von Lehensverpflichtungen gegenüber dem Her¬ 
zog mußten die Burgherren von Siersberg dem Druck wohl Folge leisten. 
57 ADM H 1714, fol. 176r-177r; ADM H 1796 Nr. 1 und Nr. 7. Zu den Mühlen auch Hinweise bei 
REL II, S. 189 und S. 333; ALTE TERRITORIEN II, S. 471; J.-M. BENOIT: Moulins, S. 276-278. 
58 ADM H 1722 Nr. 1; ADM H 1714, fol. 221r-221v; PÖHLMANN, S. 100 Nr. 309. Die beiden Brü¬ 
der übten nach dem Tod ihres Vaters Heinrich II. 1282 einige Jahre gemeinsam die Regentschaft in 
der Grafschaft Zweibrücken aus, bevor es zu einer Gebietsteilung kam. Eberhard begründete - 
durch einen Tausch mit Herzog Friedrich III. von Lothringen 1297 - die Linie Zweibrücken- 
Bitche. Die Grafen von Zweibrücken besaßen bereits im 12. Jh. umfangreiche lothringische Lehen. 
Vgl. hierzu GESCHICHTLICHE LANDESKUNDE, S. 316-324, v.a. S. 319. 
59 ADM H 1722 Nr. 2; ADM H 1714, fol. 220r-221r. 
60 ADM H 1739. 
61 ADM J 6147. 
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