Title:
Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter
Creator:
Trapp, Thomas
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-193139
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-194207
Rechte am Forst von Bibiche, die schon früh der Herzog von Lothringen innehatte 
und die in Weiterverlehnung über die Herren von Walcourt die von Fontoy und 
über diese schließlich die von Volkrange besaßen48, könnten nur dann mit Gewi߬ 
heit als Vogteirechte angesprochen werden, wenn Weiler-Bettnach den gesamten 
Wald sein Eigen genannt hätte49. Es lassen sich jedoch u.a. Anteile der angespro¬ 
chenen Familien, der von Vinsberg und der Abtei Freistroff nachweisen. Mit The¬ 
obald I., der 1214 Weiler-Bettnach ein Stück Land in Bibiche schenkte50 *, tritt das 
Haus Lothringen nur einmal selbst in Erscheinung. Er oder einer seiner Vorgänger 
übertrug wohl auch das Waldgebiet dem Zisterzienserkloster, zumal ein bischöfli¬ 
cher Einfluß in Bibiche nicht nachweisbar ist. Ein "traité d'accompagnement" wie 
im Falle von Hussigny scheint nicht geschlossen worden zu sein. Interesse verdient 
das Protokoll eines Rechtsstreits zwischen Weiler-Bettnach und den herzoglichen 
Amtleuten zu Sierck, der am 12. und 13. August sowie am 3. Oktober 1524 vor 
dem Deutsch Belliß Jakob von Haraucourt51 und Johann von Süllen (?), ambtmann 
vonn Bolchen, verhandelt wurde. Stein des Anstoßes war der Anspruch Weiler- 
Bettnachs auf den alleinigen Besitz des Waldes, dem die Beamten die erforderliche 
Zustimmung zum Holzverkauf entgegenhielten52. Die Befragung von Bewohnern 
machte deutlich, daß die Kenntnis lothringischer Rechte daran gänzlich verlorenge¬ 
gangen war, was letztlich den Urteilsspruch zugunsten Weiler-Bettnachs beding¬ 
te53. Wenn sich in der Folgezeit die Herzöge verstärkt bemühten, für sich zu retten, 
was noch zu retten war, täuscht das nicht darüber hinweg, daß in den Jhn. zuvor 
Merkmale eigener Vogteigewalt nicht erkennbar waren. 
Für Chémery belegen nur zwei Urkunden Weiler-Bettnacher Güterbesitz, die aber 
beide von lothr. Herzögen ausgestellt wurden. Matthias II. erklärte 1239, sein Ge¬ 
treuer Lutwin von Schöneberg (= Chémery) habe den Beschluß gefaßt, ins Hl. Land 
zu fahren, und deshalb u.a. seine Güter in Chémery Weiler-Bettnach geschenkt54. 
Zu den Zeugen gehörten der Prior und ein Mönch des Klosters. 1293 legte Herzog 
Friedrich III. fest, daß die Abtei ein strittiges Gut, das ihr Clementia, die Witwe des 
Edelknechts Salomon von Boulay, geschenkt hatte, gegen Zahlung von 35 Metzer 
Denaren zu eigen haben soll55. Für die These, die Herzöge hätten die Vogtei über 
die Weiler-Bettnacher Güter in Chémery ausgeübt56, gibt es zwar keinen eindeuti¬ 
48 REL II, S. 89. 
49 So REL II, S. 89; dagegen ALTE TERRITORIEN II, S. 384f. 
50 ADMM B 483 Nr. 55, fol. lv; DUVERNOY: Catalogue, S. 223 Nr. 266. 
5* Haraucourt-sur-Seille, Gde., Ktn. Château-Salins. 
52 ADMM B 483 Nr. 53. 
CT 
Peter von Byberssenn sagte sogar aus, er habe gehört, vor langer Zeit hätten die von Volkrange - 
letztes Glied in der Kette der Lehensträger -Anteil gehabt am Wald von Bibiche. 1307 verkaufte 
der Sohn Arnolds von Volkrange Weiler-Bettnach seinen von den Herren von Fontoy zu Lehen 
vergebenen Waldanteil (ADM H 1714, fol. 85r-87v). 
54ADMH 1918 Nr. 1. 
55 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 46; Regest bei HERRMANN: Inventar, S. 276; DE FANGE, Nr. 1103. 
56 ALTE TERRITORIEN II, S. 350. 
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