Title:
Die Wüstungen des Saarlandes
Creator:
Staerk, Dieter
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-205131
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-205703
ber 1635 hatte der Saarbrücker Rentmeister Klicker für General Walmerode 
folgende Angaben gemacht: 
In dem Städtlein Ottweiler, darin die Vorstadt mehrenteils abgebrannt, 
befinden sich nicht mehr als zehn gesunde Bürger und sieben kranke, die 
übrigen sämtlich nebst dem größten Teil der Untertanen vom Land an der 
Pest und andern infizierenden Schwachheiten verstorben und die übrigen 
noch täglich lägerhaft werden, daher alle Häuser mit der Schwachheit ange¬ 
steckt. Auch hat kein einziger Bürger Brot und das Geringste an Früchten 
in Vorrat, sondern sie müssen sich nun eine geraume Zeit hero von den 
bisher einquartiert gewesenen Fürstenbergischen Soldaten, denen sie außer¬ 
halb dreschen und beitragen helfen, ernähren. Die Dorfschaften, zu diesem 
Amt gehörig, sind bis auf fünf Dörfer, darinnen aber die Untertanen fast 
gänzlich weggestorben, abgebrannt und in dem ganzen Amte keine Frucht 
noch Fütterung mehr vorhanden. Was man haben will, muß man mit Gefahr 
in den lothringischen und trierischen Ämtern Schaumburg und St. Wendel 
abholen. — Exweiler, Schiffweiler, Stennweiler, Mainzweiler, Wemmets¬ 
weiler, Hirzweiler, Neumünster und Steinbach sind durch den trierischen 
Gubernator Clerfontaine ganz in Asche gelegt, in Ober- und Niederlinx¬ 
weiler, Berschweiler und Dirmingen stehen nur noch etliche Häuser. In 
Fürth leben noch zwei Untertanen, Dörrenbach ist ausgestorben bis auf 
zwei kleine Mädchen, Welschbach ganz ausgestorben. Wiebelskirchen ist 
bis auf vier Untertanen ausgestorben. Neunkirchen und Spiesen sind mehr 
als halber abgebrannt, in diesen beiden Orten leben nicht mehr als vier 
Untertanen. Wellesweiler ist fast ganz ausgestorben und teils verbrannt. 
In beiden Städtchen Saarbrücken und St. Johann sind jetztmals nicht mehr 
als siebzig Bürger und diese ganz ruiniert. Auf den Dörfern ist fast niemand 
mehr, sondern die Untertanen teils verstorben, teils aus dem Lande ent¬ 
wichen, sich Hungers und der Soldateska Insolenzien zu erwehren. 
Völklinger Hof oder Meierei, darinnen nicht mehr als acht oder neun 
Untertanen. 
Malstatt sind die Häuser teils abgebrannt, teils abgebrochen und noch fünf 
Untertanen am Leben. 
Gersweiler sind nicht mehr über drei Untertanen am Leben. 
Ludweiler weiß man nicht, ob jemand am Leben, denn lange Zeit niemand 
im Dorf gewesen. 
Naßweiler ist auf den Boden abgebrannt und niemand mehr vorhanden. 
Köllertaler Hof oder Meierei ist soviel als ganz ausgestorben. 
Heusweiler Hof oder Meierei, so halb abgebrannt und wenig Untertanen 
am Leben. 
Quierschieder Hof sind die Untertanen bis auf zwei oder drei hinweg¬ 
gestorben. 
Walschied darin soll noch einer leben. 
Sulzbach ist ganz bis auf ein paar Häuser abgebrannt und leben an Unter¬ 
tanen nicht über zwei mehr. 
Dudweiler ist ganz ausgestorben bis auf zwei oder vier. 
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