Title:
Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken
Creator:
Dasbach, Georg Friedrich
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-7200
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-7928
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hast."" Die Frau Kunz hat auch eineu Schirm stehen lassen, den 
habe ich ihr nachgeschickt. 
P r ü s.: „Sie haben sich nicht darüber ausgesprochen, ob Frau 
Kunz a l l e i u da war oder ob noch Jemand bei ihr war." 
P r ä s. läßt Frau Leist vortreten und fragt Frau Riemer, ob diese 
es gewesen, welche bei der Frau Kunz war. 
Präs, fragt Frau Hubertus, ob sie, als sie in der Anstalt ge¬ 
wesen, unter dem Baume gestanden habe? Frau Hubertus bejaht, 
daß sie hinter der Frau Kunz gestanden habe. 
Vertheidiger Adv Bachern: „Der Zeuge Riemer meint die 
Frau Leist sei dabei gewesen, roährend die Frau Riemer sagt, es sei 
Frau Hubertus gewesen. In einer solchen Sache dürfe man nicht 
meinen." 
Riemer: Er habe sich den Namen aufgeschrieben. 
Vertheidiger Adv. Bache in: Wie Riemer dazu gekommen, den 
Namen zrr erfahren, unb wie die Beglesterinen dazrr gekommen, ihren 
Namen zu nennen. 
Niemer: Die Frau habe das Kind genannt, damit es gerufen 
werde: er könne nicht anders sagen, als das; es die Leist gewesen sei. 
Er könne es ganz genarr nachsehen, da er sich die Namen aufgeschrieben 
habe. Präsident bittet den Zeugen, das Manuskript zu holen. Der 
Zeuge erscheint bald darauf wieder, und sagt, das; es die Frau Hu¬ 
bertus gewesen sei! 
Dr. Thömes.bittet den Präs., den Zeugen Riemer 511 fragen, 
ob er die Marg. Kunz nach dem Namen des Mädchens gefragt 
habe, welches die Marg. Kunz angeleitet haben soll, zu sagen, daß sie 
die Mutter Gottes gesehen habe. 
Zeuge: „Nein." 
Domkapitular Dr. Arnoldi aus Trier, 69 Jahr alt, ist vom 
Herrn Pastor Neureuter als Schutzzeuge geladen. Wie er aus- 
sagt, hat er vom Pastor Neur. einen Brief erhalten!, in welchem ihm 
Neur. mittheilt, eine kranke Frau aus Trier habe bei ihm gefragt, er 
möge die Kinder veranlassen, die Mutter Gottes zu fragen, ob sie (die 
Frau) von ihrer Krankheit geheilt werde; ferner möge er aus der 
Wunderquelle Wasser senden unb Neur. bat nun den Herrn Domkapitu¬ 
lar, dieser Fra;; zu sagen, daß er auf keine der Bitten eingehen könne; 
denselben Bescheid möge er auch noch au einer anderen I Stelle abgeben.
        

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