Title:
Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken
Creator:
Dasbach, Georg Friedrich
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-7200
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-9411
heit war denn auch die Rede von Einquartirung. das; Einquartirung 
bevorstehe. Mag das nun gesagt worden.sein, daß Militair käme, mag 
davon die Rede gewesen sein, ob unmittelbar gleich darnach das Militär 
käme, jedenfalls erscheint es auffällig, daß unter Geistlichen von Ein¬ 
quartirung die Rede ist, und wenn Einquartirung kommt, kann das wol 
nur Militär sein. Es begaben sich dann Psarrer Eich, Kaplan Schütz 
und Pfarer Schwa ab, die zur damaligen Zeit grade da waren, in 
den Wald; Schütz verhielt sich ruhig und passiv, dagegen betete Pfarrer 
Schivaab den Rosenkranz. Pastor Eich fand sich bemüßigt, auch zum 
Volke zu reden, es wurde das Lied gesungen, in welchem der Vers vor¬ 
kommt: „O Maria hilf, das; uns kein Feind kann schaden." Ausfällig 
muß es scheinen, meine Herren, daß, wenn eine Versammlung von 4 bis 
5000 Menschen dort im Härtelwalde zugegen war und man wußte, 
daß Militär kam, daß dann das Lied gesungen wurde. Ich will aber 
nicht sagen, daß das in den Text des Liedes hineinpaßt; indeß wird uns von 
Schutzzengen bekundet, daß Pfarrer Eich die Aeußerung damals gemacht hat: 
„Sorgt dafür, daß keine Unordnung vorkommt, damit unsere Fninde 
uns Nichts nachsagen können." Wenn Militär herankommt, und wenn 
von einem „Feinde" die Rede ist, so scheint mir der Schluß sehr nahe 
zu liegen, daß nur das herannahende Militair damit gemeint ist. Wir 
haben nun andere Zeugnisse, und in der Voruntersuchung ivar es die 
Jjd a Birkenfeld, die positiv bekundete, daß gesagt wirde: „Weichet 
nicht euern Feinden, die Mutter Gottes wird Euch helfen oder schützen." 
Gensdarm Birke nfeld hat diese Aeußerung in der Weise ausgedrückt, 
daß seine Tochter ihm unmittelbar nachher gesagt habe, es sei ge'agt 
worden: „Alleweil kommen euere Feinde, die Mutter Gottes wird Euch 
helfen!" Das Mädchen hat diese Aeußerung, die es in der Vorunter¬ 
suchung für wahr gehalten, nicht mehr aufrecht erhalten können. Nun, 
Sie haben das schüchterne Mädchen gesehen. Der Gensdarm dagegen 
sagte, daß sie ihm unmittelbar nach dem Vorfalle diese Aeußerung 
so mitgetheilt hat, wie es sie früher in der Voruntersuchung bekundet 
hak. Es ist auch zum Beweise drr Zeuge Gemmel erschienen, der uns 
eine Aeußerung der Ehefrau Zick bekundet hat; die Ehefrau Zick soll 
sich in gleicher Weise geäußert haben, daß von „Feinden" und von 
„Schutz" die Rede gewesen ist, woraus die Anklage folgerte, daß der 
Pastor Eich sich der Thalhandlung der „Aufforderung zum Ungehorsam 
vor einer öffentlichen Menschenmenge" schuldig gemacht habe; indessen, 
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