Title:
Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken
Creator:
Dasbach, Georg Friedrich
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-7200
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-9388
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Wendel mitgetheilt, welcher Herrn Neur. mündlich davon Mittheilung 
gemacht habe. 
Präs.: „Dem Hrn. Neur. ist gestattet worden, Abschrift von den 
bei ihm beschlagnahmten Papieren zu nehmen; wenn ihm diese Erlaubnist 
schon vor Abfassung dieser Beschwerde gegeben worden ist, dann würde 
diese Beschwerde gegen ihn sprechen." 
Hr. Untersuchungsrichter Kleber bemerkt, er habe erst nach Ein¬ 
reichung der Beschwerde dem Hrn. Neur. angeboten, sich von seinen 
Papieren Abschrift zu nehmen. 
Der Oberprokurator bemerkt ferner, daß Neur. sich in einer 
Beschwerde an ihn gewandt habe, weil er mit seiner Klage wegen eine» 
gegen ihn gerichteten Schmähgedichtes abgewiesen worden sei. Er (der 
Oberprokurator) billige das Gedicht keineswegs: aber die Verhandlnng 
über die Klage Neureuters sei nur ausgesetzt, nämlich bis nach 
Beendigung vorliegenden Prozesses. 
Vertheidiger Bachem legt u. A. ein Zeugenverhör der von einem 
belgischen Friedensrichter vernommenen Frau Trivu vor, in welchem diese 
aussagt, daß sie das Hoüorar für verschiedene Schristchen über Marp. 
dem dortigen Hrn. Pastor angeboten, das; dieser es aber abgelehnt hat. 
Ferner eine Abhandlung aus derK'^uo religieux cafcholique, m welcher 
die kirchliche Prüfung eines auf Anrufung der Mntter Gottes von 
Marpingen erfolgten Wunders mitgetheilt wird: am Ende derselben ist 
ein Brief Neureuter's abgedruckt, in welchem er sagt, daß die Er¬ 
scheinungen, welche die sogenannten Konkurrenzkinder gehabt haben 
wollen, ihm als dämonische Wirkungen vorkommen. Schließlich legt 
Verth. Bachem eine Broschüre über die Erscheinungen in Dietrichs¬ 
walde vor, welche wesentlich in derselben Weise wie die Broschüren von 
Dr. Thömes und Dicke ähnliche Ereignisse und zwar unter Appro¬ 
bation des Bischofs von Ermeland behandelt: er bemerkt, daß gegen deir 
Verfasser dieser Broschüre (über Dittrichswalde) kein Prozeß eingeleitet sei. 
Der Präs. bemerkt, wenn der Staatsprokurator eines anderen 
Bezirkes nicht einschreite, so kümmere das die hiesige Behörde nicht. 
Oberprok.: „Wenn Schriftstücke überreicht würden, so wolle er 
auch ein Schriftstück über die Metteubacher Erscheinungen vorlegen." 
Dr. Thömes bittet, nochmals das Gutachten des Tr. S ch u b m e h l 
zu verlesen, in welchem der Experte zum Schlußresultat kommt, daß die 
Marp. Erscheinungen auf einer geplanten Machination und Mystistkation
        

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