Title:
Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken
Creator:
Dasbach, Georg Friedrich
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-7200
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-9372
213 — 
behandelt ein Gespräch mehrerer Geistlichen über die Marp. Erschei¬ 
nungen. Anch ein Bries von Fräulein Zewe an Andrä wurde bei Pastor 
Nenr. vorgefunden. Ein Brief des Professors Scherben an Nenr. 
wurde gestern verlesen. Ein anderes Schreiben aus Sauscheid vom 9. 
Oktober 1876 an Pastor Nenr. warnt denselben vor dem nach Marp. 
neuversetzten Lehrer Alten. Ein ferneres Schreiben rührt von einem 
Lieferanten her, welcher ein Sanktuarium anbietet. Dann folgen die 
Briefe einer Lehrerin Blies nnd die des ausgewiesenen Pastors J ox, 
welcher unter dem Namen Lllost in Lüttich sich aufhält. 
Dr. Thömes macht hierbei aufmerksam, daß ihm nach Berlesiing 
des Brieses von Hrn. Jox jetzt klar werde, wie die Mittheilung, Louise 
Lateail habe in Verzückung bei Nennung des Namens „Marpingen" 
gelächelt, in die »Germania' gekommen )\i; dieselbe rühre nicht von 
ihm her- 
Der Brief des Redakteurs der »Essener V o l k s z e i t u n g', in 
welchem derselbe sagt, der Hr. Pastor Nenr. hätte doch, als er von 
„Wundern" sprach, mit mehr Beweisen hervortreten müssen, wurde 
schon verlesen, ebenso der Brief eines gewissen Jausen aus Lüding¬ 
hausen. In einem Briefe aus Mertesdorf wird Wasser verlangt 
für einen jungen Mann aus der Gemeinde Mertesdorf, welcher schon 
ein Jahr kränkelt und bei welchem alle ärztliche Hülfe nichts gefruchtet 
hat. Dann wird ein Zettel verlesen, welcher Notizen enthält, wonach 
Alsweiler, Marpingen und Winterbach kurz vor der französischen Revo¬ 
lution zu Frankreick gehörten und gegen Theile aus der Pfalz ausge¬ 
tauscht wordeir sind. Ein anderer Brief enthält eine Anfrage über 
Wasser und wurde bei Pastor Schneider gefunden. Ferner liegt ein 
Brief des Pastors E i ch vor an den Pastor von Vallendar. - Es gelangt 
nun eine Beschwerde des Pastors Nenr. vom 9. August 1877 an den 
Obcrprokurator zur Verlesung, in welcher sich derselbe beklagt, das; die 
gegen ihn gerichtete Untersuchung keinen Fortgang nehme und ihm seine 
beschlagnahinten Papiere noch nicht zurückgegeben seien. Er habe schon 
am 4. Juni 1877 um einen Bescheid gebeten, aber noch keine Antwort 
erhalten. 
Der Oberprokurator bemerkt dazu, in seiner Verfügung habe 
er darauf erwidert, das; sich die Untersuchung nicht in Händen der 
Staatsanwaltschaft, sondern des Untersuchungsrichters befände; diese 
Antwort habe er durch Verfügung dem Friedensrichter Comes in St.
        

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