Title:
Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich
Creator:
Horstmann, Philipp Bernhard
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-2855
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-5262
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schnitten, die Moselarmee nach dem erlittenen Verlust, ohne Muth, 
ohne Artillerie, ohne Munition und ohne Brod war, so gaben sie 
Landau und Elsaß und den an der Saar liegenden Theil von 
Lothringen völlig verloren. Dies zeigten sie nicht nur in Worten 
sondern in Thaten. In Saargemünd und den umliegenden zur 
Republik gehörigen Ortschaften, wo die Armee lagerte, wurden alle 
Lebensmittel und Getränke dem Soldaten Preis gegeben, alle Tuch- 
und Lederwaaren u. s. w. den Einwohnern abgenommen und densel¬ 
ben bedeutet, daß es besser sei, daß die Soldaten der 
Republik als dieFeinde solche genössen. Noch mehr: die 
Hausväter wurden vor die Municipalitäten beschiedeu und ihnen 
eröffnet, daß, da leider diese Gegend vom Feind occupirt werden 
würde, jeder derselben die Vorsicht gebrauchen möchte 
seine besten Effecten von der Grenze weg weiter nach 
Frankreich zu transportiren, eine Ankündigung, die ver¬ 
schiedene Gemüthsbewegungen erregte, bei einigen Traurigkeit, aber 
bei dem bei weitem größten Theil, welcher des Drucks, der un¬ 
aufhörlichen Räubereien und des Guillotinirens herzlich müde war, 
Freude. Ein Sonnenblick bestrahlte die Armee unter diesen trüben 
Aussichten, die Wiedererlangung ihrer Artillerie. Ich habe Ihnen 
in meinem vorigen Brief geschrieben, daß die Franzosen solche ver¬ 
loren zu haben glaubten und daß als Beweis ihres Verlusts die 
Artilleriepferde mit abgeschnittenen Strängen hier angekommen 
waren. Die Franzosen hatten solche zwischen Kübelberg und 
Waldmohr einige Stunden vom Schlachtfeld stehen lassen. Dort 
stund solche beinahe zwei Tage lang. Von den zurückgebliebenen 
Chasseurs äe Rtieims wollte keiner aus Furcht den deutschen 
Husaren in die Hände zu fallen, so sehr sie ihr Commandant dar- 
zu aufnulnterte, auf Recognoscirung ausgehen. Sie begnügten sich 
damit auf hohe Bäume zu klettern und von solchen zu recognos- 
ciren um beim Anblick eines Preußen der Armee nachzufolgen. 
Endlich gesellten sich einige Chasseurs ä cheval, welche in die 
Wälder geflüchtet waren, zu ihnen; diese verstunden sich dazu die 
Gegend zu untersuchen und fanden die Kanonen und Munitions¬ 
wagen unberührt an der Stelle, wo sie die Franzosen gelassen 
hatten. Der Commandant meldete es ins Hauptquartier. Nach 
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