Title:
Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich
Creator:
Horstmann, Philipp Bernhard
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-2855
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-5239
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nahgelegenen republikanischen Einwohner selbst, wie ich Ihnen 
bereits in meinen vorigen Briefen gemeldet habe. 
Am meisten Mühe mags dem nnbärtigen Urtheilsverfasser, 
wenn es nicht der schändliche Ehrmann selbst verfasset hat, ge¬ 
kostet haben, dem Publikum einige Verbrechen des armen Nickel 
Huppert aufzutischen. 
Er soll von Valentin Müller zum Meyer gemacht worden 
sein. 
Wenn man bei einer solchen Geschichte lachen könnte so 
müßte man es gewiß bei dieser Stelle thun. Diese Meyerernen¬ 
nung ist ohngefähr in dem Verhältnis, als wenn ein Amtmann 
einen Präsidenten ernennen wollte. Der Meyer ist das, was 
an andern Orten der Schultheiß ist, und wird von der Herr¬ 
schaft ernannt. Der Gerichtsmann ist ein Schöffe und steht 
unter ihm. Valentin Müller konnte also den Nickel Huppert 
nicht zum Meyer machen, hat es auch niemals gethan, und 
Nickel Huppert folglich als simpler Gemeindsmann, der nichts 
zu befehlen hatte, keine Contribution auf die Patrioten legen, 
und von der Plünderung der Freiheitsmänner litt er selbst 
großen Schaden. 
Daß er die Frau-ausgesetzt habe. 
Das böse Gewissen trieb den Erzbösewicht Johannes Mohr 
bei Ankunft der Deutschen über die Saar zu den Franzosen zu 
flüchten. Das rechte Saarufer wurde sogleich dicht mit deut¬ 
schen Vorposten besetzt, so wie das jenseitige linke Ufer von 
Franzosen. Nun ließ sich Joh. Mohr am jenseitigen Ufer 
sehen, und seine Frau beging die Thorheit diesseits an die 
Saar zu gehen und mit ihrem Manne zu sprechen. Da diese 
unerlaubte Entrevue von den Vorposten bemerkt werden mußte, 
so bedurfte es wahrlich keiner Anzeige von Nickel Huppert um 
solche an ihre Pflicht zu erinnern, welche sie auch, sobald sie die 
Unterredung wahrnahni, dadurch erfüllte, daß sie die Mohrische 
Ehefrau mit Rippenstößen von dem Ufer wegtrieb. 
Und dieses mußte vor dem Publikum als ein Grund zum 
Todesuriheil eines Menschen ausgelegt werden? 
Genug hiervon. Machen Sie die weitern Anmerkungen selbst.
        

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