Title:
Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich
Creator:
Horstmann, Philipp Bernhard
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-2855
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-5199
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hat also nach einem 2stündigen Marsch Rasttag bei uns gemacht 
und alle Bequemlichkeiten z. B. gute Betten von ihren Wirthen 
verlangt, die ihnen nebst allem, was sie weiter verlangten, wie Sie 
wohl denken können nicht abgeschlagen wurden. 
Der Himmel weiß, wie es uns weiter ergehen wird. 
So unangenehm es ist, so will ich Ihnen dennoch um Ihre 
wahrscheinliche Neugierde zu befriedigen noch eine ganz kurze Be¬ 
schreibung von der Guillotine ambulante, dem Costume der Re¬ 
volutions-Richter und der Armée révolutionnaire machen. Die 
Guillotine ambulante ist mit einer feststehenden völlig einerlei, 
nur im kleinen. Das Schaffot ist ohngefähr 14 Fuß lang und 
8 breit und stehet aus einem 4 rädrigen Wagen. Eine Treppe 
liegt darauf, welche bei der Hinrichtung hinten herabgeschlagen 
wird. Offiziers und Soldaten der Armée révolutionnaire sind 
ans verschiedenen Truppen - Corps ansgehoben, und nur die enra- 
girtesten sogenannten Patrioten dazu genommen worden. Sie 
tragen ihre vorige Uniform, und ihr Unterscheidungszeichen ist 
ein blutrother Federbnsch und eine Binde gleicher Farbe um den 
linken Arm. 
Der Anzug der Revolutions-Richter ist so, wie er sich für 
dergleichen Leute schickt: schwarze Unterkleider mit rothen Aus¬ 
schlägen, über diese ein langer blutrother Talar mit schwarzem 
Futter, Ausschlägen und Kragen, ein schwarzer runder Hut mit 
blutrothem Federbusch und Band, auf der Brust an einem 
schwarz und rothen Bande eine Medaille mit einer Devise, die 
die Mordsucht dictirt und geprägt hat, la mort aux aristoerates 
et aux égoistes konnte ich in der Geschwindigkeit davon lesen, 
und hierunter kann jedermann, 8i placet, begriffen werden. Neh¬ 
men Sie noch dazu Gesichter mit ungeheuren Schnurrbärten und 
Augen, die für Mordlust funkeln. Nehmen Sie dazu, daß man 
auf ihren Talaren das Blut so vieler Unschuldigen kleben sieht, 
und welches sie wahrscheinlich geflissentlich darauf kleben lassen, 
und zweifeln Sie noch, ob der Anblick nicht Todesschauer über 
uns ansgießt. Genug für heute, die Nacht hat bereits ihr Dunkel 
über uns ausgebreitet, deckt die heutige Schandthat, und unter 
ihrem wohlthätigen Schwarz will ich unbemerkt noch einen oder
        

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