Title:
Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich
Creator:
Horstmann, Philipp Bernhard
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-2855
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-5038
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aus ihrer Brust verbannt haben, dennoch aufs äußerste rührte, 
und als wir aufgefordert wurden, gaben wir den Räubern unsrer 
Betten auch noch unsre Strohsäcke, das einzige Lager, was manchem 
übrig geblieben war, mit solcher Bereitwilligkeit her. Wir eilten 
so sehr diesen Unglücklichen ihre Lage zu erleichtern und sie nicht 
eine Stunde länger durch unsre Schuld einer Erquickung entbehren 
zu lassen, daß selbst Ehrmann, cul aes triplex circa pectus, daß 
selbst Ehrmann, der unwürdig der Stelle, die er bekleidete, mit 
kaltem oder vielleicht heißem Blute den Räuber und Mordbrenner 
machte, davon gerührt schien, unser Betragen öffentlich lobte und 
dabei gestund, daß er solches nicht erwartet hätte. Vermuthlich 
mochte ihm sein Gewissen sagen, daß die Franzosen, und er am 
wenigsten, es nicht um uns verdient hatten. Wenn er menschliches 
Gefühl hätte, so würde solches bei dem Wehklagen der Blessirten 
aufgewacht sein und ihm einen Theil seiner Schandthaten vorge¬ 
worfen haben. Wäre das Schloß nicht durch ihn abgebrannt 
worden, so Hütten solche alle Raum und Bequemlichkeit in dem¬ 
selben gefunden. Allein jetzt mußten sie in einige Privathäuser 
gelegt und auf engen Treppen in die zweiten und dritten Stock¬ 
werke geschleppt werden, welches ihre Schmerzen vermehrte. Viele 
starben unter lautem Schmerzgefchrei unten den Händen derer, die 
sie trugen. 
Am 2 len mußten die Leichtblessirten nach Metz zu Fuß ab¬ 
wandern, denen hernach die übrigen minder gefährlich Verwundeten 
auf Wagen nachfolgten, die ganz Gefährlichen blieben hier. 
Die Furcht der Franzosen nach dieser Affaire war unbe¬ 
schreiblich, da sie selbst ihren Verlust ungeheuer groß, manche zu 
25 000, die gemäßigtem zu 15 000 Mann angaben und sie jeden 
Augenblick den Feind wieder hier zu erblicken erwarteten. Die 
Nachricht, daß ihre Artillerie nicht verloren sei, richtete sie wieder 
ein wenig auf. Deswegen ging auch eine ungeheure Anzahl Wa¬ 
gen, welche im ganzen Lothringen aufgeboten worden war um in 
und jenseits Zweibrücken den Raub besonders an Früchten und 
Fourage abzuholen, hier durch, dahin ab. Als aber diese am 3ten 
in der größten Eile leer zurückkehrten und die Nachricht mitbrach¬ 
ten, daß ein Theil derselben den Deutschen in die Hände gefallen
        

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