Title:
Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich
Creator:
Horstmann, Philipp Bernhard
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-2855
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-4990
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noch mehr ist, es soll ihnen erlaubt sein unter der Republik und 
seinem Schutz diesen Weg zu betreten. 
Sollte man nach diesem Eingang nicht vermuthen, daß wenig¬ 
stens von dem Stein der Weisen oder was in der gegenwärtigen 
Lage noch mehr wünschenswerther sein würde, von Brod, Fleisch 
und Kartoffeln die Rede wäre, allein am Ende klärte es sich auf, 
daß das Decret nichts weiter enthält als die Erlaubnis Holz aus 
den verbrannten und zerstörten herrschaftlichen Ge¬ 
bäuden zu stehlen. Damit diese Wohlthat ihrer Bestimmung 
gemäß nur den Armen zu gut kommt und sie von den Reichen 
nicht dabei verkürzet werden können, ist die Verordnung hinzuge¬ 
fügt, daß das gestohlne Holz bei Strafe der Confiscation des 
Zugviehs und des Wagens nicht nach Haus gefahren sondern 
nur getragen werden darf, weil Ehrmann vermuthlich glaubt, 
daß die Reichen, welche sich schämten Schanzarbeit zu verrichten, 
noch weniger Holz stehlen und tragen würden. 
Eigentlich hat derselbe aber nur seine Capaunen gefüttert. 
Denn da jeder Hauswirth seinen Einquartierten Holz zum Kochen 
und Einheizen liefern muß, welches aber bei dem herrschenden 
Holzmangel und dem Mangel an Fuhren eine Unmöglichkeit war, 
so litten diese so viel als wir durch solchen. Diesem ist durch das 
Decret abgeholfen: Wir dürfen Holz stehlen und auf dem Buckel 
nach Haus tragen, damit sich die Franzosen dabei wärmen können. 
Das Lumpengesindel in den Städten, (denn wo ist ein Ort rein 
davon,) bediente sich dieser Erlaubnis aus Muthwillen und Ge¬ 
winnsucht, mancher Besserdenkende aus Noth. Die Franzosen sind 
auch nicht müßig dabei, und der bisher verschont gebliebene herr¬ 
schaftliche neue Rotenhof ist von ihnen zerstört und alles Holz¬ 
werk ausgebrochen worden, welches sie nebst den Ziegeln u. s. w. 
verkaufen. Dagegen aber ist es streng verboten aus den in der 
Nähe der Städte befindlichen Waldungen Holz zu holen, aus der 
natürlichen Ursache, weil die Republik dasselbe zu eignem Nutzen 
verwenden will. Auf höhern Befehl muß der Stadtmagistrat auf 
unsre Kosten unaufhörlich Brennholz schlagen und in das Holz¬ 
magazin nach Saarbrücken führen lassen. Dort laden es franzö¬ 
sische Fuhren auf und bringen solches nach Metz, wo es verkauft
        

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