kulturelle Tradition wieg. weit schwerer als der oberflächliche
französische Binfluss früherer Jahrhunderte.
Während dieser langen Zeit wurde das Industriegebiet der
Saar zunächst vom preußischen Staat, dann vom Reich verwaltet,
Iie tüchtigen preußischen Verwaltungsbeamten, die
in das Land kamen, behandelten die Saarländer als ein
zweitklassiges Grenzvolk. Sie gaben den Saarländern keine
höheren Bildungsanstalten und nur geringe Möglichkeiten, zu
führenden Stellungen in der Verwaltung ihres eigenen Landes
aufzusteigen, Sie versäumten es, bessere Verkehrswege von
ier Saar zum Rhein zu schaffen, öüie dazu beigetragen hätten,
der Saar eine günstigere Ausgangspogition im Konkurrenzkampf
mit der Ruhr zu geben
Im Preußisch-Franzögsischen Krieg und im Zrsten Weltkrieg
stand die Saar auf der Seite des Reiches, Am Ende des
Ersten Weltkriegs wurde sie —- auf Grund ihres industriellen
Werts zum Streitobjekt geworden - dem Völkerbund unterstellt.
Die 15 Jahre dauernde Zeitspanne dieser Verwaltung
war insofern von Bedeutung, als sie dem Saarvolk den Anfang
des Bewusstseins ihrer Identität als Saarländer vermittelte.
Die Verbindung der Saar Zu Lothri. ä“ aufrechterhalten,
Zollerleichterungen W.
als auch nach Deutschland
einen beträchtlichen Antec. am intorr
hielt. Aber zu gleicher Zeit wurden die Bewohner der Saar,
zusammen mit den Grenzlanddeutschen in Österreich, von einer
Welle deutscher nationalistischer und militärischer Überheblichkeit
erfasst.
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Die Saarländer teilten diese Begeisterung eher, weil sie
sich als kleines Volk mit einem gT0oßScCH, mächtigen Nachbarn
eins fühlen wollten, als weil sie überzeugte Anhänger der
Nazi-Ideologie geworden wären, Saarländer waren nie
Führeranbeter, Aber sie glaubten am Hitlers Versprechung,
dass der Anschluss an das Reich sie aus der allgemeinen
Wirtschaftskrise führen würde. Die Saar wurde von Nazl-Propaganda
überschwemmt. Hitler, der zunmgenfertige Verkäufer,
versprach ihnen tausend Jahre Wohlstand und versicherte
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