im Garten, Brauns verbringen den Feierabend nach alter Art,
im Kreise der Familie. Zin Rundfunkgerät haben sie sich noch
nicht leisten können, viele ihrer Nachbarn besitzen jedoch
bereits eines, Adolf setzt sich an's Klavier und spielt
einfache Melodien, seine Jungen begleiten ihn auf dem Waldhorn
und dem Akkordeon, Die Familie Braun bezieht im
Abonnement eine illustrierte Zeitschrift, die im Elsaß geiäruckt
wird, auferdem das einmal monatlich erscheinende
Gemeindeblatt. Diese Zeitschriften lesen sie vom ersten
bis zum letzten Buchstaben, ebenso die wöchentlich erscheinende
Zeitung aus der nächstgelegenen grösseren Stadt,
Die Kinder des Dorfes haben kein Geld für die illustrierten
Jomic-Hefte, die in Europa augenblicklich große Mode sind.
Adolf und die Jungen sind Fußballnarren, sie verfolgen
nit lebhafter Anteilnahme die Spiele der Nationalmannschaft
der Saar sowie der Örtlichen und der Zechenmannschaften,.
Der kleinste Junge möchte Fußballspieler werden, wenn er
groß ist. "Du bist dumm", sagt sein älterer Bruder,
"Fußball ist zum Spaß da. Für die Dinge, die Spaß machen,
wird man nicht bezahlt!" Was das Ausgehen anbetrifft, so
besteht es meist in einem Sonntagnachmittagspaziergang in
AÄie nahen Wälder.
Am Samstagabend geht es im ganzen Saarland vergnügt zu,
Die Bergleute und ihre Frauen sitzen in den Wirtschaften
gemütlich zusammen, trinken Bier, singen und scherzen.
Wenn um vier Uhr morgens nicht Polizeistunde wäre, würden
viele die fröhliche Sitzung bis zum Morgen hinziehen.
Am Sonntagmorgen jedoch gehen alle zur Messe, Die Religion
ist seit vielen Generationen in der Gemeinde fest verankert,
und die Kirche bildet den geistigen und gesellschaftlichen
Mittelpunkt der Ortschaft.
Soweit Adolf und Ilse ihre Familien zurückverfolgen können,
8ind die Männer Bergleute gewesen. Adolf würde seinen
Beruf für keinen anderen in der Welt eintauschen., Die Bergleute
wollen nicht nur in ihrer Heimatgemeinde bleiben, sie
wollen auch in der gleichen Grube und mit der gleichen
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