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„Acheit und Wohlfahrt des Saarlandes”
Jahrgang ? Nr. 7
Deutscher Gewerkschaftsvorschiag zum Mitbestimmungsrecht
Düsseldorf. Der deutsche Gewerkschaftesbund
hat der Buudesregicrung,
den Mitgliedern des Bundesrats
und Bundestages sowie den Länderchefs
einen Gesectzesvorschlag zur
Neuordnung der deutschen Wirtschaft
und damit zur Regelung de M tbestimmungsrechte
der Arbeitnehmer
überreicht. Der DGB regt an, den Geseizesvorschlag
im Bundestag als
überparteilichen Initiativantrag zu behandel.
Nach dem Vorschlag sollen
in Großbetriebe‘ı mit mehr als 300
Belegschafismitgliedern ode: drei Milonen
Mark Eigenkapital Aufsichtsoder
Beiräte gebildet werden. deren
AM iglieder zur Hälfte vom DGB oder
beauftragien Organen vorgeschlagen
werden. Daneben sollen in den Großbetrieben
sogenanäte Wirischaftsausschüsse'‘
bestehen. die die Geschäftsführung
I allen Fragen beraten.
für die die Aufs chisräte nicht
kompetent zind. Die Mitglieder dieser
Ausschüsse sollen je zur Hälfte
von der Betriebsvertre&iuume und zul
anderen von der Geschäfteführung
nominiert werden. In M tteibetrieben
mit mehr als 20 Belegschaftemitgliedern”
soll die Geschäfisführung laufend
von einem paritätisch besetzter
Wirtschaftsausschuß beraten werde:
Se une Zustimmung Ist bei allen Maß
uuhmen und Beschlüs=en der Geschäftsführung
notwendig, sofern de:
Betrieb mehr als hundert Personeti
beschäftigt. In Mittelbetrieben, die eit
Auf>ichtsorgan haben delegiert der
Betriebsrat zwei Vertreier mit Sitz
ung Stimme, Eine von Gewerkschaftsira
Unternehmervertretern paritätisch
be-etzte Wirtschatfiskamme:
übernimmt nach dem Vorschlag das
Auf{gabeungebiel der Indusirie- und
Handelskammern. Die Handwerksund
Landwi'rtschaftskammern soller
ähnlich aufgebaut werden. Der Vorsitzende
der paritätisch besetzten
Präsidien der Kammern soll für die
Dauer eles Jahres abwechselnd vor
Gewerkschaften und Unternehmerr
oextellt werden. Auch die Landw rizchaftsräte
sollen paritätisch besetzt
werden. Schließlich soll ein Bundeswirtschaftsrat
die Bundesregierung
und das Parlament bei e’nschlägiger
Goes tzes- und Verordnungsentwürfer
beraten. Er hat ein Urntersuchungsrecht
und die Befugnis. fachliche Beiröüte
oder Ausschüsse bei den Bundesoreanen
"zu besetzen. Der Bundeswu
rıschaftsrat soll aus 150 Mitgliedern
bestehen. die allen Sparten der Wirischaft
entstammen Auch hier eilt die
Diritätische Besetzung, In dem Geau
zesxvOörschlag wird hervorgehoben
dad die Mitglieder sämtlicher Gremen
nicht. an Weisungen und Aufträge
gebunden, sondern allein ihrem
Kiwissen verantwortlich sein sollen
[T”- Gewerkschaften begründen ihren
Vorschlag vor allem damit daß es
tiicht mehr den. Labens- und. Wirtschuüfisbed
agımgen der heutigen Zeit
ga spreche. wen? sich in- den Betr eber
tie--Willessbildung ausschließlich
suf der Grundiune log Resitzrect’e
val’kdiche De ale Khefrechtigte DPoeei-Fauna
der Arbaitrehmoat set ‚de
VMarausse'zun für das FPFuaktionie on
jer juugen Demokratie, Es sei kein
Angriff aul die „Unternehmerinitia--ive‘“
beabsichtigt, sondern die arbeienden
Menschen wollten an de: unernehmerischen
Leistung teilnehmen
Jeute nehme das Kapital die Arbeitszräfte
über den Arbeitsvertrag in Ssei-1en
Dienst. Es entespräche eher der
Nürde des Menschen. wenn die Ar-„eit
die sachlichen Produktionsmittel
on den Eigertümern miete oder
jachte, Das Risiko eines -Unternehnens
trage nicht der Unternehme:
allein, <ondern vom guten ode
schlechten Geschäftsgaung hänge auct
lie wirtschaftliche Exietenzgrundliage
ıller Belegschaftsmitglieder ab. Dei
Aufsichtsrat der Betriebe dürfe nich
ı1ur von den meist uninteres=ierten
ıd durch. die Banken vertretenen
\ktionäre besetzt sein. Die Gewerkchaften
wollen im übrigen durch Ar-’>eitnehmervertreter
in den Aufsichts-‘:äten”
keine Monopolkstellung haben
mn der Regel’ sollten in den Arbeit-‚ehmervertretungen
zur Hälfte auch
zelegschaftsmitglieder herangezogen
werden. Ein Gewerkschaftsmonopol
zönne sich auch deshalb nicht ergeen.
‚weil die Gewerkschaften demosratsch
aufgebaut saiem an! keirmve
auforitären Führungsorgatne besäßen
Die Entsendung gewerkaschattlicher
Vertreter werde im Gegenteil das beeit«
vorhandene Monopol der Mana-5er
und einiger Großaktionäre durchörechen.
Die in diesem Zusammenhazug
on seiten der Unternehmer erhobeı1jen
Vorwürfe würden nicht von der
Zohlen- Siahl- und Eisenindustrie
‚ertreten. Das zeige. daß sich dort die
ärkenninis Bahn gebrochen habe, daß
le Vertretung der Arbeitnehmerscha"
nsitiv zu beurteilen sei
Mitbestimmung des Betriebsrates
bei Arbeitsprämien
Nach einem Urte:]1 des Landesar-„eitsgerichts
Freiburg vom 1. November.
1949 ist das Mitbestimmungs--echt
auf «Äämtliche Leistungen auszttjehnen.,
die die Lohn- nnd Arbe %-sedingungen
der Belegschaft beeitt-Yussen.
Das gilt hiernach auch für
'reiwillige Leistung. Somit ist die Ein-'‘ührung
eires Prämiensystems, die
Bestimmung der Gesamthöhe der Pränien
und die Zahlungsdauer ebenso
dem Mitbestimmungsrecht. der Arbeitnehmerschaft
unterworfen, wie die
Aufteilung der Prämien auf die Ber'ohannechäriseen
Die Lage aut dem internabonalen Arbeitsmarkt
Sinkende Arhbeitsiosenzahl im Bundesmit
5070, Hamburg mit 2214, Bremen
mit 1622, Baden mit 1284 md Württemhere-Hohernzaoltern
mit 1000
vehbiet
Nach den vorliegenden Mehlungen
us den Ländern ging die Arhbeitslosenzahl
in der Bundesrepublik in der
arsten Junihältte um rund 60 000
zurück, Sie hefrus® am Monutsanfanır
um 1668006 und Mitte Hunt rund
1 GOS 000
Damit sank die Arheitslosiykeit im
Aundesvehlet seit Märy 1950 um rund
371 000, 77
Arbeitsiosenzahl bei Frauen erstmalig
zurückzezanzen
Damit verzeichneten sämtliche Län-4er
der Bundesrepublik eine Ahnahme
der Arbeitslosenzahlen. Für die rauen
wurde lediglich noch eine vgringe Zu:
nahme aus Rheinland-Pfalz (plus 995
und aus Bremen (plus 166) ‚gemeldet.
In dem Communique des Arbeitsmintsteriums
wird dazır hingewiesen Jaß
die Entwicklung im französischen BesatzunÄsgebiet
yünstizer gewesen sel,
als in den Zahlen zum Ausdruck komme,
Dort wurde im Mai zum ersten
Male eine größere Zahl arbeitslosel
Vertriebener ats anderen Ländern auf-"Yayamman
Die Zahl der arbeitslosen Männer
zine im Mai um rund 99000 zurück
Zyrstmaligy ist auch in diesen Mona
>»ine nennenswerte Entlastung auf den
Arbeitsmarkt für Frauen einyvetreten
Tier hetrue& der Rlückeane rund 16500
Die Lage auf dem britischen
Arbeitsmarkt
Nach einer Lrklürung des Bundesirbeitsmirästerium
ist der bisherige Geamtrückgane
von rund 374 000 insoern
beachtlich, „als sich das Arheitsyeschaftunmgsprogramm
der Bundesresierung
infolge der Schwierigkeiten bei
Jer Herauszabe der Kredite erst in geangzen:
Maße auswirken konnte“, Der
Zfcksung Im Mai wird aut! die ansteisende
Bautätiekeit, aber auch auf? die
sehesserte Beschäftizungslage in verschiedenen
Zweigen der Produktiousnuticlerzeuzung,
der Konsumnegüterher.
stellumez, sowie. auf die Belehung Je:
Fremdenverliahre zurücksveführt
Londen, Die arbeitsfähige Bevölzerung
Graßhritanniens beirug am
‚5. Mai dd. J. 23351000 Personen
Dazır kommen noch die am sleichen
Tage Militärdienst leistemlen 704 004
Aqeüder
Zu zleichem Zeitpunkt zählte map
4.700 Arbeitslose, gegenüber 320 00
Mitte April. Die Situation hat sich
demzufolge erwas q6hossert
Rückzyang der Arbeitslosigkeit in
Dänemark
Kopenhagen, Die Arbeit»losigkelt,
die in Dänemark bei ‚Jahresande
einen heträchtlichen Umfang angenonımen‘
halte, nahm im Laufe des
Monats März um rum 29.000 Personer
ab. Gegenwärtig zählt man noch üher
57 000 Erwerbslose bei einer Gesamt
zahl von 627000 Mitgliedern der Are
Z3eitslosenversicherungs
Den wsötern Rückzung all Arpelle-Iosen
halte wiederum nrıt 44340 Bayarlı
zu Verzeichen, Es Tolyren Viedersachsen
mit 21668 Schleswig-Hostein
init 12228,/ -Norarhein-Westfalen mit
1640, Hessen mir 10556, Württemhere-Buden
mit 5671, Rheinlaed-Pfailz