Seile
Volk zum Verhängnis geworden sind
Daß der Unwille großer Kreise des
Volkes sich auch gegen die Arheitsämter.
als die am stärksten in Erscheinung
tretenden Dienststellen der Atbeitsverwaltung
gerichtet hat, ist ganz
natürlich; es war die gesunde Reaktion
auf die angewandte Methode des Zwanyes.
Wine an sich nützliche Einrichtung
darf aher auf die Dauer nicht verfem‘
‚Arbeit und Wollfahrt des Saarlande
eiben, weil sie sich in schlechten Hänlen
befunden hat und mißbraucht worden
ist. Ich wiederholc deshalb:
Das Haus, das hier steht, dient Zu:
Vereinfachung und Verbesserung und
nicht zur Aufblähung eines Verwaltunugsapparates,
Es dient auch nicht als
sogenannte Villa für den Arbeitsmiaiter,
wie hier und da böse Zungen hbeauntel,
hahen
JJahrraney
= B
ar.
Es liegt nunmehr nicht allein an mb
ıls Arbeitsminister, was aus dieser Min.
richtung wird, sondern auch am den
Vertretern der Arbeityzeber und Arbeit«
nehmer, Möge jeder mithelfen, das dare«
aus zu machen, was wir hier im Sulzbach-
und Fischbachtal 0 dringen“
brauchen, —- eine Börse des Arbeits
warkteal CHück auf!
Arbeitserlaubnis für ausländische *rbeitskräfte
Yon Jakob Trampert
Im Saarland herrscht die Schwerindustrie
vor, die überwiegend den
vollarbeitsfähigen Arbeitskräften ÄAr-Deitsgelegenheit
bietet, aber auch infolge
der Schwere der Arbeiten die
Arbeitskräfte vorzeitig verbraucht.
Daraus resultiert unsere gegenwärtige
Arbeitslosigkeit, Die AM gine Arbeit
angewiesenen Menschen können gie
vorhandenen freien Arbeitsplätze nicht
zinuehmen; sie sind wegen ihrer geingen
körperlichen Leistungsfähigkeit
arbeitsbehindert. Es fehlt also im
Saarland an leichten bis mittelschweren
Arbeitsplätzen.
Nicht minder groß sind die Bedürfnisse
der saarländischen Industrie hinsichtlich
der beruflichen Fähirykeiten
der von ihr benötigten Fachkräfte, Die
Mnöätallverarbeitende. Industrie hat noch
Zr N
Die Zahl der Beschäftigten (Arbeitnehmer) Ende Mai 1950
aufgegliedert nach Arheitsamtshezirken und Berufsgrunya)
nach Arbeitsamtsbezirken:
Beschäftigte Arbeitnehmer mit Wohnsitz
im Saarland
Beschäft. Arbeitnehm.
m. Wohnsitz
außerhalb d.
ss 1 Saarlandes
65 &
AO
55
Arbeitsamisbezirke
3E
30
>
ni
Fraıen
Saarbrücken 133 23951 + 207 1310 —
Neunkirchen 172 9549 + 52 2559 26
Saarlouis 125 9191 — 82 111 22
3t Ingbert ‘11 6138 + 29 1951 81
Wadern 159 1136 + 38 79 2
Arbeitsamtshez. zus 272679 — 978 222714 + 734 449685 + 2144 6010 130
b) nach Berufsgruppen:
Landw. Berufe -3634 + 34 2648
Forstw. Berufe 1119 — 5 864
Bergleute - 49867 — 327 49403
Steinarbeiter 3528 + 253 2755
Metallarbeiter 54173 + 24 53761
Spielwarenarbeiter 25 - ) 25
Chemiearbeiter 7 839 + 765
Gummiarbeiter 93 0 93
Textilarbeiter "7 415 -— 63
Papierarbeiter 421 + 194
Lederarbeiter 980 + 4 925
HotzarbeiteT 7985 + 62 7902
Nahrungs- u. Genußmittelarbeiter
Bekleidungsarbeiter
Friseure u. Körperpflege-Berufe
Bauarbeiter
Graphische Berufe
Reinigungs- u. Desinfektionsarbeiter
997 + 6 732 +
Bühnnen-Filmarbeit. - 20- 1 19
Gaststättenarbeiter 1853 — 31 510
Verkehrsarbeiter 18970 + 2315 17153
HAausgehilfen 13.673 63 433
Hilfsarbeiter 22.215 450 18384
Mascninisten, Heizer, * 22 25 _.4478
Kaum Büroberufe 4 33 88 27415
Ingen u Techniker 7246 12 7032
Sonsiige Berufe 5574 8 2747
Arbeitskräfle onrnrc
teste: Berut
Perutsgruppen zus. 272679 1. 978 222714 + 73449965 41 244 6010 130
einen Bedarf an ersten Fachkrätten
für spanabhebende Werkzeuge. Im
Baugewerbe fehlen überwiegend Mau«
ver, Betonarbeiter, Zimmerer und Bat,
schreiner. (Soweit diese fehlenden
Kräfte nicht in ausreichender Zahl
herangehildet werden können, sind sie
von außerhalb des Saarlandes zur Arhbeitsaufnahme
zugelassen.) Schlieftich
hat noch die Landwirtschaft einen er«
heblichen Bedarf an Arbeitskräften,
Ihr kann von außerhalb des Saarlandes
ur mit solchen Kräften gedient wer«
den, die gewillt sind, für dauernd in
jer Landwirtschaft zu arbeiten. .Aueb
beim Auf- und Ausbau einer Fertigindustrie
(Leichtindustrie) werden hier
und da noch Anzestellte als Soeziak
kräfte gesucht.
Die hier anyedeuteten Merkmate
berufliche und körperliche Fähiykeiten
der Arbeitskräfte, und die Aufnahmefähigkeit
der Wirtschaft bilden die
Grundlage bei der Beurteilung von
Anträgen auf Erteilung der Arbeits
erlaubnis, Alle Maßnahmen, die ge
zignet sind, die Hereiunnahme von Ar«
seitskräften von außerhalb des Saar
‚andes zu fördern, olıne diese und andere
Merkmale zıt berücksichtiyen,
zehen zu Lasten des saarländischer
Arbeitsmarktes und damit zu Lasten
der Wirtschaft. Die Arbeitserlaubu
kann daher nur zur Ausübung einer
5estimmten Tätigkeit oder für einet
Mangelberuf erteilt werden. —
einer Verfügung ‚an die Arbeitsämter
hat der Arbeitsminister angeordnet,
alle Arbeitnehmer, die im Besitze des
Personalausweises B sind, auf Antrag
von dem Nachweis einer Arbeitserlaub.
nis zu befreien. wenn sie bereits, vo!
dem 20. 11. 1947 im Saarland ihrer
ständigen Wohnsitz hatten.
Die Arbeitsvermittlung w.rd- olme
Zwang durchgeführt, d. h., der Arbeit“
nehmer kann seinen Arbeitsplatz fre
wählen, Der Arbeitgeber kann nicht
zur Einstellung einer bestimmten Person
gezwungen werden. Dageger
dürfen Arbeitskräfte von außerhalb d&
Saarlandes von einem Arbeitgeber
Saarland erst dann beschäftigt werden
wenn die durch das Ministerium für
Arbeit und Wohlfahrt erteilte Arheits«
arlaubnis vorliegt,
Die Arbeitsverwaltung ist ”emühr
entsprechend der Verordnung über di
Tätigkeit der Arbeitsämter in Arbeits
und Lohnfragen vom 1. 6. 46 der saarländischen
Wirtschaft die erforder«
lichen Fachkräfte zuzuführen und det
vorhandenen Arbeitskräften im Saar.
land einen Arbeitsplatz zu sichern. Um
dieses Ziel zu erreichen, sind die Be“
rufsorganisationen der Arbeitnehme
und Arbeiteeber zur Mitarbeit aufge
pufen