Full text : 2.1949/50 (0002)

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Das

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Anläßlich des Richtfestes beim Neubau
 der Arbeitsamtsnebenstelle Sulz«
bach richtete Arbeitsminister Kirn
an die Bauarbeiter und geladenen
Gäste u. a. folgende Ansprache: ”
Das Haus, das hier in seinem ersten
und wichtigsten Bauabschnitt fertiggestellt
 wurde. ist nicht nur standortmäßig
 und zweckvoll, sondern auch architektonisch
 gut gewählt.
Ich danke den Planemrn und allen
Bauausführenden für ihre fleißige und
solide Arbeit.
Standortmäßig mußte ich zwei Forderungen
 stellen:
1. An die Stelle der 4 Arbeitsamts
nehenstellen. das sind Sulzbach, Dudweiler,
 Friedrichsthal und Quierschied
muß aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung
 und einer besseren arbeitsmarktpolitischen
 Planung eine Markteinrichtung
 für das Sulzhach- unt
Fischbachtal geschaffen werden, die fü:
das ganze Gebiet, in dem fast 70004
Menschen wohnen, zentral gelegen ist
Diese Forderung dürfte erfüllt sein.
Die zweite Forderung lautete“

Sparsame Bewirtschaftung der von
den Beitragszahlern aufgebrachten Mittel,
 und zwar im Hinblick auf spätere
Gebäudeschäden in diesem so starken
Bergschädengebiet. Daher die. Sicherungsbauweise,
 Die Mehrkosten werden
sich. so hoffe ich, bezahlt machen,
Was nun die Zweckmäßigkeit des
Gebäudes betrifft, so muß ich auch an
dieser Stelle sagen. es ist kein Bürooder‘
 Verwaltungsgebäude im üblichen
Sinn: es ist das „Haus der Arbeit“. Es
soll ganz im Dienste des Menschen und
der Wirtschaft stehen.
Heute im Zeitalter der Industrie ist
weder ein Arbeitgeber noch ein Ara
beitnehmer imstande, sich auch nur annähernd
 ein Bild über die fast täglich
wechselnde Lage auf dem Arbeitsmarkt
und in den einzelnen Berufen zu
machen, oder glaubt jemand im Ernst,
daß bei fast 700 Arbeitsverrichtungen
und anerkannten Lehr- und Anlernberufen,
 bei Tausenden von Betrieben,
der standörtlichen Verschiedenheit und
dem ständigen Kommen und Gehen auf
dem Arbeitsmarkt und im Berufsleben
der einzelne noch in der Lage sei zu
sagen, das ist der aufsteigende Beruf,
und das sind die absterbenden oder die
Modeberufe, dort geht in der Industrie
oder in dem einen oder anderen Wirtschaftszweig
 die berufliche Entwicklung
aufwärts oder abwärts; hier werden Arbeitskrälte
 gebraucht und dort ist ein
Veberschuß? Weil das nicht möglich
ist, deshalb die Markteinrichtung .„Arbeitsamt‘“,
 oder soll etwa der Arbeiter
wieder mit der Mütze unter dem Arm
von Werktor zu Werktor laufen und
wie ‚ein Bettler um Arbeit nachfragen,
also ganz auf seine eigene Umschau
angewiesen sein? — Wer eine solche
Auffassung vertritt — und sie scheint
bedauerlicherweise noch verbreitet zu
Sein —, der stellt die menschliche Arbeitskraft
 unter die Ware, Das will man
Zwar nicht; aber, Hand aufs Herz, wer
hat nicht schon die Arbeitsämter als
die Einrichtung für den Arbeitsmarkt
als unnötig und überflüssig bezeichnet

„Arbeit und Wohlfahrt des Saarlandes“

Seite_9

r

egine notwendige

Markteinrichtung

und im gleichen Atemzug die verzweigten
 Markteinrichtungen auf dem Gebiete
 des Geld- und Warenmarktes bejaht,
 und wer hat nicht schon leichtfertig
 von diesem immer größer werlenden
 Verwaltungsapparag gesprochen,
 obwohl nur noch knapp die
Jälfte des Personals gegenüber der Hit-‚erzeit
 beschäftigt wird und selbst in
ler Zeit vor 1985 relativ mehr Beamte
ınd Angestellte in der Arbeitsverwaltung
 beschäftigt waren als heute?
Ich bin mit dem, was ist, nicht zu-[rieden,
 Mir scheint, als kämen wir allzulangsam
 dem hohen Ziel näher, nämlich

 die menschliche Arbeitskraft über
alle Sachwerte zu stellen und danach
zu handeln. Solange nicht jedermann
die notwendige Grundeinstellung zu der
Markteinrichtung für die menschliche
Arbeitskraft gewinnt, können Verbesserungen
 nicht wirksam werden. Mit
Jesetzlichen Mitteln ist da nicht viel zu
arreichen, Ich lehne auch einen weiteren
 Zwang auf diesem Gebiet ab.
Es muß zugegeben werden, daß die
Dienststellen der Arbeitsverwaltung ein
Jahrzehnt hindurch die menschliche
Arbeitskraft für Aufgaben mobilisiert
haben, die in ihren Auswirkungen der

nn

Die Zahl der Beschäftigten (Arbeitnehmer Ende Mai 1950
aufgegliedert nach Wirtschaftsgruppen

7 Beschäftigt«
Beschäftigte mit Wohnsitz im Saarland | mit Wohnsı+-außerhalb

Saarlan-Wirtschaftsgruppen



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Landwirtschaft 2965 — 10 1948 — 20 1017
Torstwirtschaft 1098 —. 32 801 — 30 297
Bergbau 68597 — 416 67211 — 388 1386
Baustoffindustrie 3503 + 36 3246 + 32 257
Keram Industrie 4055 + 53 2907 + 12 1148
Glasindustrie 864 — 3 703 — ® 161
Industrie der Steine,
‚und Erden 8422 + 86 6856 + 39 1566 +
Eisen- u. Metallgewinnung
 „33115 + 400
Eisen- u. Metallw.-Herstellung
 9727 —
Maschinen-, Kesselu.
 Apparate-Bau 15261 — 28 1]4499
Elektrotechn. Ind. 3835 + 17 392 -
Feinmecnan, Ind. 659 —- 8 587 —
Tieenerz.- u. verarb
typ Ayıstrie 62597 + 340 --582833 + 299

+ 10 15
2 103
28 2788
4 63
u 67
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15
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1220 + 17
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530
378

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2

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Cr-ey:sche Indust:
7 ülindustrie '
Papierindustrie
äzraph. Gewerbe
Lederindustrie
<autsch.-Asbest-Industrie
 _ . 340 307 + 6 33 +
Aäolz- u. Schnitz- ” 8 .
stoffgewerbe 8691 + 62 7929 + 68 762 — 6 133
3pielwaren-Industrie 46 — 10, 38— 7 8— 3 ii
Nahrungs- u. Genuß-‚mittel-Industrie
 _ 7321 + 151. 5359 + 51 1962 + 100 18
Bekleidungsgewerbe 7125 + 49. 2166 + 5 4959 + 44 55
3au- u. Baunebengewerbe
 23885 + 497 23241 + 486 644 + 11 1202
Nasser-, Gas- und . _
Elektr.-Versorgung 3919 + 22 _ 3751 + 25 168 — 3 28
Jandel, Bank, Börsen,
 Versicherung. 23 143 + 127 12849 + 95 1024 + 32
Post 2673 — 3 1964 + 5 .709 — 8
zisenbahn 10303 + 59_ 9873 + 36 430 + 14
Jebr. Verkehrsw. 2860 + 34 92704 + 33 1566 + 1
Tarirahrow es

9

31
21

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2

Gaststättengewerbe
Verw., Bildung, Erz.
7olks- u. Gesundheitspflege
 26Q
Cheater, Musik, Film 023 _
Häusliche Dienste 9217 1 17
V——— I Fa EEE
Urmeschaftsgr. zus. 272679 + 978 222714 + 734 4°965 + 244 6010 0
            
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