Full text : 2.1949/50 (0002)

SCHE

währen. Zur Zahlung der entstandenen
Kosten wurden nur Spendegelder verwendet.

Allgemeine Betrachtungen
Im Laufe des Monats März 1950 kamen
 in den Oststaaten keine saarländischen
 Kriegsgefangenen zur Entlassung.
Um die Oeffentlichkeit auf die Notjage
 der sich im Osten befindenden
Kriegsgefangenen aufmerksam zu mächen,
 hielt die Zivile Nachforschungsstelle
 für das Saarland in den Büroräumen
 iu der Gerberschule am 15. 3.
1950 eine Pressekonferenz ab. Den Vertretern
 der Presse wurden eidesstattliche
 Erklärungen von Rußland-Hetakehrern
 vorgelegt. In diesen Berich.
ten wurde über die Vernehmungsart
der NKWD., über die unmenschliche
Behandlung und von Mißhandilungen
berichtet. Bereits in ‚den darauf folgenden
 Tagen brachten die saarländischen
 Zeitungen Berichte Gber die un.

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Wehlfahrt

"r- &99rinr

nenschlichen Verurteiiungen der
Criegsgefangenen in Rußland,
Die politische Meinungsverschiedenıeit
 Polen Frankreich wirkt sich, wie
yereits ‚schon einmal berichtet, auch
uf die saarländischen Kriegsgefangejen
 aus. Aile durch das Saarl. Rote
<reuz anfangs Dezember 1949 an sämtiche
 saarländ, Kriegsgefangenen in
Dolen abgyesandten Kilopäckchen, insresamt
 170 Stück, kamen Anfang des
Monats März 1950 zurück und frugen,
iußer einem polnischen Stempel, folsende
 Vermerke:
„Zurück-Refuse“. und das Datum vom
9, 12, 1949, x
Da von seiten des Saarl. Roten
freuzes damals schon angenommen
vurde, daß diese Päckchen nicht an die
;aarländischen Kriegsgefangenen ausrehändigt
 würden, hat man das Rote
Kreuz in Hamburg gebeten, auch an
die esaarländischen Kriersrefängenen

"m

PP.

m Polen Weihnachtspäckchen zu 8er
jen. Eine unamentliche Liste dieser
Kriegsgefangenen in Polen wurde dies
sem Schreiben beigefügt. Nach einer
Mitteilung des Roten Kreuzes in Ham.
yurg wurde dem Wunsche des Saarl *
Roten Kreuzes entsprochen und je ein
Däckchen an sämtliche saarländischen
Ariegsgefangenen abgesandt.
Wie wir durch Heimkehrer, die zu
NVeihnachten 1949 entlassen wurden,
ırfahren haben sind die saarländischen
Kriegsgefangenen in Polen auch ‘n der
3Zesitz dieser Päckchen gelangt, ohne
ıllerdings zu wissen, daß es sich. da.
61 um einen Gruß aus dem Saariam
1andelte.
Es kann angenommen werden, daß
Jdeimkehrer aus Polen da und dort he.
nerken werden, daß sie nur ein Weih
nachtspäckchen aus Hamburg erhiel.
ten und daß sich im Saarland nieman“
ım sie rekümmert habe.

K

Brauchen wir noch Wohnungsämter?
Yon Ober-Reagaierungsrat Förste'

In der Sendereihe „Die Regierung des
Saarlandes spricht‘, hielt der Leiter des
Landeswohnungsamtes, O, R. R, Förster,
 m 11. 4. 1%0 über Radio Saarbrücken,
 einen Vortrag über das Thema:
„Brauchen wir noch Wohnungsämter?*,
den wir, des: allgemeinen Interesse
wegen, hier wiedergeben. D. Red.
Unter der Ueberschrift „Brauchen
wir noch Wohnungsämter?‘, erschien
vor einigen Wochen in der Monatszeitschrift
 des Verbandes der Hausund
 Grumdbesitzer des Saarlandes‘
eine „Kritische Betrachtung zu den
derzeitigen Methoden der Wohnungs->
 mter“, die später auch in einer Tageszeitung
 veröffentlicht wurde. Berichte
 über Mitgliederversammlungen
und Kundgebungen dieses Verbandes
bringt die Tagespresse in letzter Zeit
vielfach mit WVUeberschriften und
Schlagzeilen wie ‚Vernichtende Kritik
 — Scharfe Angriffe 'gegen das
Wohnungsamt — Auflösung der Wohnungsämter
 gefordert“. .
Solche und ähnliche Ueberschriften,
sowie die in den erwähnten Versammlungen
 gestellte Forderung „Weg mit
den Wohnungsämtern!“, sind zwar an
sich begreiflich, denn weite Kreise der
Bevölkerung, die von Maßnahmen der
Wohnraumbewirtschaftung hart be
troffen wurden, versuchen damit ihrem
 gequälter Herzen Luft zu machen;
 leider aber sind sie auch geeignet,
 bei vielen Lesern von der tatsächlichen
 Lage des Wohnungemarktes
falsche Vorstellungen zu erwecken,
und den Wohnungsbehörden, die
Durchführung ihrer, durch diese Lage
bedingten. Aufgaben zu erschweren.

Motallg:
Büro: Kar
ww

Metallaror:

Es erscheint daher angebracht, die
Deffentlichkeit dahin aufzuklären,
laß — um es gleich von vorne herein
zu sagen — Wohnungsbehörden imnerhin
 noch so lange notwendig sein
jürften. wie die Wohnun gsnot
m wesentlichen noch nicht hehoen
 ist, .
Wenn man.die heutige Lage des
WNohnungsmarktes im Saarlande der
son 1939 gesenüberstellt, 8o kommif
nan zunächst zu der Feststellung, daß
ne starke. Verknappung des
Vohnraumes eingetreten ist. Diese
/erknappung ist nicht nur auf die
jewaltige Verminderung des Wochn-:aumes
 zurückzuführen, die durch
XZriegszerstörungen hervorgerufen
worden ist, sondern auch durauf, daß
»xs November 1947, also mehr als 8
/ahre lang, die Wohnungsbau-‚ätigkeit
 fast vollständig
zeruht hat, und auch seitdem
ıoch nicht in einem Umfange aufgeı10mmen
 werden konnte, - wie es ertorderlich
 wäre, um wenigstens mit
lem unaufhaltsamen Steigen der Be-/ölkerungszahl
 Schritt zu halten. Daıer
 kommt es, daß heute für eine
weitaus stärkere Bevölkerung bedeu-‚end
 weniger Wohnraum, und zwar
für den Einzelnen im Durchschnitte
aur noch rund zwei Drittel des Wohn-"aumes
 zur Verfügung steht, der vor
lem Kriege auf den Kopf der Bevälterung
 entfiel- -
Daraus folgt, daß, um diesen Vorkriegsstand
 wieder zu erreichen, der
heute vorhandene Wohnraum um rund
50 v.: H. vermehrt werden müßte;
dann könnte ijerler wrieder Wahnmurm

n einem Maße in Anspruch nehmen
wie es sich vor dem Kriege im freier
Spiele der Kräfte auf Grund von Ani
zebot und Nachfrage als tatsächlicher
Bedarf des Einzelnen‘ herausgestellt
ıatte,
Weiter aber folgt daraus, daß, soange
 dieser Vorkriegsstand:auch einizermaßenn
 noch nicht wieder er
reicht ist, diejenigen, die nach Beandigung
 der Kriegezerstörungen noch
m Besitze des ihrem Bedarf: ent
sprechenden Wohnraumes waren und
iberhaupt alle, die Wohnraum inne
ı1aben, sich auf seine ausschließliche
3enutzung zu Wohnzwecken und auf
jen für ihren Haushalt unbedingt
1otwendigen Wohnraum beschränken
Nüssen, damit soweit wie eben mögich,
 auch der noch nicht oder noch
ıächt in diesem Maße mit Wohnraum
zersorgte Teil der Bevölkerung eben“
'alls untergebracht’ werden kann.
Wenn jeder diese Eänsicht hätte
ind auch aus Sich heraus danach
ıandelte, dann würde man die Frage,
‚Braucht man denn Wohnungsämter?“
mit einem glatten „Nein“ beantwor«
‚en können, Da dies jedoch nicht if
Fall ist. ergab sich für den Staat die?
Notwendigkeit. den nach Beendigung|
jer Kriegszerstörungen noch übrig g&|.
liebenen Wohnraum einer Bewirt- %3
;schaftung zu unterwerfen und Behör- (le
den zu schaffen, die diese Bewirt %!
schaftung vornehmen, um auch dem;
wohnungsbedürftigen Teile der Be?!
‚ölkerung den erforderlichen Wohn« 7%
:aum zukommen zu lassen. Dieset"
Notwendigkeit wurde Rechnung ge fE
Tagen durch das am 31. März 1946 47

.MERL
"rehaft m. b. H., Saarbrücken 3
Telefon 5361—5362
+iearschluss

Meitallschma:i. werX

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