_ Jahrgang 2 Nr
fahr. Drehbänken, Pressen mit Handbedienung,
Explosionen von „leeren“ Fässern
USW
Der ärztliche Arbeitsschutz steht unter
Leitung eines Generalarbeitsarztes (Professor
Dr. Uytdenhoef) und umfaßt im
ganzen 16 Aerzte und eine Anzahl Betriebsbesucherinnen
(Sozialfürsorgerinnen),
Die Aufgaben bestehen in der
Deberwachung der Arbeitshvgiene und im
dem Studium der Arbeitspathologie,. Wegen
der zeitrauhenden, amtlichen Gutachtertätigkeit
kommt bedauerlicherweise
die Besichtigungstätigkeit in den
Betriehen zu kurz. Interessante Beobachtungen
werden über Bleivergiftungen,
gewerbliche Hauterkrankungen, darunter
solche durch exotische Hölzer, Kohlendx
vdvereiftungen. Lösunesmittelschädi-Die
Trinku,
Jede menschliche Siedlung i-t an das
Vorhandensein von gutem Trinkwasser
gebunden, das entweder am Ort der
Siedhmg selbst gewonnen wird. oder
durch Leitungen, oft von großer Länge.
zuveleitet werden muß, Die Trinkwasserversorgung
des Menschen war solange
kein Problem, als die Bedarfsmenge. abbängig
von Jer Bevölkerungszahl und
„dichte. nicht in Konflikt kam mit der
natürlich vorkomm-nden Wassermeng®,
seien liese nun Quellen oder völlig reine
Oberflächenwässer, wie Seen, Päche oder
Flüsse, Durch die Anläufung aber von
yroßen Menschenmassen in Städten oder
Industrieorten. wurde die Trinkwasserbeschaffung
zum ernsten Problem. da
für solch eroße Kopfzahlen einwandfreie
natürliche Trinkwasservorkommen nicht
in genügender Menge vorhanden waren.
zumal Flüsse und Bäche zum großen
Teil die Abfuhr der in diesen Stälten
and Industrien anfallenden, verbrauchten
Wässer, Haus- und Industrieabwässer.
aufnehmen mußten, d>ren Menge
wiederum proportional der Bevölkerungszahl
und Indnstriegröße zunahm,
und so für die Trink wassergewinnung
ausfallen mußten. Man ging daher dazu
über. Grundwasservorkommen durch
Tiefbrunnen oder Tiefhohrungen zu erschließen
und für den menschlichen Ge.
brauch nutzbar zu machen.
Grundwasser ist versickertes Ober-Hächenwasser,
das oft schon einmal mit
Abwasser in Beziehung getreten War,
nd das auf seinem Weg ın die Tiefe
Anreh Adsorption und Belüftung die in
ihm gelösten oder suspendierten Stoffe
an den Boden abgegeb-n hat,
Daraus geht hervor. daß sich nur dort
Grundwasser bilden kann, wo es überhaupt
zu einer Versickerung in den Untergrund
kommt, d. h., daß in wasserundurchlässigen.
Schichten (Letten, Ton)
eine ausreichende Grundwasserbildung
nicht eintreten kann. und daß in spaltenund
klüftenreichen geologischen Strukturen
sich wohl reiche Grundwassermengen,
allerdings oft auf ein kleines
Areal beschränkt. ansammeln können,
üie aber infolge der zu großen vertikalen
Durchwanderungsgeschwindigkeit und
der damit verbundenen 7. ringen adsorptiven
Kraft keine ausıe ud Filterung
erfahren und als Trinkwasser in ibrem
‚Arbeit und Wohlfahrt des Saarlandes“
zungen Jurch Benzol und gechlorte
<ohlunwasserstoffe, wie Trichloraethylen
ind Tetrachlorkohlenstoff, Gesundheitsschädigungen
durch Natriumkarbonat
1SW, mitgeteilt.
Der Bergmannsnystagmus, das Augen.
‚ittern der Untertagebergarbeiter, hal
n Belgien weitgehend absenommen, und
‚war, nach übereinstimmendem Urteil
ler Augenfachärzte, infolge Verbesseung
der. technischen Arbeitsbedingunzen
mit bequemerer Arbeitshaltung, bes.
;erer Beleuchtung‘ und besserer allreneiner
Hygiene, (Im Saarland hat das
Augenzittemn der Bergleute, eine tv-»ische
Berufskrankheit. zwar etwas abzenammen,
Es wäre jedoch anschracht.
liese Krankheit auch versiceherungs-"echtlich
als eine entschädignneoespflich.
_ ..Zhaffung
Von Dr. Selzer und Dr. Wolfi
u
hatürlichen Zustaml nicht geeignet sind,
ja sie noch zu viele vernnreinimende
Stoffe enthalten,
So sehen wir. daß geoloxısche
Taktoren wesentlich die lüte
»nes Trinkwassers bestimmen, Wo diese
"aktoren, seien es zerklüftete Strukturen
ler für die wasserhaltende Kraft unrünstige
Korn- und Porengrößenverhält.
Üsse, vorliegen, g-hen selbst Tiefbrun-1en
oder Tiefhohrungen von vornherein
zeine Garantie für gutes Trinkwasser.
Daher müssen für ein gutes Trinkwasser
zuch bestimmte geologische Voraus:
setzungen zegeben sein, Diese Voransjetzungen
lassen sich teils durch ge-1ue
Örtsbesichtigunwen, unter Reobach
ung der Beeinflussung, die die menschischen
und tierischen Siedlungen bedinzen.
und durch Kerücksichtigung deı
»berflächlichen Bodengestaltung mit
hrer Fauna und Flora. sowie an Auf
ichlüssen. an Steinbrüchen, Sandgrnoen
ind Straßeneinschnitten, erkennen und
’eststellen.
Notwendig damit verbunden ist die
Xenntnis der wesentlichen geologischen
Strukturformen und ihrer physikalischer
Zigenscha’ten, So wird für die } rog..0Se,
stellung über die Wassergüte zunächst
Jie Nähe der Siedlungen und ihrer Ab-‘allstellen
zu beobachten sein, weiter dit
Yauptstrichrichtung des Geländes, Beob
achtungen über Bewuchs oder Bewirtsehaftungen.
industrielle Anlagen usw.
}ie in dem für die Trinkwasserversorzung
benutzten Gelände vorliegen, Geo
ogische Gesichtspunkte sind auch ‘inıofern
zu berücksichtigen. als Kalkfornationen,
toniges, grohkörniges Material.
Urgestein, wegen der Spaltenbildlung und
ler damit verhundenen geringen Filter
<raft. weniger günstig zu beurteilen
ind, als Sandstein. Sande oder allnviale
Kiesel,
Seit den grundlegenden Arbeiten von
Dettenkofer und Gärtner ist uns
yekannt, und durch viele Epidemien
„ewiesen. daß das Trinkwasser, aus dem
Boden unseres Lebrnsraumes kommend
sei unsachgemäßer Fassung und Benandlune.
als Träger von Infek-‚ionskeimen
dient, Seit dieser Erkenntinis
hrsteht auch die Forderung
nach rinem möglichst keimarmen oder
keimfreien Trinkwasser. In diesen
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tige Berufskrankheit im Sinne der Unfallversicherung
anzuerkennen, wie ‚lies
m Frankreich und in der Ost«
zone Deutschlands hereits der
Fahl ist.)
Auf Grund der helgisenen Verordnung
vom 11. 2. 1946 und 3, 12. 1946. ist in
allen Betrieben Belgiens die Schaffung
zines .„Sicherheits- und Hygicnedientes“
vorgesehen, der mit wesopt het
größeren Vollmachten als die Arbitaschutzbranftragten
der saarländischen
Betriebsräte ausgestattet ist. Auf die erziehende
und vorbeugende Funktion Ins
Arbeitsschutzes, sowie auf die Prouas
ganda der Unfallverhütung wird im
Hinblick auf die so überwiegend häufige
Verursachung der Unfälle infolge
menschlicher Unznlängliehleit eanz be
zanders hineseawirsen
ım Sacorland
Falle sind vor allım Keime der ober-Hächlichen
Bodenschichten gemeint. die
dort als Saprobier leben und am Abbau
organischer Substanz n betiuet
sind. Diese Mikroben werden Vom 0o43r-Hächlichen
Wasser auf seinem oe
zum Grumkiwasser mitgerissen, aher ID
ut filtrierenden Schichten nach -iner
zewissen, relativ kurzen Wanderungsstrecke
zurückechalt nn, Bei schlecht
ltrierendem Material werden sie aher
bis in größere Tiefen mitgeführt, so laß
ihre Anwes nheit anzcigt. daß entweder
dberflächliches Wasser vorliegt der,
bei Tiefkohrungen, uns beweist, daß die
Hltrierende Kraft des Bodens nur gering
ist, Außerdem ist zu berücksichtizen,
laß im (irundwasser auch horizontale
Strömungen vorliegen, die meist der all.
zemeinen Neigungsrichtung der geulogischen
Schicht folgen, Durch Abbrüche
ler deckenden Schiehten (Straßen-,
Kisenbahndurchstiche, Steinbrüche,
Bergwerke), kann selbst bei genügend
5ltrierender Kraft der deckenden
RSchichten so das Grundwasser durch
Störung des Trägers hygienisch ungün
stig beeinflußt werden.
In gleichem Sinne wie die Keimzahl,
ist zunächst auch der bekannte Nachweis
des Bacterium coli zu werten, Da
Jieser Keim aber zudem als kommensaler
Darmkeim bei Mensch und Tier
vorhanden ist. gibt uns der Nachweis
‚lieses Keims den Beweis dafür. daß das
aintersuchte Wasser mit Darmbakterien
von Mensch oder Tier in Berührung gezommen
sein muß, sei es in Gestalt
von Ahwasser, wie es häufig der Fall
st, oder durch direkte Kotverschmutzung.
Tliermit ist anch der Beweis für
lie Möglichkeit einer Typhus-Paraiyphus-Epidemie
gegeben. Daraus ist die
zroße Bedeutung zu ersehen. die
lem Bacteriumcoliin der Trinkwasserbeurteilung
beigemessen
wird. denn Trinkwasser wird nach der
Zewinnung in Leitungen gefaßt und det
yanzen Bevölkerung als wichtigster
Vahrungsmittel zugeführt. Epideminlezisch
gesehen kann Trinkwasser 80 ei
idealer Transportweg sein, der lei;
schon zu oft zu grüßereı Epidemien wa
führt hat.
Nun hat die Irınkwassviteelh.
nik, z. T. aus der Notlage heraus, am