Full text : 2.1949/50 (0002)

Jahrgang 2 Nr. }
Warnung vor der Tularämie
in den Zeitungen tauchen in der Erkrankung tritt in
jetzten Zeit Nachrichten auf, daß im
Machbardepartement Meurthe et Moselie
 die sogenannte Feldhasenpest
der Tularämie auftritt. Diese Tierkrankheit
 ist auf den Menschen übertragbar,
 sie war aber bisher im Saarkang
 nicht heimisch, Die Erkrankung
kommt hauptsächlich bei Feidnagern:
Wildhasen und Kaninchen und bei
Füchsen oder Wildschweinen, die verendete
 Nagetiere fressen, vor.
Die Uebertragung der Tularämie auf
den Menschen kann auf verschiedene
Weise geschehen, Die unmittelbare
Ansteckung kommt in erster Linie für
Menschen in Frage, die berufsmäßig
mit Wildnagetieren zu tun haben, das
sind Jäger, Tierärzte, Wüdbret.- und
Fellhändler, sowie Hausfrauen, die
krankes Wild zubereiten. Eine weitere
Debertragungsmögilichkeit besteht
durch den Stich von Insekten, die vorher
 an kranken Nagetieren Blut gesaugt

 haben, Die
vier Formen auf:
1. Geschwürsform mit Drüsenschwellungen,
 entstanden durch Insektenstich,
 Biß eines Nagers oder durch
Verletzungen beim Abbalgen oder
Ausweiden;
in der Form einer Augenentzündung,
 und zwar dadurch, daß beim
Umgang mit Tieren, Abhäuten oder
Ausweiden infektiöses Materiaı
zntweder ins Auge spritzt oder ins
Auge eingerieben wird;
Die Drüsenform besteht darin, daß
eine Eintrittsstelle, also ein Gezchwür.
 nicht vorhanden ist, SORdern
 nur eine schmerzhafte Schwel:
lung der Lymphdrüsen, des ganzen
Körpers oder eines Körperteils;
die typhusähnliche Form. Bei dieser
 Form fehlen Geschwüre und
Lymphdrüsenschwellungen, es besteht
 aber langdauerndes hohes
Fieber, ähnlich wie bei Typhus, evt.
mit Lungenkomplikationen,
Die Zahl der Arbeitsuchenden und offenen Stellen Ende Sept. 1950
a) nach Arbeitsamtsbezirken:

Die Inkubationszeit der mensc
lichen Erkrankungen dauert 1—
Tage, im Durchschnitt um 3 Tar
Während bei den Krankheitsform
—3 auf Grund der lokalen Sympton
lies Fiebers (bis 41 Grad) und der E
>ringung des Nachweises des &
Jmganges mit Nagern oder Raubwi
lie Diagnose schon vermutet werk
sann, ist die Diagnosenstellung b
ler typhösen Form oft schwer. Dies p
lingt nur durch gewisse Laboratorium
ınd Hauttestmethoden,
Die Tiererkrankung (Tularäm
scheint im Departement Meurthe
Noselle im Zunehmen begriffen
sein, so daß ein Uebergreifen auf &
Saarland zu erwarten ist. Deshalb mi
sen alle Berufe und Personen, die N
Wildbret oder Fellen zu tun haben, a
liese Gefahr aufmerksam gemac
verden. Da die erkrankten Tiere
„aufe der Krankheit ihre natürle
Scheu vor dem Menschen verlieren‘,
ch leicht erlegen oder fangen lasıei
argeht an die Bevölkerung die Wı
ung, sich nicht durch diese leid
Möglichkeit des Erlangens eines F
senbratens verleiten zu lassen, So.c
WNüd für Küchenzwecke zu benutz
ja diese Tiere möglicherweise mit |
aränie infiziert sind. In verseuch
Gegenden kann auch das oberflär
liche Wasser infiziert sein, so daß a
vor dessen Genuß gewarnt wird
Während früher die Behandlung
Tularämie ziemlich aussichtslos *
st heute eine sichere Entfieberung ı
Adeiiung durch die Antibiotica Aure
mycin, Chloromycetin und Strept
mycetin innerhalb kurzer Zeit m
lich. Soweit die Diagnose nicht klin,
zestellt werden kann, ist das Staatlı:
institut für Hygiene und Infektioi
krankheiten in der Lage, die Uni
suchungen durchzuführen. Die S&
ländische Aerzteschaft ist bereits
einiger Zeit mehrmals auf diese
krankung hingewiesen worden,
Zur Feststellung, wie weit die !
zeuche ‘schon im Saarland eingedr
zen ist, empfiehlt es sich, vereM
der Krankheitsverdächtige N’
Feldhasen) dem Staatlichen Veter!'
Intersuchungsamt Saarbrücken, M:
‚er Straße 233. einzusenden mit gle‘
zeitiger Angabe über den Fund- '
A\bschußort des erkrankten Tieres
zleicher Weise soll auch dem zus
ligen Verwaltungsvorsteher als 0
olizeibehörde Mitteikung gem
werden. Bei der Hantierung nit kra
reiteverdächtigen Tieren ist *
Möglichkeit mit Gummihandschi
zu arbeiten, die nachher zu desinf!
ren sind. Die Tiere, die dem Veter!"
Untersuchungsamt eingereicht wer
müssen in wasserdichtem Materis
zut verpackt werden, daß kein #
Möses Material nach außen drilt
zann, Auf dem Paket muß verm
wein: „Vorsicht! Infektiöses Mater!
Sind Tiere nicht mehr transport!‘
zo sol auch eine Meldung über
Fundort und den Eigentümer der
a die oben angegebenen Stellen
nt anayclanr

EEE

Arheitsuchend=Arbeitsamtsbezirke



A sn. arbeitslor

Insges.

ffane Stellen

mann)

weibl.

Insgas

männl

weibl.

männl

weibl

——

Saarbrücken. 2.667 1528 1139 1734 . 978 756 1790 335
Neunkirchen 2 501 1523 978 1 491 733 758 519 99
Saarlouis 1 689 723 966 1 162 536 626 642 124
St Ingbert 1 299 472 827 958 * 205 763 646 80
Wadern 206 137° 69 12 R 4 29 ‘19
Arneitsamtsbez zus. 8362 4383 3979 5357 2460 2897 3626 657

bı nach Berutsgrunpen’
Landw. Berufe 181
Forstw. Berufe 30
Bergieute 212
Stemarbeiter 41
Metallarbeiter 696
Spieiwarenarbeiter {
Chemiearbeiter 3
Gummiarbeiter
Textilarbeiter
Papıerarbeiter
Lederarbeiter
Hoizarbeiter
Nahrungs- u. Genußmittelarbeiter

Bekleidungsarbeiter
Friseure u. Körperpflege-Berufe

Bauarbeiter
Graphische Berufe
Reinigungs- u. Desinfektionsberufe

Bühnen-Filmarbeit £
Gaststättenarbeiter 204
Verkehrsarbeiter 400
Hausgehilfen 881 10 871 %
Allfsarbeiter ı 496 807 629 951
Maschinisten, Heizer 27 22 5 20 17 3 “
Kaufm. Büroberufe 1] 588 857 Ta 1273 655 648 M ee
Ingen. u. Techniker 198 185 B MOÖ 12 m MH —
Sonstige Berufe . 207 172 17 66 DE a2 25 A
Arbeitskräfte onne
festen Beruf 1.035 290 745 756 174 582 nn _
Aomıfegrunneem zum 9 249 4228 38 5357 93480 8287 3428 RE
            
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