Jahrgang 2 Nr.‘
EEE
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„Arbeit _und Wohlfahrt des Saarlandes“
Seite 155
die Typhusk öltina?
Was lehrt uns die Typhuskatastrophe von Neuötting?
Von Med.-Rat Dr. L. Wolff
Während wir so einerseits bei der
Frinkwasserversorgung erfreuliche Er.
zebnisse feststelen können, müssen
wir leider bemerken, daß andererseitg
las Problem der Abwasserbeseitigung
och völlig ungelöst ist. Dies hat sel-‚en
Grund 1, in der Indolenz weiter
{reise gegenüber der Abwasserbeseitirung,
2. in der Schwierigkeit der Koorümierung
der für die Abwasserbeseitizug
verantwortlicher Kreise. Die Abvasserbeseitigung
ist Aufgabe kommuıaler
Behörden oder privater Stellen.
is ist oft schwer, allen Belangen Rech.
ung tragend, eine wirksame Regelung
erreichen, Vor allem deswegen, weil
ke Abwasserbeseitigung immer mit
rroßen Kosten verbunden ist, außerlem
Abwasser als HMistigesg NebenDro-(Schluß)
Da hinsichtlich der Abwasserbeseitigung
im Saarland nur erst spärliche
Ansätze vorhanden sind, ist man der
irohenden Infektionsgefahr des Trinkwassers
nach einer anderen Seite at#-gewichen,
indem man einen großen
Teil der Trinkwasserversorgung a#s
den bedrohten Gebieten herausgenommen
und in die großen, weniger gefährdeten
Buntsandsteinformationen,
die das Karbon und das Rotliegende
im Osten, Süden und Westen umranden,
verlegt hat, Dort wird durch Tief-Bohrungen,
die durch Verrohrung
sicher gegen Eindringen von Ober-Mächenwasser
geschützt sind. ein kygienisch
einwandfreies und mengeßRnäßig
ausreichendes Trinkwasser Zzugeleitet,
Diese Maßnahme weicht jedoch
nur der Gefahr aus, denn die im
Srubensenkungsgebiet auftretenden
Rohrbrüche gefährden durch versikkerndes
Abwasser auch weiterhin die-S
primär hygienisch einwandfreie
üUlssser. Es kann also das Abwasser-Akseitigungsproblem
nicht umgangen
werden.
Die ändere Lösung, die Iafektionszefahr
. des Trinkwassers durch die
Chlorungsanlage zu bannen, it miß
den oben geschilderten Schwächen behaftet
und stellt nur eine Teillösung
dar, Außerdem unterliegt auch das Netz
solcher Anlagen den gleichen Gefahren
jurch Rohrbrüche, da in diesem Fahle,
3esonders an entfernter liegenden Stelen,
die vorhandenen Chlormengen zur
Abtötung pathogener Keime nicht
cher ausreichend sind
Wir können uns also nicht mit Teil
sungen zufrieden geben, Das enge
3eisammenwohnen größerer Menschen
mengen bedingt zwangsläufig eine Anäufung
von Ausscheidungen und a@njeren
Abfallstoffen, Diese durch die
Fivilisation bedingten Auswirkungen
"ordern eine Regularisierung mit den
Mitteln der Zivilisation. Eine Vernach-Mssigung
dieser Forderung bringt wrve
Lebensbilanz ins Schwanken. Es ist
250 eine ausgesprochene zivilisatorische
Pflicht, mit allen zur Verfügung
ehenden Mitteln das Gleichgewicht
wiederherzustellen, daß dieser Geljanke
weitgehendst durch einsichtsvolle
und tatkräftige Fachleute gefördert
wird. Ein staatliches Wasserwirtschaftsamt
setzt sich dafür ein, daß
diese Gedanken der hygienischen
Trinkwasserversorgung allmählich verwirklicht
werden, Das Staatliche Instiut
für Hygiene und Infektionskrank:
heiten überwacht in ständigem Turpus,
ler an” Gefahrenpunkten, je’ nach
augenblicklicher Situation, öfter durehgeführt
wird, die über 500 Trinkwasjerversorgungsanlagen
des Saarlandes
in tausendfachen Untersuchungen, Ein
Geologe nimmt die Beurteilung hydro-;ogischer
Gegebenheiten wahr, In gemeinsamer
Beratung werden die jeweiügen
Erfahrungen ausgetauscht und
die Praktische Verwirklichung neuer
Srkenntnisse besprochen.
kukt angesehen wird, und es fehlt oft
jer Witte zur Einsicht für die hygiesche
Bedeutung dieses Problems, so
laß sich mancher Abwassererzeuger
iange wie möglich gegen die Pflicht
ler Abwasseraufbereitung sträubt. Ob-Aeich
durch Anwendung neuer Verahren
aus Abwasser durch Aufbereiung
Wertvolle Stoffe zu gewinnen
#nd, so z, B. Treib- und Heizgas, Dünfer
Oder bei Industrieabwässern un-Yenutzte
Rohstoffe, die dem Betrieb
vieder zugeführt werden können. Im
len dicht besiedelten Teilen des Saarandes
kommt noch die Tatsache hinzu,
jaß Einzellösungen unwirtschaftlich
sind und nicht zum Ziele führen, so daß
aur durch eine generelle Planung eine
Sanierung zu erreichen: ist.
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Saarland
von April bis September 1950
' April [ Mai | Juni | Juli | Ausust | Sept
1950 1950 190 | 190 1 190 I 1950
Sffene Stellen männl, 1683 2141 2825 3290 3151 3626
am Ende des Monats weibl. 673 678 739 643 636 657
Insges. 2356 2819 3557 3933 3787 4 283
Vermittiungen männi, 2943 34564 3346 4127 3847 3998
im Laufe des Monats weibl, 1946 132332 1131 1187 149 1290
Insges. 3989 4686 4477 5314 5316 5288
Arbeitsuchende männl. 5889 5267 4506 4539 4462 433
am Ende des Monats weibl, 3961 3769 3513 3692 4001 3979
Insges, 9850 9036 8109 8231 S463 8 362
davon männl. 4236 3591 3012 2809 2677 2460
Arbeitsieos weibl. 3308 3057 2914 3016 3287 2877
‚Insges, 7544 648 5926 5825 5964 5 357
männl. 2360 2016 1470 1262 1170 1107
weibl. 1118 1083 7046 %6 970 893
Insges, 3478 3009 9516 90MR 9140 2.000
Beschäftigte männl. ZM 980 222714 234 111 224 923 226172 227 677
Arbeitnehmer mit weibl. 49721 49965 50350 50555 51001 51864
Nehnsitz im Saarland am
ande des Monats Insges. 271 701 272679 274 441 77RA7R 977.173 279 541
von männl. 184 298 184907 186 097 186 706 187 480 188 5530
ırbeiter weibl. 30555 30791 30997 31038 31284 31725
Insges. 214848 215698 217 094 217 7414 9218 764. 220 305
männl. 37687 37807 38014 828217 38692 39097
weibl. 19166 19174 19333 19517 19717 20139
Insges 56853 5R981 57317 57734 58409 59 236
Grenzgänger männl, 6398ER 6310 6264 6138 6038 5970
weibl, 228 226 220 217 208 204
Insges 6626 6536 K481 632355 AVJA6 6174
za tgänger — männl. 6075 6010 5997 6052 6098 6180
weibl. 123 130 126 124 119 125
Insges 6198 A140 6123 6176 6217 6305
MM‘ *helfende männl. 4162 4117 4078 4029 4019 . 4002
Familienangehörige weibl. 15481 1538350 15332 15256 15138 15029
‚(ohne Hausfrauen) Insges. 19643 19467 19410 19285 19157 19 031
Beamte männl. 11050 11059 11071 "099 111839 11184
weibl, 1355 ..353 362 . 2363 1363 1365
Insges, 12405 12412 12433 12462 12502 1249
Ca —— zz En ZZ
Selbständige männl. 27617 27629 27670 27616 27709 27 724
weibl. 4933 4935 4943 4954 49%1 499
Insges 32550 325364 32613 32600 32670 327183