Full text : 2.1949/50 (0002)

Seite 146

Arbeit und Wohlfahrt des Saarlandes“
Auch würde die Nichteinführung
wirklich menschenwürdiger Arbeitsjedingungen
 durch ein Volk die Bemühungen
 anderer Völker um Versesserung
 des Loses der Arbeitnehmer
 in ihren Ländern hemmen,
Aus allen diesen Gründen stimmen
‘ie hohen vertragschließenden Teile,
yeleitet sowohl von den Gefühlen
jer Gerechtigkeit und Menschlichkeit
 wie auch von dem Wunsche,
nen dauernden Weltfrieden zu Ssi-:hern,
 und zur Verwirklichung der
n dieser Einleitung aufgestellten
Ziele der nachstehenden Verfassung

hütung der Arbeitslosigkeit, Gewährleistung
 eines zur Bestreitung
des Lebensunterhaltes ange‚nessenen
Lohnes, Schutz der Arbeitnehmer gegen
 allgemeine und Berufskrankheiten,
 sowie gegen Betriebsunfälle,
Schutz der Kinder, Jugendlichen und
Frauen, Vorsorge für Alter und Invalidität,
 Schutz der Interessen der
im Auslande beschäftigten Arbeitnehmer,
 Anerkennung des Grundsatzes:
 gleicher Lohn für gleiche Arbeit,
 Anerkennung des Grundsatzes
jer Vereinigungsfreiheit, Regelung
des beruflichen und technischen Unterrichtes
 und ähnliche Maßnahmen.

Arbeit

und ArbeitsverTt.

{m September hat die vom Wetter
yegünstigte Bautätigkeit, insbesondere
jurch die Inangriffnahme von Straßenund
 Gleisoberbauarbeiten, noch eine
weitere Steigerung erfahren. Der Manyvel
 an Baufacharbeitern und vollarbeitsfähigen
 Hilfskräften hat sich dadurch
noch verstärkt.
Neben der Bauwirtschaft war die
Rchwereisenindustrie in wachsendem
Maße für Fach- und Hilfskräfte aufnahmefähig.
 Auch hier konnte der Manyvel
 an Facharbeitern und vollarbeitsfähigen
 Hilfskräften nicht immer behoden
 werden. Insgesamt waren bei den
Arbeitsämtern am Ende des Monats
noch 3626 offene Stellen für Männer
gemeldet, für die keine geeigneten Arbeitsuchende
 zur Verfügung standen.
Die Zahl der offenen Stellen für
Frauen betrug 657, wovon allein 427
zuf die Hauswirtschaft entfallen.
Die Zabl der beschäftigten Arbeitnehmer
 (Männer und Frauen) ist um
2368 auf 279541 gestiegen. Damit
wurde ein neuer Höchststand erreicht.
In folgenden Wirtschaftszweigen üherrafen

 in absolut besonders grobem
imfange die Einstellungen die Entassungen:

\isenerzeugende Industrie um 742,
jsenverarbeitende Industrie um 230,
Jahrungs- u. Genußmittelgew. um 256,
zau- und Baunebengewerbe um 377,
nd der Handel . um 309,
n den übrigen Wirtschaftszweigen —
ußer Landwirtschaft, Bergbau, Post
nd Eisenbahn, die kaum eine Verändeung
 aufweisen — hat die 7 der Bechäftigten
 nur gering zugenommen.
Diesem Anwachsen der Beschäftiganzahl
 um 2368 steht wiederum wie
u Vormonat eine nur geringe Abahme
 der Arbeitslosenzahl gegenüber;
je sank um 607 auf 5357. Die Urachen
 sind mannigfacher Art. Neben
ler noch fortdauernden Eingliederung
‚on Schulentlassenen in die Wirtschaft
raten besonders in den Landbezirken
le bisher unsichtbaren Reserven auf
len Arbeitsmarkt, um mit Beginn der
instellungen in der Eisen- und Metallndustrie
 die ersehnten Dauerarbeitslätze
 zu bekommen.

Die Lage in den einzelnen Wirtschaitszweigen
und Berufsgruppen
{m lothringischen Bergbau kam es im
Zuge der Freisetzung von überzähligen
\rbeitskräften auch zu geringen Entassungen
 von saarländischen Bergrbeitern
 (Grenzgängern).
Industrie der Steine und Erden:
Die baustofferzeugende Industrie forierte
 infolge ihres günstigen Auftragsvestandes
 noch Arbeitskräfte an. Ins-‚esondere
 meldeten die Ziegeleien und
m Bezirk St. Ingbert auch die Betonteinwerke
 noch einen größeren Bedari
ın Hilfskräften. Den Kalksteinwerken
ınd den Hartsteinwerken konnten nur
» T. die angeforderten Arbeitskräfte
‚ugewiesen werden, weil in diesen Berieben
 nur vollarbeitsfähige Arbeiter
»xschäftigt werden künnen. In der
teramischen Industrie konnten im Beichtsmonat
 rd. 50 Arbeitskräfte einge-;tellt
 werden. Nach Fertigstellung eines
m Bau befindlichen Ofens ist mit weieren
 Einstellungen zu rechnen.
Eisenerzeugende Industrie:
Die saarländischen —Hüttenwerke
ıaben im September ihre Belegschafi
am 742 Arbeitskräfte verstärkt. Dabei
tOnnte auch eine Anzahl leichter Ar-Landwirtschaft:


in verschiedenen Arbeitsamtsbezirken
 fehlen für die Einbringung der
Hackfruchternite noch Arbeitskräfte, die
selbst bei höheren Lohnangeboten nicht
yewonnen werden konnten. Die Arbeitsämter
 mußten daher wieder auf
mithelfende Familienangehörige und
die Nachbarschaftshilfe verweisen, weil
wmmer mehr mithelfende Familienangesörige
 und selbständige Kleinlandwirte
Arbeitsstellen ın der gewerblichen
Wirtschaft anstreben.
Forstwirtschalt:
Der Holzeinschlag hat erst schwach
eingesetzt. Selbst die noch in geringer
Zahl angeforderten Fachkräfte konnten
kaum gestellt werden. In den kommenken
 Monaten werden daher die notwendigen
 Fachkräfte nur durch die
Hereinnahme von Saargängern gestellt
werden können.
Bergbau:
Im saarländischen Bergbau ist die
Lage gegenüber dem Vormonat umverändert
 geblieben, Den Abgängen stanjen
 lediglich Neueinstellungen von
Berglehrliagen gerenüber.

Jahrgang 2 Nr, 11

der Internationalen Arbeits-Organisation
 zu.“ .
Da die begründete Aussicht besteht,
jaß das Saarland in absehbarer Zeit
ıls Mitgliedstaat der Internationalen
\rbeitsorganisation. angehören wird,
jarf mit Recht angenommen werden,
laß auch wir von dieser großzügigen
/ereinigung und ihren hervorragenden
Znrichtungen profitieren.
Es kann kein Zweifel darüber beste
ıen, daß die Internationale Arbeitsarganisation
 eine der Wirksamsten
Zinrichtungen zur internationalen
/erständigung ist und den Friedensbe-;trebungen
 im besten Sinne dient.

=

„Ung

jeitsplätze mit Schwerbeschädigten bejetzt
 werden. Mit weiteren Anforderungen
 von Arbeitskräften‘ ist zu
'‚echnen.
Eisen- und metallverarbeitende
Industrie:
Der Beschäftigungsgrad ist in nahezu
Jlen Bezirken leicht gestiegen. Die
\rbeitsämter berichten, daß noch beıchtliche
 Anforderungen von Arbeitszräften,
 besonders von Facharbeitern,
vorliegen. Lediglich im Bezirk St. Ing-)jert
 übertrafen die Entlassungen die
Ainstellungen,
Veber besonders gute Auiträge verügen
 die Herd- und Ofenfabriken,
Jandwerksbetriebe und Montagefirmen,
m Elektrohandwerk ist mit der zuaehmenden
 Fertigstellung von Roh-’)auten
 eine wesentliche Besserung in
ter Beschäftigungslage eingetreten.
Chemische Industrie:
Durch den Rückgang in der Auftrags”
age kam es in. der pharmazeutischen
ndustrie zu Entlassungen. Das Saar.
zummiwerk und ein Betrieb der Koh«-enchemie
 konnten noch Arbeitskräfte
nstellen.
Holz- und Schnitzstoffgewerbe:
Der Ausbau von Neubauten führte zu
:inem starken Arbeitsanfall in den Ban-;chreinereien,
 die über starken Fachırbeitermangel
 klagen, der auch in aßzehbarer
 Zeit nicht behoben werden
xann. Die Auftragslage in der Möbelndustrie
 hat sich derart gebessert, daß
vieder von einer Stetigkeit in der Bechäftigung
 gesprochen werden kann
ie Sägewerke leiden weiter unter
len bekannten Schwierigkeiten der
lundholzbeschaffung.
Nahrungs- und Genußmittelgewerbe:
Der Bedarf an geübten Metzgern hält
ın. Auch das Bäckerhandwerk konnte
ne geringe Besserung der Beschäftizungslage
 feststellen. Die Schokoladenınd
 Pralinenfabriken meldeten für die
»nsetzende Saison ihren ersten Bedarf
ın HilMskräften. Bei dem starken Anyebot
 an weiblichen Arbeitsuchenden
kann ein solcher Arbeitskräftebedasf
jederzeit und in jeder Höhe befriedigt
werden,
In einer Brauerei und in 2 Tabak
{abriken kam es zu geringen Kin
stellungen.
Bekleidungsgewerbe:
Der Beschäftigungsgrad war in dem
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.