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Arbeit und Wohlfahrt des Saarlandes“
Auch würde die Nichteinführung
wirklich menschenwürdiger Arbeitsjedingungen
durch ein Volk die Bemühungen
anderer Völker um Versesserung
des Loses der Arbeitnehmer
in ihren Ländern hemmen,
Aus allen diesen Gründen stimmen
‘ie hohen vertragschließenden Teile,
yeleitet sowohl von den Gefühlen
jer Gerechtigkeit und Menschlichkeit
wie auch von dem Wunsche,
nen dauernden Weltfrieden zu Ssi-:hern,
und zur Verwirklichung der
n dieser Einleitung aufgestellten
Ziele der nachstehenden Verfassung
hütung der Arbeitslosigkeit, Gewährleistung
eines zur Bestreitung
des Lebensunterhaltes ange‚nessenen
Lohnes, Schutz der Arbeitnehmer gegen
allgemeine und Berufskrankheiten,
sowie gegen Betriebsunfälle,
Schutz der Kinder, Jugendlichen und
Frauen, Vorsorge für Alter und Invalidität,
Schutz der Interessen der
im Auslande beschäftigten Arbeitnehmer,
Anerkennung des Grundsatzes:
gleicher Lohn für gleiche Arbeit,
Anerkennung des Grundsatzes
jer Vereinigungsfreiheit, Regelung
des beruflichen und technischen Unterrichtes
und ähnliche Maßnahmen.
Arbeit
und ArbeitsverTt.
{m September hat die vom Wetter
yegünstigte Bautätigkeit, insbesondere
jurch die Inangriffnahme von Straßenund
Gleisoberbauarbeiten, noch eine
weitere Steigerung erfahren. Der Manyvel
an Baufacharbeitern und vollarbeitsfähigen
Hilfskräften hat sich dadurch
noch verstärkt.
Neben der Bauwirtschaft war die
Rchwereisenindustrie in wachsendem
Maße für Fach- und Hilfskräfte aufnahmefähig.
Auch hier konnte der Manyvel
an Facharbeitern und vollarbeitsfähigen
Hilfskräften nicht immer behoden
werden. Insgesamt waren bei den
Arbeitsämtern am Ende des Monats
noch 3626 offene Stellen für Männer
gemeldet, für die keine geeigneten Arbeitsuchende
zur Verfügung standen.
Die Zahl der offenen Stellen für
Frauen betrug 657, wovon allein 427
zuf die Hauswirtschaft entfallen.
Die Zabl der beschäftigten Arbeitnehmer
(Männer und Frauen) ist um
2368 auf 279541 gestiegen. Damit
wurde ein neuer Höchststand erreicht.
In folgenden Wirtschaftszweigen üherrafen
in absolut besonders grobem
imfange die Einstellungen die Entassungen:
\isenerzeugende Industrie um 742,
jsenverarbeitende Industrie um 230,
Jahrungs- u. Genußmittelgew. um 256,
zau- und Baunebengewerbe um 377,
nd der Handel . um 309,
n den übrigen Wirtschaftszweigen —
ußer Landwirtschaft, Bergbau, Post
nd Eisenbahn, die kaum eine Verändeung
aufweisen — hat die 7 der Bechäftigten
nur gering zugenommen.
Diesem Anwachsen der Beschäftiganzahl
um 2368 steht wiederum wie
u Vormonat eine nur geringe Abahme
der Arbeitslosenzahl gegenüber;
je sank um 607 auf 5357. Die Urachen
sind mannigfacher Art. Neben
ler noch fortdauernden Eingliederung
‚on Schulentlassenen in die Wirtschaft
raten besonders in den Landbezirken
le bisher unsichtbaren Reserven auf
len Arbeitsmarkt, um mit Beginn der
instellungen in der Eisen- und Metallndustrie
die ersehnten Dauerarbeitslätze
zu bekommen.
Die Lage in den einzelnen Wirtschaitszweigen
und Berufsgruppen
{m lothringischen Bergbau kam es im
Zuge der Freisetzung von überzähligen
\rbeitskräften auch zu geringen Entassungen
von saarländischen Bergrbeitern
(Grenzgängern).
Industrie der Steine und Erden:
Die baustofferzeugende Industrie forierte
infolge ihres günstigen Auftragsvestandes
noch Arbeitskräfte an. Ins-‚esondere
meldeten die Ziegeleien und
m Bezirk St. Ingbert auch die Betonteinwerke
noch einen größeren Bedari
ın Hilfskräften. Den Kalksteinwerken
ınd den Hartsteinwerken konnten nur
» T. die angeforderten Arbeitskräfte
‚ugewiesen werden, weil in diesen Berieben
nur vollarbeitsfähige Arbeiter
»xschäftigt werden künnen. In der
teramischen Industrie konnten im Beichtsmonat
rd. 50 Arbeitskräfte einge-;tellt
werden. Nach Fertigstellung eines
m Bau befindlichen Ofens ist mit weieren
Einstellungen zu rechnen.
Eisenerzeugende Industrie:
Die saarländischen —Hüttenwerke
ıaben im September ihre Belegschafi
am 742 Arbeitskräfte verstärkt. Dabei
tOnnte auch eine Anzahl leichter Ar-Landwirtschaft:
in verschiedenen Arbeitsamtsbezirken
fehlen für die Einbringung der
Hackfruchternite noch Arbeitskräfte, die
selbst bei höheren Lohnangeboten nicht
yewonnen werden konnten. Die Arbeitsämter
mußten daher wieder auf
mithelfende Familienangehörige und
die Nachbarschaftshilfe verweisen, weil
wmmer mehr mithelfende Familienangesörige
und selbständige Kleinlandwirte
Arbeitsstellen ın der gewerblichen
Wirtschaft anstreben.
Forstwirtschalt:
Der Holzeinschlag hat erst schwach
eingesetzt. Selbst die noch in geringer
Zahl angeforderten Fachkräfte konnten
kaum gestellt werden. In den kommenken
Monaten werden daher die notwendigen
Fachkräfte nur durch die
Hereinnahme von Saargängern gestellt
werden können.
Bergbau:
Im saarländischen Bergbau ist die
Lage gegenüber dem Vormonat umverändert
geblieben, Den Abgängen stanjen
lediglich Neueinstellungen von
Berglehrliagen gerenüber.
Jahrgang 2 Nr, 11
der Internationalen Arbeits-Organisation
zu.“ .
Da die begründete Aussicht besteht,
jaß das Saarland in absehbarer Zeit
ıls Mitgliedstaat der Internationalen
\rbeitsorganisation. angehören wird,
jarf mit Recht angenommen werden,
laß auch wir von dieser großzügigen
/ereinigung und ihren hervorragenden
Znrichtungen profitieren.
Es kann kein Zweifel darüber beste
ıen, daß die Internationale Arbeitsarganisation
eine der Wirksamsten
Zinrichtungen zur internationalen
/erständigung ist und den Friedensbe-;trebungen
im besten Sinne dient.
=
„Ung
jeitsplätze mit Schwerbeschädigten bejetzt
werden. Mit weiteren Anforderungen
von Arbeitskräften‘ ist zu
'‚echnen.
Eisen- und metallverarbeitende
Industrie:
Der Beschäftigungsgrad ist in nahezu
Jlen Bezirken leicht gestiegen. Die
\rbeitsämter berichten, daß noch beıchtliche
Anforderungen von Arbeitszräften,
besonders von Facharbeitern,
vorliegen. Lediglich im Bezirk St. Ing-)jert
übertrafen die Entlassungen die
Ainstellungen,
Veber besonders gute Auiträge verügen
die Herd- und Ofenfabriken,
Jandwerksbetriebe und Montagefirmen,
m Elektrohandwerk ist mit der zuaehmenden
Fertigstellung von Roh-’)auten
eine wesentliche Besserung in
ter Beschäftigungslage eingetreten.
Chemische Industrie:
Durch den Rückgang in der Auftrags”
age kam es in. der pharmazeutischen
ndustrie zu Entlassungen. Das Saar.
zummiwerk und ein Betrieb der Koh«-enchemie
konnten noch Arbeitskräfte
nstellen.
Holz- und Schnitzstoffgewerbe:
Der Ausbau von Neubauten führte zu
:inem starken Arbeitsanfall in den Ban-;chreinereien,
die über starken Fachırbeitermangel
klagen, der auch in aßzehbarer
Zeit nicht behoben werden
xann. Die Auftragslage in der Möbelndustrie
hat sich derart gebessert, daß
vieder von einer Stetigkeit in der Bechäftigung
gesprochen werden kann
ie Sägewerke leiden weiter unter
len bekannten Schwierigkeiten der
lundholzbeschaffung.
Nahrungs- und Genußmittelgewerbe:
Der Bedarf an geübten Metzgern hält
ın. Auch das Bäckerhandwerk konnte
ne geringe Besserung der Beschäftizungslage
feststellen. Die Schokoladenınd
Pralinenfabriken meldeten für die
»nsetzende Saison ihren ersten Bedarf
ın HilMskräften. Bei dem starken Anyebot
an weiblichen Arbeitsuchenden
kann ein solcher Arbeitskräftebedasf
jederzeit und in jeder Höhe befriedigt
werden,
In einer Brauerei und in 2 Tabak
{abriken kam es zu geringen Kin
stellungen.
Bekleidungsgewerbe:
Der Beschäftigungsgrad war in dem