Full text : 2.1949/50 (0002)

Seite 130

Arbeit und Wohlfahrt des Saarlandes“

Jahrgang 2 Nr, 10

Unternehmer zezen den Ordnungsstrafbescheid
 ein Rechtsmittel gemäß
5 16. Abs 5, des Tarifvertragsgesetzes
ein kann die Strafsumme nicht vor Abschluß
 des Verfahrens eingezogen
werden,

Die Einziehung der Ordnungsstrafe
‚bliegt dem Landesstock für Aufgaben
jes Arbeitsmarktes der die eingehenjen
 Beträge einem Sandertitel zuführt
ınd nach Weisung des Ministers für
\rbeit und Wohlfahrt für Zwecke des

Arbeitsmarktes verwendet. -- Ab«
ıchließbend sei noch bemerkt, daß
murch die Verhängung einer Ordnungs.
;trafe der zivilrechtliche Anspruch des
Arbeitnehmers auf Zahlung des Tarifohnes
 unberührt hleibt.

Arbeit

und Arbeits er” "ung

Die Entlastung auf dem saarländisehen
 Arbeitsmarkt hat sich auch im
August fortgesetzt, Sie erstreckte sich
nicht. wie in den letzten Monaten, fast
ausschließlich anf die Außenberufe, sondern,
 entsprechend den steigenden
Produktionsziffern ja der Schwereisenindustrie
 auch auf zahlreiche industrielle
 Berufe. besonders die der
Eisen- und Stahlgewinnung.
Von den 277173 (Vormonat: 275 478)
beschäftigten Arbeitnehmern waren
226172 Männer und 51001 Frauen.
Wiederum hat sich Beschäftigung und
Arbeitslosirkeit nicht einheitlich entwickelt.
 Finer Steigerung der Bechäftigung

 um 1695 bei den Männern
tand ein Rückgang der Arbeitslosigeit
 um nur 77 gegenüber, während bei
len Frauen die Zahl der Beschäftigten
m 446 gestiegen -ist, aber auch die
rbeitslosigkeit um 309 zugenommen
at.
Diese anhaltende Zunahme des
‚rbeitnehmerpotentials ist zweifellos
ine Folge davon, daß die Frauen vertärkt
 auf den Arbeitsmarkt drängen,
lie Eingliederung der Schulentlassenen
n das Berufsleben gut fortschreitet und
lie Zahl der Rückwanderer und Zuvanderer
 in das Saarland die Zahl der
‚bwanderer übersteigt.

ıus den deutschen Grenzgebieten und
lie Hereinnahme italienischer Landırbeiter
 — vorgenommen werden. Saar.
ändische Kräfte waren nur vereinzelt
ür die Landwirtsehaft zu gewinnen.
Jarüber hinaus waren erneut Abwan«
lerungen von landwirtschaftlichen Arjeitskräften
 und mıithelfenden Familienıngehörigen
 in die Iadnstrie festzutellen.

Die bezinnende Hackfruchternte wird
ın die Landwirte und ihre Familienmitlieder
 starke Anforderungen stellen,
weil mit zusätzlichen Arbeitskräften
jjicht gerechaet werden kann. ;
Die von den Gartenbaubetrieben im
‚rüößerer Zahl angeforderten Landschaftsgärtner
 konnten nur zum Teil
restellt werden,
In die Umgebung von Straßburg
wurden 10 Frauen zur Hopfeaernte vermitte!t


Die Lage in den einzelnen Wirtschaftszweigen
und Berufsgruppen
zroß. Vermittäungen konnten nur in
yeringer Zahl — im wesentlichen durch
die Hereinanahme von Arbeitskräften

Landwirtschaft
Der Bedarf an landwirtschaftlichen
Yach- und Hilfskräften ist unverändert

Forstwirtschaft
ın «der Forstwirtschaft zeigte sich,
‚ahreszeitlich bedingt, eine ruhige Beschäftigungzslage.
 Es’ kam nur verein
zelt zur Einstellung von Kulturarbeitern.
 Verschiedene Förstereien mel-Aeten
 bereits einen größeren Bedarf
an Holzhauern für «den knmmender
Holzeinschlae.

Die Entwicklung =

1 Anm hie Sept 1950

Bergbau
Die angestrebte Verminderung der
Belegschaft ım Saarbergbau hat sich
im Berichtsmonat zahlenmäßig nicht
stark ausgewirkt, weil der natürliche
Abgang zum Teil durch die Einstellung
von Berglehrlingen ausgeglichen wurde
Die Zahl der zur vorübergehenden
Beschäftigung im Baugewerbe und iD
ler Landwirtschaft beurlaubten Bergarbeiter
 hat sich auf rd, 1200 erhöht
Im lothrinzischen Bergbau erfolgteb
zeringe Entlassungen: soweit davon
Iaarländer betroffen wurden, konntet
zie im Bangewerbe und in der Hütter
industrie untergebracht werden.
Industrie der Steine und Erden
Die baustofferzeugende Industrie #8
noch voll beschäftigt, Ein nennens
werter Bedarf an Facb- und Hilfs«
arbeitern liegt nicht mehr vor, weil de!
orößte Teil der Betriebe bereits seit
Mai voll beschäftigt ist und die heutist
Kreditlage ihnen kaum die Möglichkeit
zur Finanzierung von neuen Fabrik#
tonsbanten gibt.
Der dringende Bedarf an Fach- un
Hilfsarbeitemn ist bei den Hartsteir
werken und den Kalkwerken unver
indert hoch geblieben,
Bei der keramischen Industrie erfolg‘
;jen vor allem Neueinstellungen weil
licher Arbeitskräfte,
Eisenerzeugende Industrie
Die Beschäftigungslage in ‚der Hül
lenindustrie hat eine wesentliche EM
serung erfahren. Insgesamt ist die

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