gespeist wurde, handeim konnte, Ortsbesehungen
Neßen den Verdacht anfkommen,
daß die im Abwasser führenden
Straßengraben verlegte Wasserleiing
gebrochen war, Durch Wassermangel
traten in der Leitung und
im Zwischensammelbehälier erheblich
Pruckschwankungen auf, Die Leitung
selbst hatte ursprünglich die normale
übliche Verlerungstiefe, jedoch war
dureh Erosion die Tiefe der Verlexung
im Laufe der Zeit his zu 20 bzw, 30 em
yerringert worden, Kine im Zwischennehälter
entnommene Wasserprobe
wurde mit Membhranfiltermethade un-‚ersucht
ne ervahb am zweiten Tag
den Nachweis von Paratyphus-D-Bak--erien.
Schon hei der Ortshesichtieung
wurde Aureh den zuständiven Kreisarzt
veranlaßt, daß der in Frage kommende
Endstrane an «der Ahzweigung
des Hauptstranges freivelest und ahreschnitten
wurde, Spätere Feststellimzen
ervahen dann, daß, trotzdem keine
Wasserzufuhr in «den KEndstrang mehr
stattfand. dieser sich immer wieder mit
Irühem Wasser füllte, das durch einen
Bruch oberflächlich in die Leitung eingelrunzen
sein mußte, Somit lasven
schon am 1. Tag Ursache und Aus'ehnune
der Kpidemie fest.
Mit der Ortspolisxei wurden nun folsende
seuchenhygienische Maßnahmen
festgelegt:
ij. Ahsolute Iolierunz des aanzen
Straßenzuges (polizeiliche Veber- wachung),
7 Versammlunesverbet für den ganzen
Ort, Schulverbot uml Kirchbesuchverhot
für «den hefallenen
Ortsteil,
3. Ahlierernnzsverbot von Milch,
Olet und Gemüse für den yanzen
Ort.
1 Versorgung des ubresperrten Ortsteils
mit Trinkwasser durch Wasserwaren,.
5. Strengste Abkochvorschrift für den
übrigen Ort,
x Lebensmittellieferung unter Ausschaltung
direkter Berührung durch
ein ylücklicherweise im Sperrgebiet
vorhandenes Lehensmittelgeschäft.
Die Lebensmittel werden in von die-‚m
Geschäft bereitgehaltenen Körben
Mer Gefäßen in Empfang genommen,
Die Anlieferer kommen mit niemand
n Berührung.
Am selben Tag wurde Phagogene
4, N. CC. — Aerosol angewenJet, Aus
Materialmangel konnte zunächst aur
äamal täglich vernebelt werden, bis
sach zwei Tagen genügend Phagogene
rorhanden war, so daß zweimal täglich
sine Vernebelung durchgeführt werden
konnte und zwar wurden die Zimmer
Mit den Kranken und in der Nähe liezenden
Gelasse, sowie Familienangehöge
ausgiebig dem Aerosol ausgesetzt.
Dazwischen wurden auch Bebhandlungen
der Flächen mit Phagogene-Spritz-Pistole
durchgeführt, Selbstverständich
mußten die Desinfektionsmaßnahnen
zur Desinfizierung der Hände der
Kranken und der Pfleger,” sowie die
*omlahrt_des Saarlandes”
jesinfektion der Ausscheidungen, die
)jesindektion der Hauskläranlagen und
les Abwassergrahbens mit Hille von seöschtem
Kalk täglieh durchgeführt
’erden, Diese Desinfektionamethoden
önnen nicht durch die Phagogene-'‚ernehrlungsmethnde
ersetzt werden.
jei täglicher Durchführung dieser
Taßnalımen trat nach 4 bis 5 Tayen
ei Jen meisten der 20 Erkrankten beeitx
eine wesentliche Besserung mit
larem Temperaturabfall und Appetitteigerung
ein. Leılielich zwei Neurkrankumgen
traten noch in den beien
ersten Tagen hinzu, die aber ebenals
nach 4 his 5 Tayen entfebert und
vesenilich vehessert waren, <o daß nach
täyirer Vätirkeit die Kpirtlemie als ab-’‚eschlo=sen
und heherrscht hefrachtet
verden konnte,
Mit ausschlauzchen«d für die Möyheheit
der Anwendung «dieser neuen Meanden
und den Erfolge war jerloch die
Adntorisiernne der Orvane ‚der Öffent-‘chen
Gesumdheitshehörden. die ein sonrtiyes
Kinereifen md die tägliche
Tehberwachumez und Veberprüfung erst
arme iehten.
Diese Para yphus-B-Epidemie, bei der
hagerene als Aerosol angewendet
vurde, zeit in ihrem Ablauf zroße
‚ehnlichkeit mit der Gärtner-Epidemje
2 unserm Tierstall, die wir durch Pha-‘oeene-Kinsatz
in «drei Tagen abstop-‚en
könnten, A
Auch beim Eiasatz des neuen Phaogene
HA. N, C.-Aerosols während
iner Scharlachepidemie in einem Waienhaus
konnten wir ähnliehe Ergebisse
wie hei der Paratyphus-B-Epideie
erzielen. Am 13, 6. 1950 trat dort
je erste Seharlacherkrankung auf, Die
‚ächste Erkrankung begann am 17. 6.
050. Dann crfolgte eine Raffung der
irkrankunesfälle in der letzten Jumizoche,
so daß feststand, daß ein Epiemiestadium
herrschte, Die Ahgrenung
der Epidemie bog in diesem Falle
‚eine Schwierigkeiten. da abgenommen
verden konnte, daß alle Anstaltsinsasen
gleichermaßen krankheitsverdächig
waren; es wurde also eine strenge
‚usgehsperre und die bisher üblichen
fethoden zur Händedesinfektion eingeetzt.
Die Erkrankten wurden in statioäre
Krankenhausbehandlung gegeben
x so isoliert.
Scharlach als Virus- und Streptocoeeninfektion
wird neben Kontakt hauptächlieh
als Tröpfeheninfektion durch
ie Luft übertragen. Hier ist der Einvirkungsmechanismus
des Phagogene
I. N. C.-Aerosols als spezifisch anzuehen
und der Einsatz des Verfahrens
schien besonders erfolgversprechend.
Am 30. 6. 1950 wurden alle noch im
Vaisenhaus anwesenden Kinder . im
‘Braum versammelt und zweimal tägieh
eine Stunde lang dem Phagogenejebel
ausgesetzt. Zugleich wurde das
-anze Haus zweimal täglich aerosoliert,
*ßböden, Schubladen, Spielzeug und
'ußleisten mit Phagogene-Spritzpistole
‚esinfiziert, Diese Maßnahmen wurden
jrei Tage hintereinander durchgeführt.
Später wurden dann nur mehr täglich
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ille Räume des Hauses aerusoliert, olae
laß dabei «die Kinder eine Sinnde jang
lein Nebel auszesetzt wurden. Nach
ner Zwischenkontrolle wurden, da
ach einige Kinder aaf Streptococeen
wsitiv waren; ‘die Kinder nochmals
“ne Stunde ‚lem „Aerosolnehel von
agogene ansgeseizt, Bei diesen Maßıahmen
trafen keie Nenerkrankungen
yehr auf.
Wenn wir alı letzten Erkrankungsfahl
20), 6. 1950) die hei Scharlach übliche
nkubationszeit von 7 bis 10 Tagen errankungsfrei
überstanden haben, kön.
jen wir heute abschließen) sazen, daß
vir dureh alleinigen Finsatz des Phazogene-
Aerosols slimse Hausepiemie an
Scharlach erfolgreich bekämpft haben.
Hier lagen, wie vorstehend schon ervähnt,
durch «den Uebertragungsmodus
ler Scharlach hedingt, die KEinwir-‚ungsmöglichkeit
«des A\erosols günstiver.
als dies hei Erkrankunzen der
"yphus-Paratyphus-Enteritidis - Gruppe
ler Fall ist. Auch hier scheint, wenn
vir das restlose Sistieren der KErkrannngsfäHe
nach Einsatz des Pharogene-\erosols
beachten, eine desinfizierende
Virkung auch auf den Organismus
tattgyefunden zu haben. Diese Paralelität
unserer bisherigen Beohachtun-‚en
gibt uns Anlaß, an eine therapeujsche
Wirksamkeit des Phazocene
1 N. CC zu denken.
Diese Annahm. bedeutet einen weentlichen
neuen (jesichtspunkt in der
zanzen Seuchenhekämpfung und stellt
jas Desinfektionswesen anf eine neuere
virksamere Basis und macht diese
anze Organisation zu einem wichtigen
Ygemein- und stantsmedizinischen In-Irument,
dessen vorhbeuzende um heiade
Tätigkeit vielen Menschen und
mit dem Staate selbat zugntekommt
Beitragsermässigung für Lehrlinge
Der Arbeitsminister des Saarlandes
at mit Zustimmung des “Sozialpoliti«
chen Ausschusses des Landtages angerdnet,
daß mit Wirkung vom 1. Juli
950 ab der Beitrag zur Kasse für
'amilienzulagen für Lehrlinge, Anlerninge
und Praktikanten von 14 %s auf
' 8/4 Prozent des Grundlohnes herab-'jesetzt
wird. Diejenigen Arbeitgeber,
ür deren Beschäftigte die Beiträge nach
‚ohnstufen berechnet werden, können
je neuen Gesamtbeiträge für Lehrlinge,
\nlerniinge und Praktikan:en aus der
eit l. 1. 1950 gültigen grünen Beitragsabelle
‚der L.V.A, ablesen, und zwar
ınter Zuhilfenahme derjenigen bisjerigen
Beitragsgruppen, die in der
»rozentualen Höhe des Gesamtbeitrags
len neuen Beitragsgrupper für Lehringe,
Anlernlinge und Praktikanten entprechen.
Diejenigen Arbeitgeber, für
leren Beschäftigte die Beiträge nach
lem wirklichen Arbeitsverdienst berechjet
werden, erhalten durch besonderes
Schreiben der zuständigen K.V.A. AufıJlärung
darüber, wie die neuen Beiträge
ir Lehrlinge, Anlernlinge und Prakikanten
zu errechnen und in den monatichen
Beitrags- oder Lohnnachweisun-;en
zu erfassen sind.
Do u nz ———
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