Full text : 1.1948/49 (0001)

Jahrgang

?. Vermittlung geigneter Heilbehandlung,

Ausstellung von Zeugnissen für
Beihilfen. und zwar sowohl auf
Anfordern von Behörden wie beim
Vorliegen eines öffentlichen Inter-LES,

%. Aufklärung und Belehrung der Beyölkerung,

Zur Durchführung dieser Maßnalımen
stehen den Gesundheitsämtern Beben
jem ärztlichen und sonstigen Personal
der Fürsorgestellen, Fürsorgerinnen
auch Gesundheitspflegerinnen genannt)
and Gesundheitsaufseher (früher Kreisdesinfektoren)
 zur Verfügung, Die Fürsorgerinnen
 besuchen die Kranken in
ihrer Wohnung und sorgen für die familiäre
 Betreuung. Während des Aufonthaltes
 des Kranken in der Heilstätte.
 bzw. im Krankenhaus, stehen
sie der Familie helifend zur Seite, Sie
berichten an das Gesundheitsamt über
äie familiäre, gesundheitliche. wohnungsmäßige
 und wirtschaftlich finaBezielle
 Lage der Familienangehörigen
des Kranken bzw. des Kranken selbst.
Die Fürsorgerinnen beschaffen weitrehend
 die erforderlichen Unterlagen
för die gesundheitliche und wirtschaftliche
 Betreuung des Tbe-Kranken,
Der Gesundheitsaufseher besucht
häufig. möglichst in unregelmäßigen
Abständen, die offen. und fakuliativälfen
 Erkrankten. und kontroliiert die
angeordneten Desinfektionsvorschriäften,
und belchrt den Kranken und seine
Familie Immer wicder über die Behandung
 des infektiösen Materials, Er veranlaßt
 laufend die Answurfunter
suchungen,
DIS Tätigkeit der Tuüuberkuloseniürzorgestellen
 der Gesundheitsämter ist,
soweit Untersuchung und Beratung ig
Frage kommen, kostenlos, Behandlung
innerhalb der Beratungssteilen darf nur
mit Erlaubnis der Aufsichtsbehörde und
im Einvernehmen mit der ärztlichen
Siandesorganisation stattfinden,
Die Entscheidung über die Durchführung
 von Heilplänen und wirtschaftlichen
 Maßnahmen sowie deren
Durchführung gehören nicht zu den ge-3etzlichen
 Aufgaben der Gesundheits-Ämter,
 Sie liefern lediglich die Unterlagen
 für derartige Maßnahmen und
geben sie an die in Frage kommenden
Kostenträger weiter. Hier kommen in
erster Linie im Saarland die Landesversicherungsanstalt,
 die KEisenbahndetriebskrankenkasse.
 die Saarknappschaft
 und der Landesfürsorgeverband
in Betracht, Die Kostenträger ühbernelımen
 Heilverfahren
a) zur Abwendung drohender Invalidität
 und
b) zur Beseitigung eingetretener Invalidität.
 falls wieder Erwerbsfähigkeit
 erreicht werden kann.
Während sich früher die Versichemingsträger
 weitgehend in die nachyehende
 Fürsorge bei den Tuberkulosekranken
 einschalteten und ‚zur weityehenden
 Verbesserung der wirtschaftlichen
 Lage der Erkrankten und ihrer
Familien beitrugen. ist dies infolge der
schlechten Finanzlage der Versicherungsträger
 heute fast ausschließlich
Sache des Landesfürsorgeverbandes,
Ein sehr wesentliches Problem ist die
Unterbringung der erfaßten

ww. 7a
“ap DE

Kranken in Heilstätten, m Asylieruugs
jeimen und in Krankenhäusern, Nach
len vorliegenden, vorher erwähnten
Zahlen befanden sich‘ Ende Juni 1948
— diese Zahlen haben sich inzwischen
um etwa 10 Prozent erhöht — insge-‚amt
 632 Personen in Heilstätten- bzw.
Srankenhausbehandiung. 149 Personen
waren in Asylierungsheimen bzw. iB
Srankenhäusern zur Asylierung unter.
zcbracht. Liazu kommen 124 Personen,
lie zu Hause nicht genügend asyliert
waren, im Krankenhaus bzw. Asrtlieungsheim
 mangels Platz nicht unterzebracht
 werden konnten.‘ Es ergibt
‘ich hieraus ein Gesamtbedarf
7zon 905 Betten. der sich. wie vor-1er
 erwähnt durch eine 1üprozentige
Zunahme innerhalb des letzten Halbahres
 auf rund 1000 erforderliche
deilstätten-. und ‚\sylierungsbetten
rhöht,
Zurzeit stehen zur Verfügung:
Jeilstätte Sonnenberg 195 Betten
"be,-Station im L.K.H
Homburg
Städt, Kinderklinik Neun-Kiıchen
 . 100
Landesheilanstalt Merzig 135
insgesamt 4tu Better

Bei den übrigen Krankeui,äusein des
Maarlandes können insgesamt noch etwa
50 Betten für die Unterbringung Tujerkulosekranker
 in Anspruch genomcn
 werden. Die Erstellung von
fuberkuloseheilstätten inıerhalb
 des Saarlandes hat
sich als unumgänglich notwendig
 erwiesen. zumal auch
ußerhalb des Saarlandes Heilstätter
aicht in genügender Menge zur Ver.
ügung stehen: außerdem sind die z. T.
n der Schweiz vorhandenen Möglich:
zeiten für uns finanziell unerschwingich.
 und zudem nur ein geringer Teil
ıinserer Patienten für das Hochgebirgs-<lima
 geeignet, Es sind deshalb vorst
 drei Bauvorhaben geplant.
‚on denen zwei bereits in Angriff ge
1ommen werden konnten. Es handel
äich um das im Rohbau yorbanden geweseBe
 Gebäude uer früheren Gaurauenschaftsschule
 bei Ludweiler im
ANarndt, an dem seit nunmehr 2 Mona
en gebaut wird und für das der Land
ag bisher 140 Millionen Frs, bewilligte.
Mit der Fertigstellung ist. nach Ansicht
jer Fachleute. gegen Ende Jieses Jah-'e8
 zu rechnen, Es sind dort 200 Heil
;#ättenbeiten für Erwachsene vorgeıehen.


Werner Kunz
Papier, Schreibwaren, Bürchedarf
‘ Saarbrücken 6
Saargemünder Sir. 128, Te!. 5536
Verkauft von Wertmarken
und Fahrscheinblocks für
die Strassenbahn.

seite 47

Auberdem ist in der Nähe von Kleip-Llittersdorf
 der Bau einer Kinderheil.
stätte vorgesehen. die 65 bis 7U Berten
aufnehmen soll, Der Bau ist bis zum
1. Übergeschoß vorhanden. Bisher sind
X0 Millionen Frs. dafür freigegeben,
Daneben beabsichtigt die Sonnenberg
L.m.b.H., die diese beiden neuen Heil.
stätten in ihre Regie zu übernehmen
Zedenkt, das Dachgeschoß ihres Haupt
jauses auf dem Sonnenberg zu Kıankenzimmern
 auszubauen. Es mub 2u
liesem Zwecke außerhalb des Hauser
;n dem reichlich zur Verfügung stehen:
den Gelände eine neue Unterbringungsmöglichkeit
 für das Heilstättenperseona!
entstehen. das bisher die Räumlichkeiten
 des Dachgeschosses bewohnt
hat, Durch dieses Projekt können wi
tere 50 Betten gewonnen werden. S0
daß durch diese 3 Bauvorhaben weitere
350 Betten für Tuberkulosekranke ze
schaffen werden können, Pamit wüure
unier der Voraussetzung, daß immerhin
 noch eine gewisse Zahl von kıanken
 außerhalb des Saarlandes unter
gebiacht werden könnte, der dılnm
yendste Bedarf an 7. Netiäittonhbetrten
WESTIEHEN

Um die lubelnususchiidlacd U gg
üchst frühzeitig zu erfassen — elne
Tatsache, die scit jeher der Wun-ckh
aller beteiligten Institutionen ist — is!
auf Veranlassung der Landesversicuerungsahstalt
 zurzeit eine Rönir a
durchleuchtung der Jahrgänge 1929
1930 und 1931. in Zusammenarbeit 1.4
den Fuberkulosefürsorgestellen 1-41
besundlieitsämter im Gauge, Es handelt
 sich hierbei insıresamt um erwa
18 0400 Personen.

Das ideal da sinulicacH Lüberhunz
zenfürsorge ist jedoch die Anlegung
eines Röntgenkatasters dergesamten
Bevölkerung unseres Staatsgebiet. s,
Hierzu ist vie Beschaffung ein-e
Köntgenreihenbildgerätes Vorauss £
zuug. Es wird damit möglich Svcin,
innerhalb drei Jahren die gesamte
Bevölkerung rüöntgenoloyzisch
 zu untersuchen, und da
mit alle Voraussetzungen für eine
Früherfassung und -Behandlung 7u
sphaffen.

Alie diese Masuanuscn der DBekäünnp
ung der Tuberkulose, die großen Baurorhaben,
 die Röntgeanreihenunier
zsuchungzen, die Durchführung der Heil
verfahren. die Kosten für Renten durch
die Versicherungsträger, die enormes
Aufwendungen des Landesfürsorgever
bandes usw, übersteigen, da Sie 8
neben allen andern enormen Summep
für die Sozialfürsorge, Wiederaufba®
usw. aufgebracht werden müssen. be?
weitem die finanzielle Leistungslähigkeit
 unseres kleinen Staates, Es wäre
daher zu begrüßen. wenn sich im Rah
men der internationalen Tyberkuloschilfe
 die Möglichkeit
einer Zuwendung für das Xaarlarır
bieten wärde.

Zulassung zu kassenärztlicher Tätigkel
{(B 1/ 168/49)
Nach den gesetzlichen Vorschrifter
kann eine Zulassrng zur K«*senpraxis
nur durch den Zulassungsaugs:
schuß bei der Kassenärztlichen Ver
einigunz Saar erfolren.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.