Full text : 1.1948/49 (0001)

Jahrgang 1 Ne, de

wiesen sind. Würde sich die Tätigkeit
der Arbeitsämter nur im „Stempeln“
und der Auszahlung von Unterstützung
erschöpfen, und wenn sie nicht täglich
eine große Anzahl offener Stellen anbieten
 könnten, so würden Hoffnungslosigkeit
 und Not unter den arbeitslosen
 Menschen ein unerträgliches Ausmaß
 annehmen,

Man darf zwar den Aussagewert sta-MMstischer
 Zahlen, gerade in der Arbeitsvermittlung,
 nicht überschätzen, sie
lassen aber bei einem Vergleich mit
den Fluktuationsziffern erkennen, daß
selbst in Zeiten der Stagnation der
Wirtschaft Arbeitsmöglichkeiten für
nahezu alle Berufsgruppen gegeben
aind. Nachstehende Uebersicht zeigt
lie Vermittlungsergebnisse in den letzten
 drei Jahren. verglichen mit dem
Ergebnis von 1939:
Vermittlung, 1946 1947 1948 ° 1939
magesamt: 93785 76145 77844 70745
Die Arbeitsämter hatten 1948 92718
Zuränge und 99588 Abränge zu verzeichnen.
 das sind durehschnittlich,
arbeitstäglich 641 Veränderungen. Hiuzu
 kommen noch die Umsetzungen von
Arbeitskräften von Betrieb zu Betrieb,
also ein Wechsel des Arbeitsplatzes,
üjer nicht über die Umschlagstelle
Arbeitsamt geht. aber von diesem einyeleitet
 und dirigiert wird.
Diese Fluktuation tritt zudeq keineswegs
 gleichmäßig auf, sondern is& zeit-KHeh,
 beruflich und bezirklich recht ver.
schieden, Z, .B, setzt heute ein Werk
ainen - Teil seiner Belegschaft frei
reatern zwang der Frost zur Kinstel
lung von Außenarbeiten, für morgen
ließ ein Betrieb seine Belegschaft wieder
 zurüekrufen und verlangt zudem
weitere Vorschläge über verschiedenartize
 Spezialkräfte für einen besen-JZers
 dringenden Auftrag usw. Nehen
lieser Belastung, die durch den ruckweisen
 Andrang entsteht, der an sich
schon eine ungewöhnliche Anpassungsähigkeit
 der Arbeitsvermittlung verjamgt.
 kompliziert sich die Arbeit weiter
 dadurch, daß die Zusammensetzubg
der Arbeitslosen nach Alter, Geschlecht,
Beruf, Wohnsitz, Gemeinde usw. immer
wieder ein neues Gesicht zeigt. Bald
muß sich die ganze Sorge der Arbeitsvermittlung
 auf die Unterbringung der
älteren Arbeitskräfte konzentrieren, da
eine allyemeine Verjüngung der Belegschaft
 durch die Betriebe angestrebt
wird. bald gilt er Sondermabrahmen
für jüngere Arbeitskräfte zu treffen,
da diese als weniger erwerhsbedärftig
angesehen werden und bei Grunpenentlassungen
 regelmäßig zuerst frei
yesetzt werden.
Diesem Andrang, in seiner Differenziertheit
 nach Alter, Geschlecht, Beruf,
Leistungsfähigkeit, Arbeitsenergie und
Arbeitsschieksal überhaupt, stehen die
Arbeitsvermittler gegenüber, So haben
ch im Konflikt zwischen Andrang und
individueller. Behandlung, im Bestreben,
lie Qualität der fachlichen Arbeit, auch
bei einen Ansteigen der Arbeitslosigkeit,
 zu sichern, vorallem folgende
Grundsätze durchgesetzt: Ein vorsorglich
 gyeordneter Verkehr, nicht Schalter
zur Abfertigung, sondern Einzelberatung
m ungestörtem Kaum, als Vorauseizsung
 für die eingehende Arbeitsgeratung,
 planınäßige Auslese aus der
jesamtheit der Anwärter nach exakten
Vermitthmogunterlamran

„Arbeit und Wohlfahrt des Saarlandes

Seite 173
SE

In einer solchen Zeit nimmt erfah-'ungsgemäß
 die eigene Arbeitssuche
ler Arbeitslosen in jeder Form wieder
zu. Sie gehen zu ehemaligen Arbeit.
zebern. von Fabrik zu Fabrik, von
»iner Baustelle zur anderen, sie interesieren
 Freunde, Bekannte, Cewerk
schaftskollegen, melden sich auf Inse-‘ate
 usw, Aus dieser Situation erwächst
 der Arbeitsvermittlung eine
veifere Aufgabe — wie sic, trotz
lieses Wettlaufs um einzelne offene
\tellen, den Ausgleich möglichst in der
Tand behält, Das Arbeitsamt muß von
zorneherein damit rechnen. daß ihm
lie offenen Stellen auf diese Weise ent-‚leiten
 können. Wenn es jedoch die
nzelnen Unternehmungen seines Beärkes
 mit ihrer beruflichen und berieblichen
 Eigenart genau kennt, wenr
% ihnen die besten Stammarbeiter vernittelt
 und immer geeignete Hilfssräfte,
 auch bei plötzlichen Anforde:
‘ungen, stellen kann. wenn es weiß.
wann in den einzelnen Betrieben dir
Zeschäftigungslage zu wechseln pflegt
hnen geeignete Arbeitslose anbietet.
iberhaupt eine enge Verbindung mit
lem Personalbüro unterhält, und eine
\nfrage des Arbeitsamtes nie ak

zwecklose Störung ewpfunden wird
und wenn schließlich auch die Betricbe
auf die oft erprobte Mitwirkung re
Arbeitsamtes bei der Auswahl der
Kräfte. auch in Zeiten des Veberaneebotes,
 nicht verzichten wollen, erst
dann ist die Voraussetzung für «ie
volle Einflußnahme auf dem Arbeits«
markt gegeben, Eine solch bedeutsamt
Stellung in der Wirtschaft des Bezirkes
kann ein Arbeitsamt aber nur duret
mühsame Kleinarbeit erringen. Der
Arbeitsvermittler muß zeitweise vom
Schreibtisch freigenmacht werden, um
jen Kontakt mit den Arbeitgebern dei
Bezirks zu suchen und aufrecht zt
erhalten.

In allen Arbeitsämtern wächst von
Tag zu Tag. mit jedem Vorgang au|
dem Arbeitsmarkt, mit jeder Kenntnis
eines weiteren Schicksals, mit jeder er.
folgreichen Vermittlung wie mit jedem
mißglückten Versuch, wenn sie in ihren
Ursachen erkannt und bewußt im Zusammenhang
 der Erfahrungen einre
ordnet werden, die arbeitsmark tt.
politische Einsicht und dami
der‘ Wert der Arbeitsyermittlung
überhaupt.

Die Zahl der Arbeitsuchenden und offenen Stellen Ende Oktober 1949
a) nach Arbeitsamisbezirken

Arbeitsuchende

Davon: arbeitsior

Oftene Stellen

\rbeitsamtsbezirke

ku
=

=
T
>

SZ
®
>

Jaarbrücken 1408 1020 2428 870 1757 1627 14% 109
Jeunkirchen 2281 825 3109 1012 700 1712 212 0x7
Snariouns: 648 1102 1750 466 736 19209 420 69
3t. Ingbert 423 754 1157 265 615 880 5538 665
Wadern 297 60 338 85 10 45 49 12
Arbeitsamtsbez. zus 5041 3741 8782 2618 2818 5466 2609 Ca
>) nach Berufsgruppen

‚and Wirtsch. Berufe
Forstwirtsch. Berufe
3ergieute .
iteinar beiter
Aetaltarbeiter
;pietwarenarbeit‘
;nemiearbeiter
Jummiarbeiter
7extilarbeiter
’apierarbeiter
£2derarbeiter
[oizarbeiter
’ahr.- u Genußm.
arbeiter
eklieidungsarbeiter
*riseure u. Körper
pflege-Berufe
Jauarbeiter
Yraphische Berufe
einigungs- u Der
infektionsarbeiter
zühnen-. Filmarb.
Jaststättenarbeiter
/erkenrsarbeiter
iausgehilfer:
Lilfsarbeiter
{aschinisten, Hetizer
Caufm. u. Büroberufe
ngen. u. Techniker
jonstise Berufe
Arbeitskräfte Ohne
festen Beruf 278
m RM >74
barı f5Fru0Dan zue

H

235
85
26
86
1

24

5

19
154

*
z
9

da
Rear

3
209

54 o—
36 5
6 18
886 —
1 or

OE
25€
4

X
74
23

"4
1
14
285
611
89
3 18
2415 148%
5 1218
no 195

*
169
422
881
“390
. 64 M
5 968 843
6 200 1138
129 277 9

27 28
87 3
— 431
1042 27
1 —
18 48
2 —
11 *

<+

RT

102
Zi =

419
TS ate-A971



2 Pad

3

3 a0
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.