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„Arbeit und Wohlfahrt des Saarlandes“
Jahrgang 1 Nr, 12
Bekleidungsgewerbe:
Die Beschäftigungsiage war in den
einzelnen Bezirken und Branchen recht
unterschiedlich. Im Bezirk Saarlouis
waren sowohl Kleiderfabriken wie
auch Wäschefabriken und handwerkliche
Betriebe mit Aufträgen gut versorgt.
Die angeforderten Fachkräfte
konnten nicht restlos gestellt werden.
[m Bezirk Saarbrücken verfügen die
Maßgseschäfte und vereinzelt auch
Wäschefabriken nicht über genügend
Aufträge.
Die Schuhfabriken blieben — bis
auf einen Homburger Betrieb —. voll
jeschäftigt und aufnahmefähig für
Facharbeiter.
Schwerbeschädigten vermittlung:
Im Oktober konnten 51 Schwerjeschädigte
in geeignete Arbeitssteljen
vermittelt werden. Die Zahl der
arbeitsuchenden Schwerbeschädigten
it jedoch infolge weiterer Zugänge
nicht gesunken,
Angestelltenvermitilung:
Durch Personalabbau bei den Beaörden
und in der gewerblichen Wirtschaft
übertrafen . die Zugänge an
;tellensuchenden Angestellten die Abzänge.
Die Vollbeschäftigung in verschiedenen
Wirtschaftszweigen, be-;onders
in der eisenverarbeitender,
'ndustrie und im Baugewerbe, hat in
ıählreichen Fällen zur Uebernahme
ron ehemaligen Büroangestellten aus
len Reihen der Belegschaftsmitglieder
zeführt.
Arbeitsvermittlung
für Frauen und Mädchen:
Die besinnenden Aufforstungssarbeiten
brachten neue Arbeitsmög
lichkeiten für Kullturarbeiterinnen. _
In den VUebertagebetrieben der
Steinkohlenbergwerke hält die Ablösung
von Frauen durch mönnliche
Arbeitskräfte an. Dagegen wurden
im Baugewerbe wieder Hilfsarbeiterinnen
zur Aushilfe eingestellt.
Im Bezirk Saarbrücken war die
Süß warenindustrie infolge erhöhter
Produktion für Weihnachten aufnahmefähilg
für weibliche Arbeitskräfte.
Während in Mühlenbetrieben Mehlpackerinnen
entlassen wurden, konn-(en
im Mehlgroßhandel Packerinner
eingestellt werden
Die Anforderungen von Fach- und
4Yilfskräften für das Bekleidungsgewerbe
gingen zurück. In einzeinen
Betrieben er{olgten Entlassungen und
Verkürzung der Arbeitszeit.
Chemische Industrie:
Betriebe für pharmazeutische Articel.
Seifenfabriken und solche der
Gummiverarbeitung nahmen noch
Arbeitskräfte auf.
. °
Probleme der Arbeitsvermittliung
Von Reg.-Iinspektor H. Lawall
Die. Zahl der Beschäftigten (Arb eitnehn:er} Ende Oktober 1949
aufgeghedert nach Arbeitsamisbezirken und Berufsgruppen
2) nach Arbeitsamtsbezirken
Tnter Arbeitsmarkt wersteht man die
Summe der Arbeigsuchenden
and die Zahl der offenen Stellen,
kir die Arbeiter gesucht werden,
eberwiegt die Zahl der Arbeitsuchen-Äen,
wird von einem ungünstiren
Arbeitsmarkt gesprochen, während bei
»inem Mehr an offenen Stellen die Lage
als günstig hezeichnet wird, Damit
werden aber die tatsächlichen Verhähtnisse
nicht immer richtig und wvoHständig
gekennzeichnet. Eret wenn sieh
Angebot und Nachfrage einigermaßen
ausgleiehen, sollte man von einem äünstieen
oder ausgegliehenen Arbeitsmarkt
sprechen, Im anderen Falle
handelt es sich um ein Ueberangebot
auf der einen oder anderen Seite — um
Spannungen, Von Spannungen auf dem
Arbeitsmarkt wird aber auch gesprochen.
wenn das Angebot an Arbeias-Kräften
rein zahlenmäßig mit der Nachfrage,
also den offenen Stellen, über->nstimmt,
Dabei handelt es sich wenizer
um Spannungen als vielmehr um
°öine Disharmonie, da entweder die
Arbeitsuchenden nicht für die Arbeit
zeeianet sind oder, umgekehrt, die
Arheit nicht für die Arbeitsuechenden.
Bei Veröffentlichung der Arheitslosenzahl
sollte man deshalb auch steis die
duhbeseizten, offenen Siehlen bekanntzeben.
damit auch der Außenstehende
ein. richtiges Bild über die jewehige
Arbeiitsmarktlaee eewinnt.
Beschäftigte mit Wohnsitz im Saarland
Beschäftigte
1 mit Wohnsitz
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Saarlanıtes
Arbeitsamisbezirke
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Saarbrücken 85 207 19 4061
Yeunkirchen 749 — 425 9417
jaarlouis 47516 + 174 8740
St Ingbert 29037 + 226 6081
Wader- 71271 © 9 1 090
Arbeitsamtsbez. zus 219 750 + 1346 49308 + 36 2609085 + 1906 6729 a)
3ı nach Berufscruppen
‚Aandwirtseh. Berufe 2619 — 64 19.2301 — 47 17
Porstwirtseh. Berufe Si9 + ff 1443 + 28 7
Zergleute 49 659 Mar 560.244 + 526° 2868
steinarbeiter 2 606 : 263 23 1256
Aetallarbeiter 532.993 5) 401 61 1 1°0
;pieiwarenarbeiter 22 23 > —
"hemiearbeiter 741 425 R 1
zummiarbeiter N 5 2
rexiilarbeiter 67 150 — 1
>apiera: beiter 206 — “q 440 + 7
‚ederarbeiter 243 + 21... 5600 3 99 + 249
Lolzarbeiter 1604 — 119 90 + 7 774 + 126
arbeiter 7° ""m.- 7055 _ 1 28. + 18 533 + 17 19
3ekleidungsarbeiter 2367-+ MM 4456 + 164 GEBR — 19% 1
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pflege-Berufe 1307 — 12 180 — 5 287— 17 —
kauarbeiter 13 850 + 104 3 — 1 153853 <i- 1% 1072
iraphische Berufe 963 +4 1 142 — 7 1105 — 6
teinigungs- u. Des )
infektignsarbeiter uü7— 8 254 + 18 ML + 160
3ühnen-, Filmarb. 22 + 1 2° — D4 — 1
zaststättenarbeiter 50) + 13 1557 — 2 . 207+ 21
Verkenrsarbeiter 1667 — 8 1698 + 23 183955 — 2
Jausgehilfen 419 — 4 126253 — 9 135044 13
zilfsarbeiter 17648 + 400 4414° + 104 29062 ı 504
Maschinksten, Heizer . 4337 + 235 56 — 2 4438 + 13
<aufm. u. Büroberusfe 27126 + 69 16069 + 246 43195 + 315
ngen. u. Techniker .. 6975 — 1 231'4+ 5 712064+ 4
Jonsiige Berufe 276 — 9 2894- R 5650 17
eeten Beruf m 494 + 106 125. 619
Berufserunnan zuge. 219 780 + 12:46 490808 + 264 9 OSR 4 1806 6129 A
Das Dedäürfnis, den Ausgleich zwischen
Angebot und Nachfrage wirt-Schaftlich
zweckvoll und sozial gerecht
au vollziehen, ist immer gegeben, steigt
aber mit Zunahme der Arbeitslosigkeit.
Da bei einer wechselnden Arbeitslosigkeit
auch der Ausleseprozeß der Wirtschaft
strenger wird, droht allzusehr
die Gefahr, daß die Arbeitsvermittlung
»inen zu starken wirtschaftlichen
harakter gewiunt und ihre sozialsolitische
Aulgabe zurückgedrängt
wird, Es muß deshalb: die Forderung
erhoben werden, daß auch bei einem
Ceberangebot an Arbeitskräften Rück-;icht
auf die sozialen Verhältnisse derjenigen
Arbeitslosen genommen wird,
lie keinen wirts hafılichen Rückhalt
hahen und 2uf eite Lolhnarheit ange-