die preußischen Bahnen werden dagegen im wesentlichen auf die
Verwendung von Kohlen angewiesen sein. Die Kanalisierung der
Mosel und der Saar würde daher auch für die preußische Eisen—
bahnverwaltung ausnahmsweife eine günstige Gelegenheit darbieten,
um zum elektrischen Betrieb einer stark benutzten Vollbahnstrecke
Koblenz⸗Trier), unter Umständen auch der sich an diese anschließenden
Nebenbahnen, Wasserkräfte benutzen zu können. Das gleiche gilt
selbstverständlich auch sür die Moseltalbahn Trier-Bulley. Ohne
auf die technischen Einzelheiten dieser Benutzungsart hier weiter
einzugehen, soll im nachfolgenden Beispiel überschläglich untersucht
werden, welchen Einfluß die Einführung eines elektrischen Betriebes
auf der Bahnstrecke Koblenz-Trier unter Benutzung der Mosel—
wasserkräfte auf die Rentabilität dieser Kraftwerke ausüben würde.
Beispiel 3.
Auf die der Eisenbahnstrecke Koblenz-Trier (111 kmeLänge)
entsprechende Moselstrecke (195 km Länge) entfallen 25 Stauanlagen,
also ebensoviel Wasserkraftwerke. Wird angenommen, daß von
diesen Werken 9 für elektrochemische oder ähnliche Betriebe voll in
Anspruch genommen sind, so bleiben für den hier zu besprechenden
Eisenbahnbetrieb 16 übrig, und zwar werden für sie in erster Linie
die möglichst nahe der Eisenbahn gelegenen zu wählen sein.
Auf der Bahnlinie verkehren zurzeit etwa 16 Personen- und
22 Güterzüge in jeder Richtung, d. i. zusammen 76 Züge in
24 Stunden. Wird für jeden Zug zur Durchfahrung dieser Strecke
im Mittel die Zeit von drei Stunden angesehen, so befinden sich
gleichzeitig: 76.52240 — 9,5 Züge auf der Strecke. Zur Berück—
sichtigung der Haltezeit auf den Stationen sollen hiervon 9 Züge
als in Fahrt befindlich angesehen werden. Die Zugkraft einer
Lokomotive im Mittel zu 500 P8 angenommen, würde zur Be—
örderung dieser Züge eine mechanische Arbeit von 9. 500 — 4500 PS
erforderlich sein. Wird hierzu bei Einführung eines elektrischen
Betriebes für Verluste in den Leitungen und den Motoren noch
20 040 hinzugerechnet, so beträgt die von den Wasserkraftwerken für
den Eisenbahnbetrieb zu leistende Arbeit 5400 PS (rund 4000 KW)
d. i. für eins der 16 in Anspruch genommenen Werke rund 340 Ps.
Als Belastung dieses Werks durch den Eisenbahnbetrieb ist demnach
die Anzahl von: d — 3285 Stunden Jahr anzusehen.
Wird ferner angenommen, daß außerdem sür andere Zwecke die