Full text : Ueber die Ausführung und Verwertung von Wasserkraftwerken an kanalisierten Flüssen (14)

2.,

Dampfkraft; wirtschaftlich vorteilhaft wird sie erst, wenn ihre
Belastung die durch RXebezeichnete (hier nach rechts zu) überschreitet,
und zwar in zunehmendem Maße mit zunchmender Belastung.
Hieraus folgt, daß Wasserkraftwerke möglichst hoch belastet werden
müssen (Tag- und Nachtarbeit), wenn sie wirtschaftlich vorteilhaft
arbeiten sollen.
3. Dieselbe Folgerung ergiebt sich aus dem der Nulllinie 00)
mit zunehmender Belastung sich immer mehr nähernden Verlauf
der Linien W-Wuund D-D; nur ist diese Annährung, d. h. die
Verringerung der Betriebskosten für die Leistungseinheit (P8-⸗Stunde),
bei der Wasserkraftlinie W-Westärker als bei der Dampfkraftlinie D-D.
Um nun ein Urteil über den wirtschaftlichen Wert der besprochenen
Wasserkraftanlage zu gewinnen, mögen noch die hier gefundenen
Rechnungsergebnisse mit den in gleicher Weise bestimmten Ergeb—
aissen anderer, bereits bestehender und vorteilhaft betriebener, großer
Wasserkraftwerke nebeneinandergestellt und verglichen werden.
Die Betriebskosten des großen, ebenfalls durch Dampf ergänzten
Wasserkraftwerkes der Stadt Genf bei Chéèvres an der Rhoͤne,
das bei einem veränderlichen Gefälle von 40 bis 8,0 m etwa
3400 P8 ständige Arbeit liefert, erfordert bei u— Belastung
5,07 Pf für die Pferdekraftstunde gegenüber dem Betrage von
1556 Pf des Moselkraftwerks; bei / Belastung 1,47 Pf gegen—
iber von 1,34 Pf. Das Werk bei Chévres arbeitet demnach um
etwa 10 00 teurer, als das Moselkraftwerk arbeiten wird.
Das durch Dampfkraft ebenfalls ergänzte, bei Gersthofen
am Lech erxrichtete Wasserkraftwerkr, das bei 10,.0 m Gefälle
5200 PS leistet, erfordert an Betriebskosten bei 6 Belastung
3,48 Pf, bei u/ Belastung 1,53 Pf für die Pferdekraftstunde. Es
st also ebenfalls teurer im Betriebe, als ein Moselkraftwerk sein wird,
und zwar im ersten Falle um etwa 42 0/0, im anderen um etwa 14 6,0.
Da nun diese Werke zu den wirtschaftlich günstigen Wasserkraft⸗
anlagen gezählt werden, so dürfen die Moselkraftwerke
umsomehr den gleichen Anspruch erheben. Dieses günstige Ergebnis
ist, wie schon gesagt, in erster Linie darauf zurückzuführen, daß
die Kosten für Wassergerechtsame, Grunderwerb und Stauanlagen
für die Moselwerke sehr gering sind, während sie bei anderen, nicht
an kanalisierten Flüssen gelegenen Wasserwerken, wie auch bei den
vorstehend genannten einen sehr hohen Anteil an den Anlagekosten
zusmachen. Ein weiterer Grund liegt in der Höhe der durch die
            
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