Full text : Ueber die Ausführung und Verwertung von Wasserkraftwerken an kanalisierten Flüssen (14)

gleichzeitig der Wasserkraft könnte aber sowohl an der Moset als
in der Saar in mehrfachen Fällen ohne besondere technische
Schwierigkeiten durch Verlängerung des oberen Turbinenkanals,
sei es im offenen Gelände, sei es durch Abschneiden von Strom—
krümmungen mit Anwendung unterirdischer Stollen, erzielt werden.
Auch anf diese durch die genannten, baulichen Anlagen erreichbare
Vergrößerung der Wasserkraft soll hier verzichtet werden.
Der maschinelle Teil des Kraftwerkes besteht, wie schon gesagt, aus
drei Ueberdruckturbinen (Francisturbinen) mit stehender Welle von
je 165 chm Schluckfähigkeit, die mittels Kegelradbetriebs, das sich
in dem über den Turbinen gelegenen Maschinenhaus befindet, ihre
Arbeit auf die Dynamomaschinen übertragen und durch sie in
elektrischen Strom umsetzen. Diese Anordnung entspricht der in den
Wasserkraftwerken in Untertürkheim und in Marbach am Neckar
angewendeten Ausführungsart.
In demselben Raum, in dem Kegelradübertragung und
Dynamomaschinen aufgestellt sind, sollen auch die mit besonderen
Dynamomaschinen auszustattenden beiden Hilfsdampfmaschinen,
ferner die Schaltanlage und die sonstigen elektrischen Einrichtungen
Aufstellung finden. Unmittelbar an das Maschinenhaus schließt
sich das Kesselhaus an. Bei dieser Anordnung wird eine gute
Uebersichtlichkeit und leichte Bedienung der gesamten maschinellen
Finrichtung erreicht.
Da die größere Anzahl der Moselkraftwerke im Hochwasser—
zebiet des Flusses liegen wird, muß der Fußboden des Maschinenund
 Kesselhauses hochwasserfrei angeordnet sein, sodaß ein sicherer
Betrieb der Kraftwerke auch in Hochwasserzeiten gewährleistet ist.
Selbstverständlich können als Ersatz der Wasserktaft anstelle
der hier angenommenen Dampfmaschinen auch Dampfturbinen,
Sauggasmotoren oder beliebige andere Kraftmaschinen verwendet
verden, falls sie Vorteile gegenüber der gewöhnlichen Dampfmaschine,
insbesondere geringere Betriebskosten, bieten sollten.
Auch ein anderer Ersatz der Hilfsdampfmaschinen ließe sich
für einzelne oder gruppenweise zusammenzufassende Stauanlagen der
Mosel schaffen, nämlich die Ausführung hochgelegener Wasserbehälter,
deren Wassermenge in der Zeit zum Betriebe von Hochdruckturbinen
zu verwenden wäre, in der infolge von Hochwasser oder Eis die
Leistung der anderen Turbinen vermindert oder gänzlich aufgehoben
ist. Die an der Mosel liegenden Berge würden vielfach eine
zünstige Gelegenheit zur Ausführung solcher Anlagen bieten, deren
            
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