Full text : Ueber die Ausführung und Verwertung von Wasserkraftwerken an kanalisierten Flüssen (14)

II. Migemeine Rngaben über die Dasserkräfte
an der Niosel und Laar.

Aus dem vorstehend besprochenen Beispiel der bei Saarbrücken
ausgeführten Wasserkraftanlage ist ohne weiteres zu ersehen, daß
zuch die übrigen Wehranlagen der Saar, sowohl die bereits vor—
jandenen als die nach Fortsetzung der Kanalisieruug bis zur Mosel
noch zu erstellenden, zwar gut verwertet werden können, jedoch immernur
cleinere Wasserkräfte nutzbar abzugeben imstande sein werden. Anders
oerhält es sich mit den Stauanlagen der zu kanalisierenden Mosel,
die erhebliche größere Wasserkräfte nutzbar machen lassen.
Daher sollen im folgenden zur Vereinfachung der Besprechungen
und zur Erlangung einer besseren Uebersichtlichkeit nur die
Wasserkräfte der Mosel berücksichtigt werden, was umsomehr zu—
ässig erscheint, als die Ergebnisse der Berechnungen unschwer auch
auf die Wasserkräfte der Saar angewendet werden dürfen. — Nur
darauf ist noch, wie bereits im Heft 6 Seite 10 u. 11 der Süd⸗
westdeutschen Wirtschaftsfragen“ geschehen, kurz hinzuweisen, daß bei
der geringen Breite der Saar zur besseren Ausnutzung der Wasser⸗
kräfte Schützenwehre anstelle der Nadelwehre angewendet werden
können, wie sie bei den Wasserkraftanlagen der Schweiz mehrfach
bereits mit Vorteil angewendet worden sind. —
Das Gefälle (n) an den 32 für die preußische Moselstrecke
boon Perl bis Koblenz vorgesehenen Stauanlagen schwankt zwischen
20 und 3,3 mmbei Niedrigwasser; wenn daher in dem der nach—
folgenden Berechnung zugrunde gelegten Beispiel ein Höchstgefälle
oon nur 2,85 mm vorausgesctzt ist, so darf diese Annahme als für
das Rechnungsergebnis eher zu ungünstig als umgekehrt bezeichnet
werden.
Die geringste zeitweise vorhandene Wassermenge der Mosel
beträgt für die oberhalb der Saarmündung belegene Strecke
26 chm/,Sekunde, unterhalb bis zur Mündung in den Rhein
16 chm / Sekunde. Mit steigendem Wasser nimmt diese Menge (0)
zu, das Nutzgefälle (n) dagegen ab. Werden nun die anzuwendenden
Turbinen so eingerichtet, daß sie mit veränderlicher Wassermenge (0)
            
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