Full text : Die rechtlichen und sozialen Verhältnisse St. Ingberts im 16. Jahrhundert

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a) 1535: „von dem Crutz uf eyne eyche, stet ane der Gysellwiese,
von der eychen ane biß wieder uf den steyne uff ryffenberger berg by dem
sphulle zwuschen Onsheim und Sant Ingbrecht, hait der apt von Wadgassen
zum halben“.

6) 1567: „von dem Creutz biß uff ein Eich, steht an der Geisel—
wiesen; von der Eichen an biß wider uff den Stein uff Reicherborner
Berg bei dem Pful zwuschen Entzheim und S. Ingbrecht, hat der Apt von
Wadgassen zum halben Theil“.
c) Der Beriß von 1575 enthält diese Gemeinschaft nicht; doch wird im
Weistum folgender Zusatz gemacht: „Item außer diesem bezirck an staffel an
der eych, an dem weg aben biß bey gyselbronnen an die steinbach, weist
der scheffen halb den Herrn zu St. Ingbrecht, das ander gehen Inshaim“.
Diese Gemeinschaft zwischen Kurtrier und Wadgassen wurde im 16. Jahr—
hundert stets anerkannt.
Eine zweite Gemeinschaft, nämlich zwischen Kurtrier und Nassau-Saar—
brücken lag an der Westgrenze des Bannes. Im Weistum von 1535 heißt es
hierüber: „.. . eyn steyn by bathelswiese, von dannen die Wylenßen
bach ussen biß in die Daxlöcher, von dannen biß uf die lang buoch von
der langen buochen ane hynder der selbigen buochen ynnen biß uf die stock—
bach wiederumb uf den vorbenanten steyn ane der rodebach by Bathels
wiesen, ist in dessen wysthom irong mit denen von Solzbach, werden die
von sant Ingbrecht überdrongen“. Aus dieser Stelle geht hervor, daß die
Herren von St. Ingbert den betreffenden Distrikt ganz für sich in Anspruch
nahmen, während die Herren von Sulzbach eine Gemeinschaft beanspruchten.
Die St. Ingberter wurden aber „überdrungen“, d. h. ihre beanspruchten Rechte
angestritten. Dadurch entstand die „Irrung“ (Streit, Prozeß). Zwar wurde
die Irrung einstweilen „nottürftiglich“‘ durch je 2 von den streitenden Parteien
gewählte Schiedsleute am 6. Dezember 1553 beigelegt,“s aber auch nur pro—
visorisch oder „nottürftiglich“. Denn im Jahrgeding von 1567 beanspruchten
die Bannherren von St. Ingbert abermals besagten Distrikt ganz für sich und
die Schöffen wiesen auch demgemäß: „von den Dachslocher biß uff die
l(ange Buch; von der langen Buch biß an den Spitzenstein; von dem

174) Geben und geschehen zu Sanct Wendelin am sechsten Tag Deceinbris Anno
etoe. L III. Abschrift im Cod. mss. 1871 der Trierer Stadtbibliothek tom II ur. 42;
Vertrag zwischen unserm gnedigsten Herrn von Trier und dem von Helmstath an einem
und den gebruedern von Nassawe Sarbrücken auch Henrichen von Kerpen am andern Theil
des alten waldes und der Hueben halb bei Sanct Imbrecht gelegen, uffgericht. Siehe
Anhang Nr. II. — In Sulzbach lagen die Lehens- und Herrschaftsverhältnisse ähnlich
wie in St. Ingbert. 1546 kaufte Graf Philipp II. von Saarbrücken den Anteil des
Ludwig von Sötern am Sulzbach für 120 fl; 1548 erwarb er von Heinrich von Kerpen
einen Teil seines Lehens von Sulzbach; 1549 den zum Herzogtum Zweibrücken ge—
hörigen Teil uswp. Siehe Ruppersberg a. a. O. J. Bd. S. 269.
            
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