Full text : Die rechtlichen und sozialen Verhältnisse St. Ingberts im 16. Jahrhundert

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alle ihre Güter und Rechte im Dorse, Banne und Gericht zu Werbeln dem
Kloster Wadgassen.?o
Gegen Ende des 14. Jahrhunderts wurden die Adeligen von St. Ingbert
Burgmänner auf der Feste Kirkel; zunächst Wil helim, gen. Frorer (oder Fröre)
von St. Engelbrecht 1385,21 1387 und 1391,22 ebenso sein Sohn Klaus
(oder Clas) von St. Ingbrecht, genannt Unger, 1391,28 und 1410;* sein
Schwiegersohn war Hans von Morsbach; ferner Johann oder Hans J. von
St. Ingbrecht, vermutlich der Sohn des Klaus im Jahre 1413.285 — Als
Burgmänner zu Kirkel hatten sie hauptsächlich die Pflicht der Burghut, weshalb
sie wenigstens einen größeren Teil des Jahres dortselbst wohnen mußten. Klaus
und Hans J. hatten als Burglehen zu Kirkel eine Hofstatt in der Rittersburg
mit den dazu gehörigen Gärten, ersterer und wohl auch Hans J. außerdem
3 Malter „Waizengelt“ und 3 Malter „Habergelt“ zu Bebelsheim. Später
wurde das Burglehen noch überbessert; denn es bestand in der zweiten Hälfte
des 15. Jahrhunderts aus folgenden Stücken: 1. ein Haus zu Kirkel in der
Ritterburg, 2 Gärten und 2 Weiher, der eine genannt Ungerswog, der andere
im Heckenbusch, mit Busch und Feld dazu gehörig; 2. eine Mühle zu Bebels—
heim „mit etlichen armen Leuten, Gülten und Zinsen“; 3. 10 Gulden Mann—
geld, jährlich an Martini fällig zu Zweibrücken und ablösbar mit 200 Gulden;
4. zu Zweibrücken 2 Wiesenplätze als Burglehen;?“ 5. eine Korngülte, die sog.
Crantzengülte zu Einöd.?é
Auf fernen Kriegspfaden treffen wir zwei andere Vertreter aus unserer
adeligen Familie, vermutlich die Brüder Hans J. Stephan von St. Ingbrecht
war beteiligt in einer Fehde 1423 als Helfer der Herren von Lützelburg gegen
die Herren von Lichtenberg.s Gerhard von „sant Ingebrecht“ stand in der
Fehde der Stadt Speyer mit dem Bischof Raban von Helmstädt im Jahre 1422
auf Seiten der Stadt und noch im Jahre 1428 in deren Dienst.?
20) Regest bei Tritz, Wadgassen, S. 60.
29 Molitor, Geschichte der Stadt Zweibrücken, S. 80.
2e) Lehmann, Urk. Geschichte der Burgen u. Bergschlösser ꝛc. V. Bd. S. 246;
Molitor, Urkundenbuch S. 88. — Auch zu Altheim hatte er ein Lehen der Grafen von
Zweibrücken-Bitsch, das am 14. Juni 1891 am Symon Gürtenhengst verliehen wurde.
Lehmann, Gesch. d. Grafschast Hanau-Lichtenberg II. Bd. S. 232.
es) Lehmann, Burgen und Bergschlösser, V. Bd. S. 247.
29 Molitor, Gesch. d. Stadt Zweibrücken, S. 103 Anm.
25) Daselbst S. 103 Anm. (S. 104).
26) Vgl. Schultz, Der Bliesgau S. 69: Rütter, Die hist. Vergangenheit St. Ingberts
u. seiner Umgebung, S. 9.
27) Die Lehen finden sich aufgezählt bei Molitor, Urkundenbuch S. 97 und bei
Eid, Der Hof- u. Staatsdienst im ehemal. Herzogt. Pfalz-Zweibr. (in den Mitteil. d. hist.
Vereins 1897) S. 181 Anm. 4.
28) Frey, Rheinkreis IV. Bd. S. 91; Molitor, Zweibrücken, Burg u. Stadt S. 196.
beide nach Herzogs Elsässischer Chronik V. Buch S. 18.
20) Remling, Gesch. d. Bischöfe zu Speyer II. Bd. S. 37 ff; Lebmann. Chronik
der Stadt Speyer (1711) S. 815.
            
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