Uebersicht
üher
die politische 6eschichte IAt. Ingberts
bis zum 17. Jjahrhundert.
Die vorchristliche Geschichte St. Ingberts ist weniger eine Geschichte des
Ortes als vielmehr seiner nächsten Umgebung. Im Bereiche des ältesten
Stadtteiles wurden bisher noch keine Funde gemacht, wenigstens wurden solche
nicht bekannt; es kann daher auch nicht festgestellt werden, ob das frühmittel—
alterliche Dorf St. Ingbert auf einer älteren Ansiedelung entstand. Aus der
vorrömischen Zeit stammen die als Fliehburgen gedachten Befestigungsanlagen
auf dem Reichenbrunner Berge,! vielleicht auch die Erdumwallung auf dem
großen Stiefel, dann besonders der große Stein Spilstein) bei Rentrisch;*
auch zog schon zur Keltenzeit eine wichtige Verkehrsstraße von Metz her durch
das Grumbachtal südlich am Stiefel vorüber nach Kirkel, Limbach, Landstuhl
usw. bis an den Rhein.‘ Aus der römischen Zeit haben sich gleichfalls
Spuren von Ansiedelungen vorgefunden. Es seien u. a. genanut die römischen
Urnengräber mit einzelnen Münzen, ein Ossarium und Cinerarium, römische
Flachziegeln vom Wallerfelde und von der Kohlenhalde,“ ferner römische Ge—
bäudeüberreste auf dem Reichenbrunner Berge,“ auf dem Birkenkopf (7),— im
Distrikt „Gebrannter Wald“.« Die schon von den Kelten benützte Straße
zwischen St. Ingbert und Hassel verband auch zur Römerzeit noch Gallien mit
Germanien; eine zweite römische Straße ging von Saarbrücken über Rentrisch.
nördlich an St. Ingbert vorüber nach Spiesen.“
1) VBgl. Palatina, Beilage zur Pfälzer Zeitung, 1808: Zur ältesten Geschichte von
St. Ingbert, S. 452.
2) Ppfälzisches Museum 1901 S. 3; Palatina a. a. O. S. 459; vgl. „Der Stiefel
in Forschung und Sage“ im Unterhaltungsblatt zum Pfälzer Volksboten 1904 Nr. 129.
3) Ueber diesen werden wir uns unter Angabe der einschlägigen Literatur an
anderer Stelle näher verbreiten. — Auch auf dem Rothenkopf und Schafkopf hat man
keltische Anlagen vermutet; vgl. Palatina a. a. O. S. 459; Deutsche Gaue IV (1902)
S. 99. Merkwürdigerweise wird der Schafkopf im Ensheimer Weistum von 1538 als
heitenberg bezeichnet.
Siehe die Archäologische Karte der Rheinpfalz von Dr. Mehlis 1888, herausgegeben
vom histor. Verein der Pfalz.
) Palatina 1898 S. 447.
6) Palatina 1898 S. 455 ff; Mitteil. des hist. Vereins XXIII (18909) S. 261:
Deutsche Gaue IV (1902) S. 99.
7) Deutsche Gaue IV (1902) S. 483.