Diesen Aufschwung nahm der Bergbau unter der pfleglichen Verwaltung des
preußischen Staates, dem das Gebiet nach seiner Rückkehr zu
Deutschland 1815 auf Wunsch seiner Einwohner zugeteilt worden war. Ein
kleiner Teil des Grubenfeldes fiel an Bayern. Die Preußische Staatsverwaltung
setzte sofort mit allen Kräften ein, um den Bergbau zu heben.
Der Betrieb wurde durch allmähliche Einstellung der kleineren Gruben
immer mehr und mehr zusammengezogen. Abbau und Förderungen erfuhren
wesentliche Verbesserungen. Zur Hebung des Absatzes wurden die
bestehenden Landstrafzen ausgebaut und neue Abfuhrwege angelegt.
Neben der Verbesserung des Grubenbetriebes war die preußische
Verwaltkung eitfrig bemüht, den Kohlenabsatz zu verstärken und das
Absatzgebiet zu erweitern. Einen hervorragenden Abschnitt in
der Entwicklungsgeschichte des Saarbrücker Steinkohlenbergbaues und zugleich
den Beginn eines früher kaum geahnten Aufschwunges desselben bildet die
Eröffnung der das Grubengebiet durchschneidenden Gaarbrücker Eisen—
bvahn zu Anfang der 1850er Jahre.
So war immer eine gesunde Entwicklung zu verzeichnen bis zum
Deutsch-Französischen Krieg 1870 bis 1871. Die in seinem
Gefolge auftretenden Verkehrsstockungen konnten aber nur vorübergehend
die Entwicklung des Saarbrücker Steinkohlenbergbaues unterbrechen.
Nach der Inangriffnahme der großen Tiefbauanlagen im Fischbachtale.
sowie deren Anschluß an den Eisenbahnverkehr durch die Eröffnung der Fisch—
bachtal Eisenbahn (Saarbrücken-Neunkirchen) beginnt ein immer mächtigeres
Emporblühen des Saarbrücker Skteinkohlenbergbaues. Gegenüber dem Auf—
schwunge der Förderung war auch der kechnische Bekrieb nicht zurückgeblieben.
Die Gewinnungsarbeiten, die Einrichtungen zur Förderung, Wasserhaltung
und Wetterführung hatten auf allen Gruben wesentliche Verbesserungen er—
fahren; neue Vorrichtungen und Maschinen mannigfachster Art wurden eingeführt.
Auch die Arbeiterverhältnisse zeigen mit dem durch die Eisenbahn
herbeigeführten Aufschwunge der Gruben gewaltige Veränderungen.
Bis zu der Übergabe der früheren fiskalischen Saargruben an die
Franzosen Ende November 1918 fand die Kohlengewinnung auf 30 selb—
ständigen Grubenanlagen statt. Der Bergwerksdirektion in Saarbrücken
waren außer den 12 Berginspektionen noch unkterstellt die Bergfaktorei zu
Saarbrücken, welche den Ankauf und die Anlieferung von Waterialien und
Geräten für die einzelnen Gruben besorgt, das mit dieser verbundene chemische
Laboratorium, das Hafenamt WMalstatt zu Saarbrücken, welches den Absatz
der Kohlen zum Saarkanal regelt, die am 1. April 1908 gebildete Verwaltung
der Kraft- und Wasserwerke und eine Bergschule zu Saarbrücken nebst vier
Bergvorschulen zu Louisenthal, Sulzbach, Neunkirchen und Göttelborn, welche
die Ausbildung der mittleren und oberen Werksbeamten des Gruben- und
Waschinenfaches zur Aufgabe haben.
Die gewaltige Entwicklung des Steinkohlenberg—
baunes an der Saar veranschaulicht nachstehende Übersicht, in welcher
die Arbeiterzahl und die Jahresförderung der einzelnen Jahre der staatlichpreußischen
und der privaten preußischen Gruben, sowie der staatlich-bayerischen
und privaten bayerischen Gruben enthalten sind: