Schilderungen enknehmen: Die Völkerwanderung stürzte das Alte, schuf neue
Verhältnisse, und was aus dem Chaos hervorging, das hatte sich als gesund
erwiesen, konnte Anspruch erheben auf geschichtliche Dauer. So kam das
Reich der Franken, das die westgermanischen Stämme vereinigte. Im
Saarbecken kreuzten sich die Siedlungen der Franken und Alemannen,
erst feindlich, dann nach der Zülpicher Schlacht in friedlichem Nebeneinander.
Die Franken waren offenbar in der Überzahl; denn der saarländische
Dialekt ist bis heute ein Zweig der rheinfränkischen Gruppe, durchsetzk
mit mancherlei alemannischen Elementen. Karl der Große führte die fränkische
Gaueinteilung straff durch, die unser Gebiet in sechs Teile gliederte, ohne daß
Ludwigskirche in Saarbrücken.
die Grenzen mit irgendwelchen heutigen zusammenfielen. Der Verkrag von
Meersen, der endgültig das französische und das Deutsche Reich gegeneinander
abgrenzke, kennt bereits einen oberen und einen unteren Saargau,
einen Blies-, einen Nied- und einen Albegau, denen sich bald noch
der Rosselgau zugesellte. Die Gaugrafen wurden später Landesfürsten.
Besonders früh zeigte sich diese Entwicklung in Lothringen, dessen Herzöge
bekanntlich schon unter den Karolingern selbständige, also reichsfeindliche
Politik trieben mit Unterstützung der französischen Könige.
So gab es denn vom 12. Jahrhundert ab in dem wegen der Kreuzung
wichtiger Straßen begehrtesten Saargau Grafen unker dem Familiennamen
„on Saarbrücken“, Lehnsträger des Bischofs von Metz. Ihren
Namen führken sie nach ihrer Hauptburg, die auf dem Felsen des heutigen