Full text : Deutsch die Saar immerdar!

Bürgermeisterei Bischmisheim

Die Bürgermeisterei Bischmisheim lehnt sich östlich an den Stadt⸗
bezirk Saarbrücken an. Der Bezirk ist beliebtes Ausflugsziel der Großstadt⸗
bewohner, die draußen in der grünen Natur Ruhe und Erholung suchen. Abgeschen
von Brebach, dem Sitz der Bürgermeistereiverwaltung, dessen Ortsbild wesent⸗
lich durch die weltbekannte Halbergerhütte bestimmt wird, hat der Begzirk,
dessen Fläche zu 26,664 Proßent mit Wald bedeckt ist, dank seiner landschaftlichen
Reize durchaus ländliches Gepräge bewahrt.
Zwischen bewaldeten Höhen dehnen sich mannigfaltig gestaltete Täler: das
weitgeöffnete Saartal als alte Durchgangsstraße nach Saargemünd und Frank—
reich mit den Ortschaften Güdingen und Bübingen, mit großen für In—
dustrieanlagen geeigneten Flächen zwischen kanalisierter Saar und Eisenbahn und
schönen Badegelegenheiten in der Saar mit Rasenstrand; das liebliche Bliest al
mit Bliesransbach und dem Weingut „Am Ritthof“, wo im Sommer
Licht, Luft, Sonne, Wasser, grüner Rasen und auch manch schattiges Plätzchen zum
Strandbad an den Ufern der hier wieder zur Grenze zwischen Saargebiet und
Lothringen bzw. Deutschland und Frankreich gewordenen Blies einladen;
ferner das idyllische Fechinger Tal und Grumbachtal sowie das roman⸗
lische Scheidter Tal als Eingangspforten in die Pfalz. An der das Scheidter
Tal entlang ziehenden großen Kaiserstraße liegen die zur Bürgermeisterei gehörigen
Ortschaften Schafbrücke, Neuscheidt, Stahlhammer, Scheidt,
Rentrisch, auf der Höhe, rings von Wald umgeben, Scheidterberg, wegen
seiner stillen, sonnigen und luftigen Lage zur Erholung wie geschaffen. Eine ganze
Reihe von Einzelhöfen, größtenteils in beherrschender Höhenlage, einzelne
auch idyllisch in Tälern und Mulden liegend, vervollständigen das Landschaftsbild⸗
Wie die Orte des Saartales vielfach Wohnorte einer auswärts in Kontoren und
Fabrikbetrieben beschäftigten Bevölkerung sind, so sind die Orte der Bürgermeisterei
Bischmisheim durch die Rähe der Großstadt Saarbrücken und durch die Groß—
industrie in Brebach vor allem zu Wohnsitzgemeinden bestimmt.
Der Bezirk der Bürgermeisterei ist ältestes Siedlungsgebiet. So woerden
Fechingen und das auf der Höhe östlich von Brebach gelegene Bischmisheim
 schon zur Zeit der Merowinger erwähnt. Ebenso lassen die am Halberg
unterhalb des Schlosfses liegende Felsengrotte, auch „Heidenkapelle“ ge⸗
nannt — nach Ansicht von Geschichtsforschern ehemals Stätte des Mithras—
kultes —, Ueberreste eines römischen Kastells am „großen Stiefel“ sowie der
in Rentrisch befindliche wohl aus vorrömischer Zeit stammende „Spellenstein“, ein
Monolith von etwa drei Metern Höhe, auf eine frühe Besiedlung schließen.
Unter Denkmalsschutz stehen die 1828 nach Plänen des Berliner Bau—
meisters Schinkel errichtete evangelische Kirche zu Bischmisheim
sowie die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaute und aus der Schule
des Hofbaumeisters Stengel stammende katholhische Kirche zu Blies—
ransbach.
Eine Wanderung durch die Täler und Ortschaften des Begirks ist also in jeder
sginsicht lohnend. Durch die Ausgabe von Eisenbahn-Sonntagsfahrkarten nach
Scheidt und Güdingen, wo sich auch eine Anlegestelle für Dampfer und Motorboote
befindet, ferner durch Straßenbahnverbindungen nach Schafbrücke und Brebach—
Fechingen (Linien 2, 3, 10 u. 14) ist der Besuch von Saarbrücken aus erleichtert.
            
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