Full text : Deutsch die Saar immerdar!

tümer der früher preußisch-fiskalischen Steinkohlengruben unter Hilfesftellung
 der Regierungskommissfion gutgeheißen und ein
626 Hektar großes Pachtfeld als Steinkohlenbergwerk Grube Karlsbrunn
bezeichnet, der genannten Gesellschaft zur Ausbeutung überlassen. In groß—
zügiger Weife setzte man den Abbau in diesem Pachtfeld auch von dem im
Jahre 1923 6— 10 Meter von der Landesgrenze serrichteten
Schacht Reumaus? nördlich von Merlenbach fort. Auch hier traf man
sowohl die Fettkohlen als auch die Flammkohlen, insbesondere die Oberen
Flammkohlen, imnaußerordenthich schöner und mächtiger Be—
schaffenheitan. Stellte man doch bei dem hangendsten Flöz der oberen
Flammkohlenparkie, Flöz Frieda, eine reine Kohlenmächtigkeit
von etwa 18 Meter bei einer Gesamktmächtigkeit des
Flözes nebst Zwischenmittel von insgesamt 25 Meter
fest. Die Lagerungs-und Gebirgsverhältnisse haben sich
bisher auf saarländischem Gebiet geradezu als ideal erwiesen. Die
Förderung aus diesem östlichen Teil des Pachtfeldes kann man mindestens
 jetzt auf über 1500-2000 Tonnen käglich veran—
schlagen. Infolge dieser günstigen Abbauverhältnisse sind die Hauerleistungen
 naturgemäß recht hoch, nämlich 3,55—5 Tonnen in der
achtftündigen Schicht, und die Selbstkosten dementsprechend sehr
niedrig, zumal bei diesen Flözmächtigkeiten Abbaugedinge von etwa
3,60 Fres. — rund 60 Pfennig je Tonne gezahlt werden. Bei den qus⸗-sichtsreichen
 Aufschlüssen im Warndt ist daher das fieberhafte
 Bestreben der lobthringischen Randzechen, sich
möglichst ausgedehnt auf saarländischem Gebiet breitzumachen,
 durchaus verständlich. Ebenso erklärlich ist auch das Vorgehen
der bisher in geschäftlichen Dingen außerordentlich korrekten Firma
De Wendel, bei diesem Weltlauf nach den Kohlenschätzen des Warndts
nicht zu kurz zu kommen, zumal ihre eigene Fettkohlenbasis nach Lage der
Verhältnisse immer geringer wird, da ja bekanntlich die Fettkohlenflöze von
De Wendel in das Feld der Grube Velsen einfallen und die nördliche
Fortsetzung des Vorkommens von Kleinrosse Un durch mehrere große
Störungen, darunker der Geislauterner Sprung, mit 6—700 Meter
Verwurfhöhe ins Liegende, zum mindesten sehr beeinkrächtigt, wenn nicht
gat ganz abgeschnikken wird. Die Fir ma De Wen del hat sich daher auch
ihrerseits entschlossen, sich in westlicher Fortsetzung ihres Fett- und Flammkohlenvorkommens
 ebenfalls ein Pachtfeld von 327 Hektar Größe
von dem franzöfischen Staak als Kohlenbesitzer zu
süch ern, das ihm unter dem Vamen Grube Großrosseln ebenfalls
unker Assistierung der Saarregierung verpachket worden ist.
Es konnte allerdings bisher noch nicht mit Sicherheit ermittelt werden, ob die
Firma De Wendel bereits heute Abbau in diesem neuen Pachtfeld betreibt.
Bergwirkschaftlich und selbstverständlich auch poli—
tisch stellen diese Bestrebungen französischer Bergwerksgesellschaften,
allmählich die besten Stücke der Warndkkohle an sich zu reißen, eine ungeheure
 Gefahr und eine empfindliche Schädigung des

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