Full text : Ehrenbuch für die im Weltkrieg 1914 - 18 Gefallenen der Stadt Saarbrücken

war es dem Regiment nicht vergönnt, eine gemeinsame Garnison zu haben,
durch den Weltkrieg kam alles anders.
Während des Weltkrieges traten naturgemäß weitere Aenderungen ein,
sodaß das Regiment aus vier Abteilungen bestand. Die Reitende Abteilung
wurde am 21. 12. 1916 — also nach 100jährigem Bestehen der ihr angehören—
den reitenden Batterien — in eine fahrende Abteilung (III.) umgenannt. Am
6. 2. 1917 wurde sie die IV. Abteilung.
Mobilmachung 1914. Die J. Abteilung stand bereits am 31. 7. 1914 abends
8 Uhr verladebereit in Saarlouis, die Reitende Abteilung rückte am 2. 8. 1914
5 Uhr früh aus Saarbrücken ab. Die übrigen Teile des Regiments marschierten
entsprechend ihrer Mobilmachungsweisung einige Tage später. Die KReitende
Abteilung trat zur 6. Kavallerie-Oivision. Die ersten Schüsse gab die 1. r. Bat—
terie am 7. 8. bei Murville und von den fahrenden Batterien die 1/8 am 8. 8.
bei Juvrecourt ab. Ueber die Vielseitigkeit der Verwendung des Regiments
im Weltkriege geben die Gefechtsübersichten Auskunft. Getreu seiner Tradition
hat es im Feldzuge das Beste geleistet. Die allerhöchste Anerkennung durch
Se. Majestät, die gelegentlich der 100.0Iahrfeier dem Regiment zuging, lautete:
„Ich entbiete dem Feldartillerie-Kegiment von Holtzendorff (1. Rheini—
sches) Nr. 8 zu dem Tage, an dem es vor 100 Jahren gestiftet worden ist,
Meinen Königlichen Gruß und verleihe ihm in dankbarer Anerkennung
seiner vielfach mit besonderer Auszeichnung geleisteten Dienste, namentlich
auch der von ihm im gegenwärtigen Kriege bewährten Tapferkeit, Hin—
gebung und Treue eine Säkulartrompetenstandarte, deren Ueberweisung
Ich Mir vorbehalte.
Möge der Allmächtige auch fernerhin seine Hand über dem Regiment
halken und es immerdar zu Ruhm und Sieg führen!“
Großes Hauptquartier, den 29. 2. 1916.
gez. Wilhelm. R.
Die Uebergabe der Säkulartrompetenstandarte fand leider nicht mehr statt.
Nach dem Waffenstillstand fand sich das Regiment zur Demobilmachung in
Coswig in Anhalt und umliegenden Vörfern ein, woselbst es bis zuͤr end—
zültigen Auflösung verblieb.
Der Auflösungstag ist der 1. 5. 1919.
Während der Demobilmachungszeit bildeten sich Freiwilligenbatterien, um
gegen die Spartakisten zu kämpfen. Die Freiwilligen setzten sich aus allen
Batterien zusammen. Die 6. Batterie, bisher in Finnland tätig, jand geschlossen
im Grenzschutz Verwendung und es gelang, sie geschlossen zur Reichswehr
überzuführen, wo sie heute als 2. Batterie Reichswehrartillerie-Kegiment Nr. 5
die Tradition unseres stolzen Regiments übernommen hat.
Zur Pflege des Holtzendorffer Geistes haben sich die Kameraden des Regi—
ments zusammengeschlossen zu einem „Bunde der Holtzendorffer E. V.“, mit
dem Sitz in Coswig-Anhalt, der es sich zur Pflicht gemacht hat, zum Gedenken
an die gefallenen Kameraden ein Ehrenmal in Saarlouis zu setzen. Eine
hHeldentafel, gestiftet von der Offiziervereinigung, ist bereits 1925 in Fulda
errichket worden.

Gefechtskalender
des Feldartillerie-Regiments von Holtzendorff (4. Rhein.) Nr. 8
1914:
8. 8.-19. 8.: Grenzschutzktämpfe in Deutsch-Lothringen.
20. 8. -22. 8. Schlacht in Lothringen.
24. 8. -11. 9.: Schlacht vor Nancy⸗Epinal.
23. 9. — 4. 10.: Schlacht westlich der Somme.
5. 10-25. 1. 15: Stellungskämpfe südlich Péronne.

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