Das stolze Regiment wurde aufgelöst. Mancher Saarbrücker hatte in dem—
selben seine Dienstzeit verbracht, manches Mädel hatte an einen hellblauen
Dragoner sein Herz verloren und mancher Angehöriger des Regiments hatte
dort an der schönen Saar, wie der Verfasser, seine zweite Heimat gefunden.
Aber das herrliche Denkmal an der Saar wird bei der Saarbrücker
Bevölkerung die Erinnerung wachhalten an die schneidigen Lanzenreiter.
besonders an die fürs Vaterland gefallenen Helden.
Feldartillerie-Regiment von Holtzendorff
(4. Rheinisches) Nr. 8
Sparkassenleiter Franz Bäthig, Coswig-Anhalt.
Durch Allerhöchste Kabinetts-Order vom 27. 1. 1889 wurde dem 1. Rheini—
schen FeldartillerieKegiment Nr. 8 zum Andenken an den im Jahre 1828
verstorbenen Generalleutnant Karl Friedrich v. Holtzendorff der Name „Feld—
artillerie-Kegiment von Holtzendorff (1. Rheinisches) Nr. 8* verliehen. Das
Regiment ist aus Batterien der 1. Kheinischen Artillerie-Brigade (Koblenz)
Nr. 8 hervorgegangen. Der Gründungstag ist der 29. 2. 1816. Die Stamm—
batterien hatken ruhmreichen Anteil an den Befreiungskriegen, am Feldzug
1849 in Baden, sowie an den Feldzügen von 18604, 1800 und 1870/71. Im
Gefecht bei Saarbrücken am 2. 8. 1870 gab das 5. Geschütz der 6. leichten
Batterie (später 6. Batterie) den ersten Kanonenschuß des Feldzuges ab. Hier—
bei sei gleich erwähnt, daß von einer Batterie des Regiments am 26. 6. 1806
bei Hühnerwasser ebenfalls mit dem ersten Kanonenschuß der böhmische Feld—
zug eröffnet wurde.
Das Gründungsjahr 1816 brachte eine Verschmelzung von Feld- und Fuß—
artillerie mit sich, ein Grundfehler der damaligen Organisation. Erst 1842
erhielt die Feldartillerie — nachdem 18830 der erfte Schritt zur Trennung von
Fuß- und Feldartillerie eingetreten war — das lang erstrebte bewegliche
Geschütz. Bis zu dieser Zeit war nur der „Reitenden Artillerie“ der Begriff „Feld—
artillerie“ zuzusprechen. Die wirkliche Trennung von Fuß- und Feldartillerie
krat erst 185)1 ein, hier wird anstelle von Kompagnien die Bezeichnung
„Batterie“ eingeführt. Das Jahr 1860 brachte eine Veubewaffnung: Die ersten
gezogenen Geschütze — Hinterlader — kamen ins Regiment. Die Erfahrungen
der nächsten Jahrzehnte brachten eine gänzliche Umstellung des Geschützmaterials
mit sich, 1808 erfolgte die Ausrüstung mit dem Feldartillerie-Material 96,
1911 wurde die II. Abteilung mit der leichten Feldhaubitze (10,5 cm) bewaffnet.
Die Organisation bis zum 1. Kheinischen Feldartillerie-Kegiment Rr. 8
währte von 1816 bis 1874. Erst in diesem Jahre erhielt das Regiment als
Korpsartillerie-Kegiment diese Bezeichnung. Im Rahmen dieses Artikels würde
es zu weit führen, die Einzelheiten aufzuführen, schon die Vielseitigkeit der
Garnison läßt darauf schließen, daß der Weg bis Saarlouis—Saarbrüucken ein
weiter war. Folgende Garnisonorte kommen in Frage: Koblenz, Luxemburg,
Mainz, Andernach, Frankfurt a. M.. Köln, Jülich. Metz. Trier.
Die festen Garnisonorte waren;
Regimentsstab, J. Abteilung ab 1887 in Saarlouis.
II. Abteilung ab 1897 in Saarlouis.
Reitende Abteilung ab 1898 in Saarbrücken.
Das gesamte Regiment war bis 1912 dem VIII. Armeekorps Koblenz,
ab dieser Zeit dem neu aufgestellten XXI. Armeekorps — Sitz Saarbrücken —
unterstellt.
Zugleich wurde die Zusammenlegung des gesamten Regiments nach Saar—
brücken angeordͤnet. Mitf dem Bau der Kasernen wurde begonnen, aber leider
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