die Zeit vom 11. November 1918 bis Ende 1923 beliefen sich
die Besatzungskosten auf rund 5,075 Milliarden Goldmark
für das altbesetzte Gebiet, Demgegenüber sei vergleichsweise
erwähnt, daß die Kosten, welche Frankreich von
1871 bis 1873 für die deutsche Besatzung aufzubringen
hatte, im ganzen 276 Millionen Goldmark betrugen und die
ganze Kriegsentschädigung, welche damals Frankreich an
Deutschland zu bezahlen hatte, 4 Milliarden Goldmark ausmachte,
An diesen Zahlen ist ersichtlich, in welchem
Übermaß das altbesetzte Gebiet mit Garnisonen und
Truppen belegt worden ist. Gegenüber 28 deutschen
Friedensgarnisonen des altbesetzten Gebietes waren z. B.
am 15. Dezember 1923, also vor dem Ruhreinbruch,
220 Orte von den Besatzungstruppen und von Teilen der
Rheinlandkommission belegt. Was die Stärke der Besatzung
anlangt, so war auch hierüber gelegentlich der
Versailler Verhandlungen im Juli 1919 zwischen der französischen
und der deutschen Regierung eine Aussprache
erfolgt. Die deutsche Friedensbelegung sollte nur ein
wenig (legerement) überschritten werden; sie betrug rund
71000 Mann, Demgegenüber schwankt die durchschnittliche
Besatzung des altbesetzten Gebietes, unter Einschluß
von 15—20 000 Mann farbiger Truppen, zwischen 120 000
und 155000 Mann; zeitweise war sie noch größer, Wenn
auch durch die neueren finanziellen Vereinbarungen den
Truppenanhäufungen im besetzten Gebiet vorgebeugt
worden ist, so ist der Stand der Friedensgarnisonen auch
heute bei weitem noch nicht erreicht, — Die Bedürfnisse
der Besatzung sind neben ihren finanziellen Ausmaßen
auch deshalb besonders zu erwähnen, weil zu ihrer Befriedigung
aufs schärfste in das öffentliche und private
Leben der einheimischen Bevölkerung eingegriffen werden
muß, Beispielsweise waren am 15, Dezember 1923 154 435
Mann Besatzung in den 220 Garnisonorten des altbesetzten
Gebietes unterzubringen, und zwar 115507 Franzosen,
29928 Belgier und 8800 Engländer. Dadurch wurde die
Beschlagnahme von 3853 Privatwohnungen für verheiratete
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